Film Zum Tod des Filmproduzenten Artur Brauner

Ein Nachruf von Frauke Gust

Er drehte mit Stars wie Heinz Rühmann, Fritz Lang, Romy Schneider und Götz George. Artur Brauner, einer der erfolgreichsten Filmproduzenten Deutschlands, verstarb am 7. Juli im Alter von 100 Jahren. Beim breiten Am bekanntesten waren seine Karl-May-Filme. Das Herzensanliegen des Holocaustüberlebenden Abraham Brauner waren jedoch engagierte Filme über den Nationalsozialismus und die Judenvernichtung. Damit war er „ein wahres, ein großes Geschenk für unser Land“, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte.

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Anlässlich von Artur Brauners 100. Geburtstag am 1. August 2018 interviewte SWR2 den Filmkritiker Jörg Taszman zu Brauners Karriere und Filmschaffen

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Viele aus der Familie Brauners wurden von den Nazis ermordet

Der polnische Jude Artur Brauner hatte untertauchen müssen, als Polen von den Deutschen überfallen worden war. Viele seiner Familienmitglieder sind von den Nationalsozialisten umgebracht worden. Mit Filmen wie "Morituri" (1948), „Die weiße Rose“ (1982) , "Hitlerjunge Salomon" (1990), Der „letzte Zug“ (2006) und "Wunderkinder" (2011) hielt Brauner die Erinnerung an den Nationalsozialismus und die Opfer des Holocaust wach. Aber schon einer seiner ersten Filme – "Morituri" – floppte, weil die Deutschen nach dem Krieg nicht mit der Judenverfolgung konfrontiert werden wollten.

Frustriert über die Ablehnung vieler Filme

Den Produzenten und Filmemacher Artur Brauner verletzte die Ablehnung vieler seiner Filme, erinnert sich Filmkritiker Jörg Taszman. Zum einen, weil er die filmische Erinnerung an den Holocaust als seine Lebensaufgabe betrachtete. Zum anderen aber auch, weil er mit seinen engagierten Filmen als Produzent viel Geld verloren hat.

"Hitlerjunge Salomon" nicht für den Oskar nominiert

Anfang der 90er Jahre weigerte sich Deutschland sogar, seinen Film "Hitlerjunge Salomon" für den Oscar zu nominieren. Der Film hatte da bereits einen „Golden Globe“ in den USA gewonnen. Das lag laut Filmkritiker Jörg Taszman vor allem daran, dass Artur Brauner wegen seiner zahlreichen Unterhaltungsfilme keinen Rückhalt in der deutschen Filmbranche hatte. "Hitlerjunge Salomon" wurde übel verrissen, galt als billiger Schund. Jörg Taszman: „Ich war als junger Mann richtig geschockt, was das für bösartige Kritiken waren.“ Damit hätte man ihn aber eigentlich um den Oscar gebracht. Für Taszman aus heutiger Sicht eine krasse Fehlentscheidung.

Qualitätsfilme wegen der Unterhaltungsschinken zu wenig gewürdigt

Am finanziell erfolgreichsten war Artur Brauner in Zeiten des Wirtschaftswunders mit Unterhaltungsfilmen wie "Old Shatterhand", einer Neuverfilmung der Nibelungen oder Erotikfilmen wie „Fanny Hill". Brauner produziere alles, was Geld bringt, warf ihm das Feuilleton vor. Dabei hatte Brauner auch viele Qualitätsfilme wie „Die weiße Rose“ von Michael Verhoeven oder „Eine Liebe in Deutschland“ von Andrzej Wajda produziert.

Diese Filme wären aber immer nur mit ihren bekannten Regisseuren in Verbindung gebracht worden, nicht aber mit dem Produzenten Artur Brauner. Bei den Filmen, die wohlwollende Kritiken bekommen haben, hätte man „den Namen Artur Brauner einfach verschwiegen“, resümiert der Filmkritiker Jörg Taszman.

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