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Die internationale Koproduktion mit Nina Hoss, Michael C. Hall und Sebastian Koch in den Hauptrollen spielt 1946 in Berlin. Ein New Yorker Cop soll in der zerbombten Stadt eine Polizeieinheit aufbauen und bekommt es mit mafiösen Strukturen und dem russischen Militär zu tun. Eine ambitionierte Serie, die versucht, Thriller, Historiendrama und Schauergeschichte zu verbinden. Sehenswert dank starker Frauenrollen und großartiger Schauspieler.

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Stadt der Frauen

Berlin 1946 – eine Stadt in Trümmern. Überall wird geräumt, Kinder springen zwischen den Ruinen. Der New Yorker Polizist Max Mcloghlin soll hier im Auftrag des amerikanischen Außenministeriums eine Polizeieinheit aufbauen. Die Wache befindet sich in einem umfunktionierten Bankhaus. Max ist verwundert, als er dort nur auf Frauen trifft.

"Schatten der Mörder" von Måns Mårlind (Foto: Pressestelle, ZDF)
Berlin, 1946: In der kriegszerstörten amerikanischen Besatzungszone soll Max McLaughlin (Taylor Kitsch) eine Polizeieinheit aufbauen. Pressestelle ZDF Bild in Detailansicht öffnen
Zur Seite steht ihm dabei die deutsche Polizistin Elsie (Nina Hoss). Pressestelle ZDF Bild in Detailansicht öffnen
Elsie hat das Kommando über eine "Hilfstruppe", die aus unbewaffneten Frauen und alten Männern besteht. Pressestelle ZDF Bild in Detailansicht öffnen
Ziel von McLaughlin und Elsie ist es, den "Engelmacher" (Sebastian Koch) zu Fall zu bringen. Pressestelle ZDF Bild in Detailansicht öffnen
Dieser hat sich ein perfides Netzwerk aufgebaut: Er hilft Frauen, die vergewaltigt wurden und rekrutiert sie dann für sein kriminelles Schwarzmarkt-Imperium. Pressestelle ZDF Bild in Detailansicht öffnen
Doch McLaughlin macht nicht nur Jagd auf den Engelmacher, sondern auch auf seinen Bruder Moritz (Logan Marshall-Green), der einen tödlichen Krieg gegen entflohene Naziverbrecher führt. Pressestelle ZDF Bild in Detailansicht öffnen

Nina Hoss überzeugt in einer Serie, die Genres mischt

Nina Hoss und der Kanadier Taylor Kitsch spielen die Hauptrollen in einer Serie, die sehr ambitioniert versucht, verschiedene Genres miteinander zu verbinden: Historiendrama, Thriller und Schauergeschichte. In einer Stadt, die noch weit entfernt ist von einem geregelten Alltag.

Bald sehen sich die beiden ungleichen Polizisten mit dem „Engelmacher“ konfrontiert. Ein zwielichtiger Frauenarzt, der seine eigene Form des organisierten Verbrechens aufgebaut hat: vergewaltigten Frauen bietet er Hilfe bei der Abtreibung, verlangt dafür aber Gegenleistung in Form von Prostitution, Spionage oder ähnlichem.

Max und Moritz im Nachkriegs-Berlin

Außerdem – und das ist der schaurige Teil der Geschichte – begibt sich Max auf die Suche nach seinem Bruder Moritz, der in Deutschland verschollen ist. Seine Einheit hat das KZ Dachau befreit, danach ist er untergetaucht und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ehemalige Nazis aufzuspüren und brutal zu ermorden.

Die politische Großwetterlage mischt sich mit ganz persönlichen Motiven, jeder wird auf seine Art und Weise korrupt. Es ist faszinierend, wie die Mini-Serie ein Zeitgefühl vermittelt von der alltäglichen Unsicherheit, von kurzfristigem Überlebenskampf, bei dem niemand zur moralischen Instanz taugt.

Thrillererprobter Regisseur Mans Marlind

Optisch sieht vieles tatsächlich nach Kino aus: Man meint, der Serie anzumerken, dass sie nicht von einem deutschen Regisseur, sondern mit Mans Marlind von einem Thriller-erfahrenen Schweden gedreht wurde. Es wird etwas dick aufgetragen mit Streicher-Pathos und Zeitlupen.

Dennoch bleibt man dran, was unter anderem den differenzierten und starken Frauenrollen zu verdanken ist, Nina Hoss, Mala Emde oder Anne Ratte-Polle machen einen super Job. Aber auch die Männer von Sebastian Koch bis Martin Wuttke in einer viel zu kleinen Nebenrolle machen „Shadowplay“ zu einer sehenswerten Serie.

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