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„Wonder Woman" von Patty Jenkins war der erste Superheldinnenfilm und kam vor gut drei Jahren ins Kino. Die Israelin Gal Gadot spielt auch in der Fortsetzung die Hauptrolle. Eher kein Postfeminismus, sondern schlechtes, oberflächliches Spektakelkino, findet SWR2 Filmkritiker Rüdiger Suchsland. „Wonder Woman 1984" gibt es statt im Kino ab 18.2. im Stream bei Sky.

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Zurück in die 80er-Jahre

Im Jahr 1984 ist Ronald Reagan amerikanischer Präsident, die Menschen hören Punk und Disco-Pop, glauben an „No Future" und fürchten den Atomkrieg. Dieses Szenario der absoluten Vernichtung ist der ernste dunkle Untergrund dieser ansonsten sehr comichaft und grell erzählten Geschichte von Wahnsinn und Gesellschaft. Vor allem für die Ausstatter dieses Films muss es ein Riesenspaß gewesen sein, in ihre Jugend zurückzureisen.

Wonder Woman 1984 (Foto: Sky)
Die Israelin Gal Gadot spielt auch in der Fortsetzung von „Wonder Woman“ wieder Diana Prince. Sky

Wunsch-Mann gegen Wunder-Frau

Wunsch-Mann gegen Wunder-Frau - das sentimentale Prinzip kämpft hier mit dem Aufklärungs- und Neugier und Götter-Herausforderungs-Prinzip des Prometheus. Das Prinzip der Wunscherfüllung wird in diesem Film gefesselt mit dem „Lasso der Wahrheit" von Wonder Woman. Sie steht für Selbstbescheidung, aber auch für den Glauben an etwas Höheres, an die Götter.

Auch Frauen dürfen schlechte Filme machen

Was passiert sonst? Viel Lärm und nichts. Wir lernen: Wen Gott strafen will, dem erfüllt er seine Wünsche. Dass dieser Film direkt in den Stream geht, ist eigentlich ganz richtig. Ist das nun Popfeminismus? Eher nicht - es sei denn, dass Feminismus in der Praxis bedeutet: Auch Frauen haben dass Recht, schlechtes, oberflächliches Spektakelkino zu machen.

Netflix-Serie Düstere Zukunftsvision: „Tribes of Europa“ spielt im postapokalyptischen Zeitalter 2074

Vom heutigen Europa ist im Jahr 2074 nichts mehr übrig: Nationen haben sich aufgelöst, stattdessen herrscht Kleinststaaterei. Mittendrin drei Geschwister, die versuchen, die Menschheit vor einer noch größeren Gefahr zu retten.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Film „Neues aus der Welt“: Jungstar Helena Zengel an der Seite von Tom Hanks im Wilden Westen

Ein Bürgerkriegs-Veteran reist als „Nachrichten-Erzähler“ durch das Texas um 1870 und begegnet einem „Wolfskind". Das weiße Mädchen wurde von Indigenen geraubt und muss nun durch gefährliches Terrain zu ihren Verwandten gebracht werden. Der furiose Auftritt der 12-jährigen Deutschen Helena Zengel an der Seite von Tom Hanks brachte ihr eine Golden-Globe-Nominierung.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Serie Die Auferstehung des französischen Meisterdetektivs Arsène Lupin bei Netflix

Er ist eine literarische Kult-Figur. Arsène Lupin, der Meisterdieb, erfunden vom französischen Schriftsteller Maurice Leblanc, ist vor allem für ältere Französinnen und Franzosen fast so heilig wie den Briten ihr Sherlock Holmes. Die jüngeren Generationen entdecken Leblancs Romanfigur gerade wieder. Grund dafür ist der riesige nationale und internationale Erfolg der Netflix-Serie „Lupin“ mit dem französischen Star-Schauspieler Omar Sy. Sie ist angelehnt an die Abenteuer des wandelbaren und gewieften Meisterdiebes, dem es sogar gelang, den Schatz der französischen Könige zu stehlen.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

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