Gespräch mit Regisseur Jochen Alexander Freydank

Was ist ein Menschenleben wert? – ARD zeigt Zweiteiler „Riesending – Jede Stunde zählt“

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Wilm Hüffer

Als der Karlsruher Höhlenforscher Johann Westhauser 2014 in der Riesending-Höhle durch einen Steinschlag verunglückt, folgt eine der spektakulärsten Rettungsaktionen der Deutschen Geschichte. Regisseur und Oscarpreisträger Jochen Alexander Freydank hat das Ereignis nun unter dem Titel „Riesending – Jede Stunde zählt“ verfilmt.

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Dreharbeiten hunderte Meter tief im Berg

„Mich hat daran vor allem interessiert: was ist ein Menschenleben wert? Wie viele andere Menschenleben kann ich riskieren, um eines zu retten?“, sagt Freydank. In der originalen Riesending-Höhle konnte das Filmteam nicht drehen, da diese gesperrt ist. „Dennoch haben wir in anderen Höhlen in mehreren hundert Metern Tiefe gedreht und ich glaube diese Realität spürt man im Film“, so Freydank.

„Riesending - Jede Stunde zählt“ (Foto: Pressestelle, BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan)
Raffaela Pardeller (Sabine Timoteo, vorne) sucht Trost bei Birgit Eberharter (Verena Altenberger). Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen
Birgit Eberharter (Verena Altenberger) und Raffaela Pardeller (Sabine Timoteo) seilen sich in der Höhle ab. Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen
Ralf Sommer (Jan Messutat) und Birgit (Verena Altenberger) an der Eingangsdoline. Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen
Res Wolfensberger (Beat Marti, Mitte) geleitet den verletzten Josef Häberle (Roland Silbernagl). Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen
Stefan Gerner (Philip Birnstiel) und Georg Leitner (Lukas Spisser) bringen den verletzten Häberle (Roland Silbernagl) aus der Höhle. Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen
Birgit (Verena Altenberger, rechts) verabschiedet sich von Marie (Anna Freisinger). Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen
Luka Perkovic (Sandy Lopicic, links), Michele Grassi (Salvatore Greco, Mitte) und Res Wolfensberger (Beat Marti) beraten sich. Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen
Ralf Sommer (Jan Messutat, links) schildert Erhardt (Maximilian Brückner) und Birgit (Verena Altenberger) die Lage in der Höhle. Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen
Res Wolfensberger (Beat Marti), Erhardt (Maximilian Brückner, Mitte) und Breitsamer (Marcus Mittermeier, rechts) im Krisengespräch. Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen
Wolfgang Breitsamer (Marcus Mittermeier, 2. von links), Stefan Gerner (Philip Birnstiel, Mitte) und Bertram Erhardt (Maximilian Brückner, 2. von rechts) vor der Presse. Pressestelle BR/ARD Degeto/Senator Film Produktion/Tjasa Kalkan Bild in Detailansicht öffnen

Trotzdem sei „Riesending – Jede Stunde zählt“ kein Heldenfilm. Man sehe das auch bei den Protagonisten, etwa dem Leiter der Bergwacht, gespielt von Maximilian Brückner, der die Mitglieder seines Rettungsteams durchaus auch in Gefahr gebracht hat.

Trailer zum Zweiteiler „Riesending – Jede Stunde zählt“

Menschliche Konflikte im Vordergrund

„Die Zeiten des klassischen Heldenfilms, wo man am Ende so fahnenschwenkend im Sonnenuntergang steht, zwischendurch noch eine große Liebesgeschichte und im Hintergrund gehen Schiffe unter – diese Zeiten sind Gottseidank vorbei“, sagt Freydank. „Es sind sehr menschliche Konflikte und auch sehr, sehr existenzielle. Auch bei der Entscheidungsfindung.“

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