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„Suspicion“ auf Apple TV+ — Uma Thurman überzeugt im Thriller-Serien-Remake

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Karsten Umlauf

Serien aus Israel gehören zu erfolgreichsten der Welt, eine davon ist „False Flag“. Im US-Remake spielt Uma Thurman eine mächtige amerikanische Politikberaterin, deren Sohn in New York entführt wird. Schnell stehen die fünf Tatverdächtigen fest. Das Problem ist nur, sie kennen sich nicht und scheinen auch zu dem Entführten keine Verbindung zu haben.

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Video der Entführung wird viraler Hit

Die Entführung von Leo Newman ist als Internetvideo ein viraler Hit — gefilmt in einem New Yorker Hotelflur und dann online gestellt. Die Entführer stecken unter übergroßen Masken der britischen Königsfamilie. Zuerst scheint das Ganze ein Gag, aber Leo, der Sohn der designierten US-Botschafterin in London, bleibt verschwunden.

Filmstill (Foto: Apple TV+)
Leo Newman, Sohn der designierten US-Botschafterin in London, verschwindet unter mysteriösen Umständen aus einem Londoner Hotel. Die Entführer tragen übergroße Masken mit den Gesichtern der britischen Königfamilie. Das Internetvideo wird ein viraler Hit. Apple TV+ Bild in Detailansicht öffnen
Schnell haben die Behörden Verdächtige gefunden: Vier Briten, die zur Zeit des Verschwindens im selben Hotel abgestiegen waren wie er. (v.l.n.r. Tom Rhys-Harries, Kunal Nayyar, Georgina Campbell und Elizabeth Henstridge) Apple TV+ Bild in Detailansicht öffnen
Da sie ihre Unschuld nicht beweisen können, sind sie gezwungen zu fliehen. (Kunal Nayyar und Tom Rhys-Harries) Apple TV+ Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Flucht vor der National Crime Agency und dem FBI versuchen sie, in einem transatlantischen Katz-und-Maus-Spiel ihre Unschuld zu beweisen. (Kunal Nayyar) Apple TV+ Bild in Detailansicht öffnen
Schnell wird klar: Nicht allen kann getraut werden. Wer steckt wirklich hinter der rätselhaften Entführung und wer war einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Uma Thurman spielt die Mutter des Entführten, die einflussreiche PR-Beraterin Katherine Newman. Apple TV+ Bild in Detailansicht öffnen

Gesellschaftskritik trifft Medienspektakel

Die Kamera begleitet nacheinander die Menschen, die man bald als die Hauptverdächtigen identifiziert — allesamt Briten: Aadesh ist arbeitsloser Computerfachmann, der im Teppichladen seines Schwiegervaters aushelfen muss, Tara unterrichtet Psychologie in Oxford, für Natalie ist es der Morgen ihrer Hochzeit, sie wird später buchstäblich auf dem Weg zum Traualtar verhaftet. Ein weiterer Verdächtiger bleibt flüchtig.

Uma Thurman zu lange als Randfigur

„Suspicion“ heißt auf deutsch Verdacht. Und die Serie bemüht sich, alle Verdachtsmomente möglichst lange in der Luft zu halten. Das wirkt mit längerer Dauer bemüht, als würde die „Suspicion“ zum Selbstzweck werden. Da hätte es vielleicht geholfen, den eigentlichen Star der Serie mehr in den Mittelpunkt zu rücken: Uma Thurman.

Original bleibt unerreicht

An die politische Dringlichkeit der Vorlage oder an die bislang berühmtesten Übernahmen aus Israel, die psychologische Spannung von „Homeland“ oder an die Dialog-Rafinesse von „In Therapy“, kommt „Suspicion“ nicht heran.

In ihren stärksten Momenten erzählt sie etwas über das gefährliche Spiel mit der öffentlichen Aufmerksamkeit, über radikalen Moralismus auf der einen und die Verantwortungslosigkeit auf der anderen Seite, wenn es um die eigenen Interessen geht. Uma Thurman aber ist großartig. Wenn sie denn mal den Raum hat, es zu zeigen.

Trailer „Suspicion“, ab 4.2. auf Apple TV+

Serie „Thin Ice“ in der ARD Mediathek: Arktische Thrillerserie mit atemberaubenden Bildern

Während die Politik um ein wichtiges Klimaschutzabkommen ringt, wird im arktischen Grönland ein hochrangiger Diplomat entführt. Die Ermittlungen der dänisch-grönländischen Polizei stören mächtige wirtschaftliche und militärische Interessen, viele Spuren weisen nach Russland. Mit dem schwedischen Schauspielstar Lena Endre in der Hauptrolle punktet die Thrillerserie mit atemberaubenden Bildern. Und einem ungewöhnlichen Blick auf die grönländische Gesellschaft und die Rolle der Arktis für die internationale Politik.

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Karsten Umlauf