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In ihrer Rolle als Wiener Tatort Kommissarin Bibi Fellner redet Adele Neuhauser, wie ihr „die Goschn“ gewachsen ist. Und sie findet: Bibi ist ihr ziemlich ähnlich. Diese Kombination aus Humor und Verzweiflung, die Bibi verkörpert, entspreche ihrer eigenen „übertriebenen dramatischen Ader“, so Neuhauser in der Reihe SWR2-Zeitgenossen. Das sind wahrscheinlich die griechischen Anteile in mir, vermutet die 60-jährige.

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Das Griechische und Österreichische, passt das zusammen?

Neuhauser ist Tochter eines griechischen Vaters und einer österreichischen Mutter, geboren in Athen. „Früher, als junges Mädchen, hatte ich das Gefühl, das verträgt sich gar nicht – ich bin mehr Griechin, als ich je Österreicherin werden kann“, sagt Adele Neuhauser in SWR2. Als sie im Alter von 20 Jahren ans Theater nach Deutschland gegangen sei, habe sie dann festgestellt „dass ich mehr Österreicherin bin, als ich gedacht habe - und das auch mit großer Freude.“

Rechtspopulismus: Nicht jammern, sondern handeln

Den Rechtspopulismus sieht die Schauspielerin als generelles Phänomen der Zeit. Die AfD in Deutschland vertrete Menschengruppen, die vergessen, übergangen worden seien. Da habe ein extremer Rechtsruck stattgefunden. Dennoch habe es keinen Sinn zu jammern. „Ich mag mich nicht mehr extrem darüber aufregen. Ich glaube, je mehr man bekrittelt, dass es so viel seltsames Gedankengut gibt, umso mehr Raum gibt man diesen Menschen. Man muss jetzt die positive Lebensvariante zeigen – es konstruktiv angehen.“

Schauspielerei als Flucht aus dem eigenen Ich

In ihrer Autobiographie „Ich war mein größter Feind“ schildert Adele Neuhauser ihren Lebensweg und beschreibt, warum sie sich immer wieder auch schwergetan hat mit diesem Leben. Die Schauspielerei habe ihr geholfen, Distanz zur eigenen Person zu schaffen und „mich auszuhalten“. Schauspielerei habe ihr geholfen, von der Angst loszukommen, die sie vor sich selbst gehabt habe: „Da war das Hineintauchen in einen anderen Charakter lebensnotwendig und lebensrettend“, so Neuhauser. Ihre Fähigkeit, andere zum Lachen zu bringen, habe ihr auf der Bühne schließlich ein gutes Gefühl gegeben: „Ich werde auf eine gewisse Art und Weise geliebt.“

Zeitgenossen Norbert Gstrein, Schriftsteller

Der Tiroler Schriftsteller Norbert Gstrein spricht nicht nur über sein aktuelles vielgelobtes Werk „Als ich jung war“ und worauf es ihm ankommt in der Literatur, sondern auch über eine Kindheit in den Bergen und warum er kein Mathematiker werden wollte.  mehr...

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Zeitgenossen Hubert Wolf, Theologe, im Gespräch

Hubert Wolf, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Münster, hat kürzlich ein neues Buch veröffentlicht, in dem er sich intensiv mit dem Zölibat beschäftigt. Einmal mehr belegt Wolf, dass das, was in der Kirche als unumstößlich scheint, ein Produkt des 19. Jahrhunderts ist. In der Kirchengeschichte gab es immer mehr Spielräume, als die heutige Amtskirche den Menschen glauben machen möchte.  mehr...

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