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Vor dreieinhalb Jahre erschoss ein mutmaßlich rechtsextremer Jugendlicher in München neun Menschen. Lange war nicht klar, ob es sich um einen Einzeltäter oder mehrere Attentäter handelte. Mit einem ähnlichen Fall haben es am Sonntag, den 26. Januar die Tatort-Münchner Kommissare Batic und Leitmayr zu tun.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
8:07 Uhr
Sender
SWR2

Mord im Bus

In einem Münchener Stadtbus wird ein Fahrkartenkontrolleur erschossen, der Täter flieht. Das ist die unklare Lage, mit der die beiden Münchener Tatort-Routiniers Batic und Leitmayr konfrontiert sind.

Film Tatort München: „Unklare Lage“ von Pia Strietmeier

Tatort München: Unklare Lage (Foto: Pressestelle, br-foto)
Bei einer Fahrkartenkontrolle in einem Bus fallen mitten am Tag mehrere tödliche Schüsse. Pressestelle br-foto Bild in Detailansicht öffnen
Der Täter, ein junger Münchner, kann zwar fliehen, wird aber später vom SEK gestellt und erschossen. Pressestelle br-foto Bild in Detailansicht öffnen
Im Rucksack des Täters finden Kriminalhauptkomissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) und sein Partner Franz Leitmayr (Udo Wachtlveitl) Munition und ein Funkgerät, das auf einen weiteren Täter hindeutet. Pressestelle br-foto Bild in Detailansicht öffnen
Doch es kommen Zweifel auf, ob es diesen zweiten Täter überhaupt gibt. Pressestelle br-foto Bild in Detailansicht öffnen
Die Medien berichten und auf den sozialen Plattformen verbreiten sich schnell Gerüchte. Die Bevölkerung ist verängstigt. Pressestelle br-foto Bild in Detailansicht öffnen
Es kommt zu einer Hetzjagd durch München, bei der die Polizei versucht, die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Pressestelle br-foto Bild in Detailansicht öffnen
Tatort „Unklare Lage“. Regie: führte Pia Strietmeier. Pressestelle br-foto Bild in Detailansicht öffnen

Fahndung nach einem möglichen Komplizen

Als der Täter gestellt und erschossen wird, finden die Polizisten bei ihm ein Funkgerät. Batic und Leitmeyer sind sich sicher: er war nicht allein. Die Fahndung nach einem möglichen Komplizen läuft fieberhaft.

Der Tatort erzeugt geschickt ein Gefühl von Panik

Geschickt transportiert der Tatort die allgemeine Verunsicherung in wackelige Bilder – schnelle Kameraschwenks, Unschärfen, der Sound von Telefonen, Straßenverkehr, überfüllte Rolltreppen. All dies erzeugt ein Gefühl von Hetze und Druck, dem man sich kaum entziehen kann.

Tatort München: Unklare Lage (Foto: Pressestelle, br-foto)
Der Täter, ein junger Münchner, kann zwar fliehen, wird aber später vom SEK gestellt und erschossen. Pressestelle br-foto


Erinnerung an realen Anschlag

Die Ermittler wollen vor allem eine ähnliche Hysterie wie bei dem Anschlag am Olympiaeinkaufszentrum verhindern, müssen aber die Öffentlichkeit einbeziehen, um überhaupt Informationen über den oder die Täter zu bekommen.

Bombenbauanleitung aus dem Internet

Irgendwann weiß man: der junge Mann hat sich eine Anleitung für eine Bombe aus dem Internet heruntergeladen und er hatte einen Bruder, der seit dem Morgen spurlos verschwunden ist.

Polizei unter Druck

Was diesen Tatort so faszinierend und zugleich beunruhigend macht, ist die Verletzlichkeit des öffentlichen Lebens einerseits, aber mindestens genauso die gefährdete Balance zwischen der allgemeinen Sicherheit und einem Polizeiapparat, der unter immensem Druck steht.

Ungewöhnlicher und spannender Tatort

Batic und Leitmeyer erinnern dabei mehr und mehr an zwei alte Hasen, die einem Igel hinterherhecheln, von dem sie gar nicht wissen, ob es ihn überhaupt gibt.

Tatort München: Unklare Lage (Foto: Pressestelle, br-foto)
Regie führte Pia Strietmeier. Pressestelle br-foto

Regisseurin Pia Strietmann hat bei ihrem Tatort-Debüt einen zugleich ziemlich ungewöhnlichenund spannenden Film gedreht.

Emotionalisierte Öffentlichkeit

Ein Film über Polizei- und Ermittlungsarbeit angesichts einer hoch emotionalisierten Öffentlichkeit, die nicht mehr nur durch klassische Medien hergestellt wird, sondern auch durch Privathandys und soziale Medien.

Polizei als Feuerwehr

Weil die zumindest in den Köpfen wie Brandbeschleuniger wirken, ist es möglicherweise doch der erste Tatort, bei dem die Polizei als Feuerwehr unterwegs ist.

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