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Keiner der 18 Wettbewerbsfilme eröffnete das Festival, sondern ein Film, der außer Konkurrenz in der Berlinale Special Reihe läuft: „My Salinger Year“ von Philippe Falardeau mit Jungstar Margaret Qualley und Sigourney Weaver. Der Film zeichnet ein nostalgisches Porträt des New Yorker Literaturbetriebs kurz vor dem Umbruch zur Digitalisierung. Ein passender Eröffnungsfilm mit ein bisschen Hollywood-Glamour auf dem roten Teppich der Berlinale.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Literarischer Hausgott J. D. Salinger

Die junge Joanna fängt als Assistentin in einer renomierten New Yorker Literaturagentur an. Ein seltsam altmodischer Ort, der Mitte der 90er Jahre wie aus der Zeit gefallen wirkt.

Filmfestival „My Salinger Year“ eröffnet die 70. Berlinale

My Salinger Year (Foto: Pressestelle, Berlinale)
Der Eröffnungsfilm der Berlinale 2020 ist eine kanadisch-irische Produktion mit Sigourney Weaver als Literaturagentin von Kultautor J.D. Salinger. New York in den 90er Jahren: Joanna (Margaret Qualley) ist Literaturstudentin und möchte Schriftstellerin werden. Pressestelle Berlinale Bild in Detailansicht öffnen
Die altmodisch-sture Literaturagentin Margaret (Sigourney Weaver) stellt Joanna als ihre Assistentin ein. Pressestelle Berlinale Bild in Detailansicht öffnen
Joanna soll die Fanpost von Kultautor J.D. Salinger beantworten, um den sich in der Agentur von Margaret alles dreht. Pressestelle Berlinale Bild in Detailansicht öffnen
Privat distanziert sich Joanna langsam immer mehr von ihrem Freund, dafür nähert sie sich immer mehr dem in die Jahre gekommenen J.D. Salinger an... Pressestelle Berlinale Bild in Detailansicht öffnen
Der Film von Reigsseur Philippe Falardeau basiert auf der gleichnamigen Biografie von Joanna Smith Rakoff, die in Deutschland unter dem Titel „Lieber Mr. Salinger“ erschien. Pressestelle Berlinale Bild in Detailansicht öffnen

Computer sind Schnickschnack

Computer hält die strenge Chefin für Schnickschnack, das Internet für einen vorübergehenden Trend. In der Agentur wird noch immer auf Schreibmaschinen getippt. Das geschriebene Wort behandelt man mit heiligem Ernst. Die Autoren, die man vertritt, werden verehrt, allen voran der Hausgott, der 76-jährige J.D.Salinger.

Keine Belästigung des Autors

Eine von Joannas Aufgaben ist es, Salingers Fanpost zu beantworten. Insgeheim arbeitet Joanna aber natürlich an ihren eigenen Gedichten und hofft auf den Durchbruch als Autorin.

Romanvorlage von Joanna Rakoff

„My Salinger Year“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Joanna Rakoff, in dem sie von ihrer Zeit in einer Literaturagentur erzählt. Obwohl der berühmte Autor Salinger schon lange nichts mehr veröffentlicht hat, bekommt er noch jede Menge Briefe.

Sigourney Weaver überzeugt als toughe Agenturchefin

Im Film treten sie mit Joanna in einen inneren Monolog und werden mehr und mehr Teil ihres Lebens. Margaret Qualley spielt Joanna mit einem anrührenden inneren Strahlen. Und auch ihr Gegenpart ist mit der toughen Sigourney Weaver  als mondäne technikhassende Agenturchefin großartig besetzt.

Nostalgisches Porträt des New Yorker Literaturbetriebs

Philippe Falardeaus Film zeichnet ein nostalgisches Porträt des New Yorker Literaturbetriebs kurz vor dem Umbruch der Digitalisierung. Durch die Ansiedlung der Handlung in einer Agentur geht es immer wieder um die Schnittstelle von Geschäft und Kunst.

„My Salinger Year“ ist noch kein künstlerischer Neuanfang

Das macht „My Salinger Year“ zu einem passenden Eröffnungsfilm der Berlinale, die sich als Festival natürlich ebenfalls auf dem Grat zwischen Kunst und Kommerz bewegen muss. Ein mutiges Statement für einen künstlerischen Aufbruch der neuen Berlinale-Leitung ist „My Salinger Year“ allerdings nicht. Dazu ist er dann doch zu gefällig.

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