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„The New Pope“ ist die Fortsetzung der Sky-Serie „The Young Pope“ aus dem Jahr 2016 vom italienischen Regisseur Paolo Sorrentino. Neu an der Seite von Jude Law als Papst Pius XIII. ist John Malkovich in der Rolle des britischen Aristokraten Sir John Brannox. Der wird zum neuen Papst ernannt, als Papst Pius XIII. ins Koma fällt. In den besten Momenten ist „The New Pope“ eine gelungene Mischung aus Kirchensatire und Religionsphilosophie.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Beginn mit leichtbekleideten Klosterschülerinnen

Eine Gruppe weiß bis kaum bekleideter Klosterschülerinnen tanzt lasziv um ein neonleuchtendes großes Kreuz. So beginnt jede Folge der Serie „The New Pope“. Keine Eminenzen oder Kardinäle. Stattdessen ein Verweis, dass Frauen in diesen heiligen Hallen immer noch nur im Dunkeln wirken dürfen, und sich Religion und Libido auf dem Kreuzweg des Herrn durchaus in die Quere kommen können.

Serie „The new pope“ von Paolo Sorrentino

Filmstill: The New Pope (Foto: Pressestelle, Sky)
Papst Pius XIII (Jude Law) ist ein charismatischer Papst, der von den Anhängern der Kirche frenetisch umjubelt wird. Pressestelle Sky Bild in Detailansicht öffnen
Als er ins Koma fällt, stürzt das die katholische Kirche in eine tiefe Krise. Pressestelle Sky Bild in Detailansicht öffnen
Unter zwielichtigen Umständen nutzt der Sekretär des Vatikanstaates, Voiello (Silvio Orlando), die Gunst der Stunde um einen Kandidaten seiner Wahl auf dem Papststuhl zu platzieren. Pressestelle Sky Bild in Detailansicht öffnen
Der britische Aristokrat Sir John Brannox (John Malkovich) wird Papst Johannes Paul III. Pressestelle Sky Bild in Detailansicht öffnen
Obwohl Johannes Paul III. zunächst der perfekte Papst zu sein scheint, verbirgt er einige Geheimnisse. Pressestelle Sky Bild in Detailansicht öffnen
Die Gläubigen verehren währenddessen immernoch Pius XIII., der zwischen Leben und Tod schwebt, wie einen Heiligen. Pressestelle Sky Bild in Detailansicht öffnen
Die Grabenkämpfe der religiösen Fundamentalisten verschärfen sich, als Pius XIII. plötzlich aus dem Koma erwacht. Pressestelle Sky Bild in Detailansicht öffnen
Die Kirche gerät durch weitere Skandale immer weiter in die Krise. Im Vatikan ist nichts, wie es scheint. Pressestelle Sky Bild in Detailansicht öffnen

Drehverbot im Vatikan - Nachbau der Sixtinischen Kapelle

Weil im Vatikan nicht gedreht werden darf, wurden die Innenräume bis hin zur Sixtinischen Kapelle für die Serie wieder mit sehr großem Aufwand nachgebaut.

Dunkle Finanzgeschäfte und politische Intrigen

Es blühen dunkle Finanzgeschäfte, politische Intrigen sind an der Tagesordnung, aber die Kirche schwächelt. Der junge Papst Pius der XIII. liegt im Koma, das Bewusstsein angeblich unwiderbringlich verloren.

Filmstill: The New Pope (Foto: Pressestelle, Sky)
Der britische Aristokrat Sir John Brannox (John Malkovich) wird Papst Johannes Paul III. Pressestelle Sky

Glanzrolle für John Malkovich

Die Kurie ist buchstäblich kopflos, bis der englische Aristokrat John Brannox als Nachfolger ausgeguckt wird. Die Rolle ist John Malkovich auf den Leib geschrieben, er spielt ihn mit gestutztem weißen Bart und geschminkten Augenbrauen.

Regisseur Sorrentino begegnet der Kirche mit Kritik und Ironie

Zwei Päpste, Diskussionen über gleichgeschlechtliche Heirat, den richtigen Umgang mit Missbrauchsskandalen, eine mehr oder weniger diffuse islamistische Bedrohung – Regisseur Paolo Sorrentino ist sehr nah am Puls der Gegenwartskirche und begegnet ihr mit beißender Ironie.

Filmstill: The New Pope (Foto: Pressestelle, Sky)
Die Gläubigen verehren währenddessen immernoch Pius XIII, der zwischen Leben und Tod schwebt, wie einen Heiligen. Pressestelle Sky

Papsttum als Maschinerie aus Theatralik und Populismus

Sorrentino entlarvt das Papsttum als Maschinerie aus Theatralik und der generalstabsmäßigen Suche nach Popularität. Andererseits verleiht der Regisseur mit opulenten Szenen dem Papsttum eine Bildmacht, nach der die Kirche immer wieder strebt.ihm aber mit

Serie lebt von geschickter Erzählweise

„The New Pope“ zeichnet sich durch seine bemerkenswert ökonomische Erzählweise aus, die vieles erst langsam enthüllt oder in traumhaft surrealen Szenen auch verrätselt. In den besten Momenten ein gelungener Hybrid aus Kirchensatire und Religionsphilosophie. Nur manchmal wird man das Gefühl nicht los, dass die Serie etwas zu verliebt in ihre eigenen Bilder ist.

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