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Mit dem Stuttgarter „Stau“-Tatort hat der Regisseur Dietrich Brüggemann vor vier Jahren voll ins Schwarze getroffen. Nun lässt er die Kommissare Lannert und Bootz in einem ganz besonderen sozialen Biotop zwischen Gruppentherapie und absurdem Theater recherchieren: Das alternative Wohnprojekt „Oase Ostfildern“ vor den Toren der Stadt findet bei Sanierungsarbeiten eine Leiche.

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Endlose Diskussionen in der modernen Kommune

Neun Erwachsene, drei Kinder und der Wunsch, nicht in der gängigen Mehrfamilienhaus-Anonymität zu verschwinden. Das ist die Wohngruppe „Oase Ostfildern“. Zusammenleben wird ganz groß geschrieben und dementsprechend oft und ausdauernd wird auch diskutiert.

Tatort Stuttgart: Das ist unser Haus von Regisseur Dietrich Brüggemann (Foto: ard-foto s2-intern/extern, SWR / Benoit Linder)
Vor vier Wochen sind die Mitglieder der Baugemeinschaft Oase Ostfildern in ihre Wohngemeinschaft gezogen. ard-foto s2-intern/extern SWR / Benoit Linder Bild in Detailansicht öffnen
Als wegen Abdichtungsarbeiten am Fundament gebaggert wird, tritt eine nicht identifizierbare Frauenleiche zum Vorschein. ard-foto s2-intern/extern SWR / Benoit Linder Bild in Detailansicht öffnen
Ulrike (Christiane Rösinger), die in der Wohngemeinschaft die Muterrolle inne hat, ergreift Verantwortung und ruft die Komissare Bootz (Felix Klare) und Lannert (Richy Müller) auf die Baustelle. ard-foto s2-intern/extern SWR / Benoit Linder Bild in Detailansicht öffnen
Doch die Befragungen in der Oase Ostfildern werden für Lannert und Bootz alles andere als einfach. ard-foto s2-intern/extern SWR / Benoit Linder Bild in Detailansicht öffnen
Die Wohngemeinschaft lebt den idealistischen Traum vom gemeinsamen Wohnen. Als sich herausstellt, dass es sich bei der Toten um eine ehemalige Bewerberin handelt, kommt es zu Konflikten. ard-foto s2-intern/extern SWR / Benoit Linder Bild in Detailansicht öffnen
Ein Teil der Gruppe macht einen eigenen Verdächtigen (Heinz Rudolf Kunze) außerhalb des Hauses aus, der sich einst erfolgloss um einen Platz in der Wohngemeinschaft bewarb. ard-foto s2-intern/extern SWR / Benoit Linder Bild in Detailansicht öffnen
Die Kommissare sind jedoch nicht bereit, sich von Bauchgefühl beeinflussen zu lassen. Ihnen gibt zu denken, dass ausgerechnet die vermisste Bewerberin unter einigen der Bewohner*innen für Aufregung gesorgt hatte. ard-foto s2-intern/extern SWR / Benoit Linder Bild in Detailansicht öffnen

Leiche im Keller

Das Problem: Kurz nach dem Einzug ist der Keller undicht. Die Straße wird aufgebuddelt, dabei kommt eine Leiche zum Vorschein. Abgelegt wurde sie wahrscheinlich in der Bauphase, aber um wen es sich handelt, lässt sich bei dem verwesten Zustand gar nicht so leicht feststellen. Dass hier ein Mordfall gelöst werden soll, ist für Autor und Regisseur Dietrich Brüggemann im Grunde nur Aufhänger für eine Milieu- und Sozialstudie, die immer komischer wird, je länger der Film dauert.

Luftiger Tatort

Auch wenn man sich ein bisschen eingrooven muss, ist „Das ist unser Haus“ insgesamt ein sehr lustiger, luftiger Tatort, der seine demokratische Kernfrage ernst nimmt: Wie wollen und wie können wir zusammen leben, bei allen Schräg- und Merkwürdigkeiten, die jede Einzelne und jeden Einzelnen ausmachen? Es zu versuchen ist lächerlich und möglicherweise doch lohnenswert.

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