Film

„Invisible Demons" – Hypnotisierende Doku über Umwelt-Horror in Neu-Dehli von Rahul Jains

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AUTOR/IN
Rüdiger Suchsland

Indiens Hauptstadt New Dehli ist mit mehr als 30 Millionen Einwohnern einer der größten Megastädte der Welt. Der indische Regisseur Rahul Jain kommt aus dieser Stadt. In seinem Dokumentarfilm „Invisible Demons" zeigt er den Umwelt-Horror, den ihre Berwohner*innen alltäglich ertragen müssen: Temperaturen bis zu 49 Grad Celsius, Smog, Gift, Müll. Diejenigen, die es sich leisten können, leben nur noch in klimatisierten Innenräumen. Kinostart am 3. November.

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Mehr Horror-Film als klassische Dokumentation

Rahul Jain zeigt eine Welt, in der Kinder auf Mülldeponien leben und heilige Kühe Plastik fressen. Die Bilder des Films scheinen nicht mehr von dieser Welt zu sein. „Invisible Demons", „Unsichtbare Dämonen" - schon dieser Titel verweist darauf, dass man es hier nicht mit einem klassischen Dokumentarfilm zu tun hat, sondern mit einer mythischen Erzählung, mit einem Umwelt-Horror-Film.

 

Filmstill (Foto: © GMfilms Michael Höfner)
New-Delhi, die Stadt mit der weltweit schlimmsten Umweltverschmutzung, hat rund 30 Millionen Einwohner. Mehr als 1,7 Million Menschen starben in Indien im Jahr 2019 durch Luftverschmutzung. © GMfilms Michael Höfner Bild in Detailansicht öffnen
Der Klimawandel hat die Jahreszeiten und die Regelmäßigkeit der Monsune radikal beeinflusst. © GMfilms Michael Höfner Bild in Detailansicht öffnen
Mit fast 30 Millionen Einwohnern verfügt die Stadt über die öffentliche Infrastruktur einer europäischen Kleinstadt. Rahul Jain, der Autor dieses Films, fängt die dramatischen Folgen von Indiens wachsender Wirtschaft in atemberaubenden Bildern ein. © GMfilms Michael Höfner Bild in Detailansicht öffnen
Überschwemmungen im Monsun in Indien sind unvorhersehbar und unregelmäßig geworden. © GMfilms Michael Höfner Bild in Detailansicht öffnen
In der dunklen Zeit des Jahres werden in Delhi die Statuen des Bösen verbrannt. © GMfilms Michael Höfner Bild in Detailansicht öffnen
Atemwegsbehandlungen sollen die Auswirkungen der Luftverschmutzung bekämpfen. © GMfilms Michael Höfner Bild in Detailansicht öffnen

Hypnotisierende Bilder eines Fallbeispiels der globalen Katatrophe

"Invisible Demons" zeigt viele solche faszinierenden Bilder. Die Kameraführung ist hypnotisierend und entfaltet einen halluzinatorischen Sog. Delhi ist das Fallbeispiel der globalen Katatrophe. Regisseur Rahul Jain erzählt aus dem Off, interviewt Einheimische und folgt Aktivisten, die eine sich verändernde Landschaft und Umwelt dokumentieren. Er zeit auch mit scharfem Auge, woher das alles kommt. Der Regisseur wurde 1991 geboren, und erlebte bereits als Kind, wie sich Indien für den freien Markt öffnete, und das bis dahin geordnete Leben bald in Chaos mündete.

Handeln angesichts der Apokalypse scheint fast schon aussichtslos

Dies ist aber keinesfalls ein Film mit einer Botschaft, außer jener, die in den Bildern liegt. Er fordert nicht zum Handeln auf, im Gegenteil erscheint das Handeln angesichts der Umstände fast schon aussichtslos. Dies ist ein Film über eine Welt, in der die Umweltkatastrophe nicht irgendwann in der Zukunft stattfinden wird. Sie ereignet sich jetzt. Ein Horrorfilm, wie gesagt: Apokalypse jetzt.

Trailer „Invisible Demons“

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Rüdiger Suchsland