Star Wars - Die letzten Jedi Luke Skywalker mit langem Bart

Kulturthema am 14.12.2017 von Rüdiger Suchsland

"Star Wars: Die letzten Jedi" ist Episode 8 des berühmten Filmepos. Zur Darstellerriege gehören alte Bekannte wie Mark Hamill als Luke Skywalker und die 2016 verstorbene Carrie Fisher als Prinzessin Leia Organa. Spannung kommt keine auf. Zu groß war die Angst der Macher, die langjährigen Fans zu enttäuschen.

Laserschwert-Kämpfe, X-Flügel-Jäger, zerberstende Raumschiffe und Dialoge, die bedeutungsvoll von "der Macht" raunen - und natürlich die längst klassisch gewordenen Musikthemen von John Williams: Auch der neueste "Star Wars"-Film bietet alles, was zur Standardausstattung dieses Kino-Epos gehört.

Bedürfnisse der Nostalgiker

"Die letzten Jedi" knüpft direkt an die Geschichte von "Das Erwachen der Macht" an. Der Film versucht die Bedürfnisse der Nostalgiker, der Lucas-Jünger seit 1977, mit den Seherfahrungen einer neuen Generation zu verbinden. Härtere Bilder, schnelleres Erzählen und knalligere Effekte sind gefragt.

Erzählstränge auf mehreren Ebenen

Weiter handelt die Story vom ewigen Kampf zwischen dem totalitären "Imperium", das sich nunmehr "First Order" nennt, und den Rebellen, deren kurzzeitig errichtete Republik längst wieder zerbrochen ist. Sie wird auf mehreren Ebenen erzählt: bereits die ersten Szenen zeigen eine gigantische Sternenschlacht, bei der es den Rebellen nur dank eines Kamikaze-Angriffs einer asiatischen Pilotin gelingt, sich zu behaupten.

Kommandiert von Prinzessin Leia Organa sind die Rebellen nun auf der Flucht. Parallel dazu verfolgen wir den Versuch eines zweiten Helden, auf einem Waffenhändlerplaneten einen wichtigen Codeknacker zu finden und mit dessen Hilfe das Überwachungssystem der Bösen auszuschalten.

Das Fluidum des "Star Wars"-Universum

Der dritte Erzählstrang handelt von der eigentlichen Hauptfigur, der jungen Rey, gespielt von Daisy Ridley. Sie pflegt offensichtlich eine besonders innige Beziehung zur "Macht", jenem alle Elemente pantheistisch verbindenden Fluidum des "Star Wars"-Universums. Im Auftrag der Rebellen hat sie Luke Skywalker ausfindig gemacht. Die Älteren erinnern sich: er war die Messias-Figur der ersten drei "Star Wars"-Teile.

Luke Skywalker trägt jetzt Vollbart

Der mittlerweile alt und grau gewordene Luke hat sich einen Vollbart wachsen lassen und auf eine karge Insel in mönchische Einsamkeit zurückgezogen. Zunächst weigert er sich, Rey zur Jedi-Ritterin auszubilden. Als er ihr Talent erkennt, gibt er ihr aber doch ein paar Kurse.

Der vierte Erzählstrang ist der von Ben Solo, dem Sohn von Han und Leia, der im letzten Film zum Vatermörder wurde und ein neuer Darth Vader werden will. Das ist nicht so leicht, denn auch das Gute schlummert noch in irgendeinem Kerker seiner Seele. Daher verschont er diesmal im entscheidenden Moment seine Mutter und hilft auch Rey, als sie schließlich dem Kommandeur der Bösen gegenübersteht.

Technologischer Fetischismus und Eso-Dialoge

So hastet der Film dahin, sampelt all jene parallelen Schauplätze, die selten bis gar nicht zusammengeführt werden. Neue und alte Figuren und Schauspieler aller Hautfarben und Generationen treffen aufeinander: Benicio del Toro hat einen Gastauftritt, Laura Dern ebenfalls. Andy Serkis ist unter der Maske - wie immer - nicht zu erkennen. Dazu kommen technologischer Fetischismus und die bekannten Eso-Dialoge.

Achtung: Musik signalisiert Bedeutung!

Man könnte das alles ironisch nehmen, aber der Jedi-Kult um die "Macht" ist für manche eine bierernste Weltanschauung. Auch die alten, zentralen Musikthemen von John Williams führen das Publikum in andauernde Sicherheit über die Bedeutung der jeweiligen Szene. So belastet die schwere Aufgabe der Erfüllung der vielen, kaum zu vereinbarenden Zuschauerwünsche den Film. Manchmal ächzt er regelrecht unter dieser Last.

So interessant die meisten der Figuren sind - unberechenbar sind sie nie. Allemal wirkt der Film angespannt. Die Pflicht erstickt jede Kür. Es fehlen Leichtigkeit und Entspannung, nicht nur wenn die Handlung unverhohlen einer Opfertod-Bereitschaft der Helden das Wort redet. Es ist mehr Krieg und Pathos als Fantasy.

Dem Film fehlt jede Spannung

Genau genommen fehlt dem Film jede Spannung. Man weiß nicht nur, wie es ausgeht, sondern auch, was auf dem Weg dahin passiert. Nur zwei, drei Überraschungen peppen das letzte Drittel etwas auf.

"Star Wars: Die letzten Jedi" ist ein aseptischer Film, allzu kalkuliert in dem Bemühen, es allen recht zu machen: "Its time for the Jedi to end." Von wegen! Spätestens in zwei Jahren soll Teil neun ins Kino kommen.

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