Kino

„Son of the South“: Ein Ku-Klux-Klan-Enkel in der „heroischen" Zeit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung

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Der Kinofilm„Son of the South“, produziert von Spike Lee, ist eine wahre Geschichte über die US-Bürgerrechtsbewegung Anfang der 1960er-Jahre, geschildert aus der Sicht eines Weißen. Sie basiert auf der Autobiografie der Hauptfigur: Bob Zellner wächst im tiefen Süden des US-Bundesstaats Alabama auf, als Sohn eines methodistischen Pfarrers und als Enkel eines Führers des rassistischen Ku-Klux-Klan. Während in den sechziger Jahren die schwarze Bürgerrechtsbewegung immer mehr Fahrt aufnimmt, muss er sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen will.

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Spike Lee als Produzent

Der von Spike Lee produzierte Film reist zurück in die große, „heroische" Zeit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Nur auf den ersten Blick mag es überraschend und ungewöhnlich wirken, dass hier ein junger Weißer zur Hauptfigur wird, ein junger Mann, der sein rassistisch geprägtes Zuhause verlässt und sich dem Kampf für die Rechte der Schwarzen anschließt.

Konventionelle Hollywood-Dramaturgie funktioniert nur schleppend

Der Film schildert, wie Bob versucht, seine Rolle als Weißer in einer schwarzen Bewegung zu finden. Ein Plot, der nach konventioneller Hollywood-Dramaturgie abläuft und ganz gut funktioniert. Doch vieles schleppt sich auch recht erwartbar und schematisch dahin, inklusive einer bemühten Romanze über Rassengrenzen hinweg. Als ob man nicht auch gegen Rassismus kämpfen könnte, ohne verliebt zu sein. Der Film basiert auf Bob Zellners Memoiren "The Wrong Side of Murder Creek: A White Southerner in the Freedom Movement", die der Aktivist im Jahre 2008 veröffentlicht hat.

Kino „Tides“ von Tim Fehlbaum: Sehenswerte Science-Fiction made in Germany

Die Astronautin Blake kehrt aus einer Weltraumkolonie auf die für unbewohnbar gehaltene Erde zurück. Dort begegnet sie Überlebenden, die im Schlamm eines endlosen Wattenmeers ihr Dasein fristen. Regisseur Tim Fehlbaum inszeniert mit „Tides“ einen Science-Fiction-Film aus Deutschland mit einer starken Haupdarstellerin Nora Arnezeder, die an Sigourney Weavers „Ripley“ in den „Alien“-Filmen erinnert.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film „The Father“: Anthony Hopkins glänzt in seiner Rolle des Demenzdramas

Es ist ein unaufdringlicher und subtiler Film, still und dafür umso eindringlicher. Der französische Regisseur Florian Zeller, der den Stoff bereits 2012 auf die Theaterbühne gebracht hat, erzählt in seinem Spielfilmdebüt die Geschichte eines stolzen, teils störrischem alten Mann, der zusehends seiner Demenz verfällt und nicht begreifen kann, was um ihn herum passiert. Beim Sundance Festival 2020 feierte ,,The Father" seine Premiere, wurde für allerlei Preise nominiert und gewann schließlich bei den Oscars den Preis für das beste adaptierte Drehbuch und Anthony Hopkins nach 1992 für die Rolle des Serienmörders Hannibal Lecter in das ,,Schweigen der Lämmer" im April seinen zweiten Oscar für den besten Hauptdarsteller. Nun kommt der Film in die Kinos.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Dokumentarfilm Jim Rakete über seine Klimawandel-Doku „Now“: Die Furcht vor der Zukunft

„Die jungen Leute können sich einfach keine Zukunft vorstellen auf einem Planeten der von Klimakrisen betroffen ist“, erklärt der Fotograf Jim Rakete im Gespräch mit SWR2. In seinem Dokumentarfilm „Now“ begleitet Rakete Aktivist*innen, die sich bei den Fridays-for-Future-Protesten gegen den Klimawandel engagieren.
Für die ältere Generation stellten die Proteste die Frage, „ob wir als Verursacher dieses Prinzips die Welt so übergeben wollen oder nicht. Es stellt sich auch die moralische Frage: Warum haben wir das gemacht?“
1968 hatte Rakete seine Karriere unter anderem mit Bildern der Studierenden-Proteste begonnen. „Damals ging es nicht um das Überleben, sondern um die Frage, wer wir in der Bundesrepublik eigentlich sein wollten“, erinnert sich Rakete.
Jim Rakete, geboren 1951 in Berlin, ist Fotograf, Fotojournalist, Filmemacher, Autor und Produzent. Er wurde vor allem durch seine Portät-Fotos von Musiker*innen bekannt. „Now“ ist sein erster Dokumentarfilm.  mehr...

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