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Serien auf dem Vormarsch: Neue TV-Produktionen beim Münchener Filmfest

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Karsten Umlauf

Fernsehproduktionen bei einem großen Filmfest in einer tragenden Rolle- in München hat das schon lange Tradition. „Neues deutsches Fernsehen“ heißt die beliebte Programmsektion und in diesem Jahr war sie zur Hälfte mit neuen Serien bestückt. Das lässt auf Binch-watching Hochgenuss hoffen für das kommende Fernsehjahr.

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Netflix Serie „King of Stonks“ mit Matthias Brandt

Gute Satire ist im deutschen Fernsehen leider immer noch Mangelware. Meist entsteht sie da, wo Anspruch und Wirklichkeit meilenweit auseinanderklaffen. Ein Finanzunternehmen, das Onlinegeschäfte abwickelt, sollte zum Beispiel maximal seriös sein. Cable Cash, die Firma, die Matthias Brandt in der Netflix-Serie „King of Stonks“ leitet, ist das nicht. Überraschend böse und schreiend komisch ist diese Serie und hat deswegen völlig zurecht den ersten Bernd Burgemeister-Fernsehpreis für Serien gewonnen.

Filmstill (Foto: Netflix)
„King of Stonks“ gewann beim Filmfest München den diesjährigen zum ersten Mal ausgelobten Bernd Burgemeister Fernsehpreis für Serien. Netflix

Streamingdienste produzieren hochwertige Serien

Streamer wie Netflix oder Amazon hätten ihre Serien wohl am liebsten noch während des Festivals online gestellt. Dagegen konnte man sich in München noch erfolgreich wehren. Dass sich die Streamer als Anbieter von auch hochwertigem und gesellschaftlich relevantem Content etabliert haben, zeigte beispielsweise die Sky-Serie „Munich Games“. Sie dreht sich um den 50. Jahrestag des Olympiaattentats von München und kommt im September heraus.

Filmstill (Foto: Filmfest München)
Die Serie „Lauchhammer“ von MDR, RBB, Degeto und Arte startet Ende 2022. Filmfest München

Öffentlich-rechtliche Sender stärken ihre Mediatheken

Weniger Fernsehfilm, mehr Serie. Dem veränderten Nutzerverhalten tragen auch die öffentlich rechtlichen Sender Rechnung. Sie bestücken Mediatheken, schmieden Produktionsbündnisse. MDR, RBB, Degeto und Arte bringen zum Beispiel Ende des Jahres die Serie „Lauchhammer“ heraus, einen Krimi mit fantastischen, fast surreal flirrenden Aufnahmen aus der Lausitz. Das Münchener Filmfest hat gezeigt: die Gewichte haben sich definitiv verschoben.

Die vermehrte Nachfrage schürt auch die Konkurrenz um neue Talente: Gute Drehbücher, Darsteller:innen, Regie, Kamerateams sind begehrt. Wie „neu“ das deutsche Fernsehen in Zukunft aussieht, das liegt vor allen Dingen an ihnen und ihrem Terminplan.

Was geht - was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur. Globalisierung auf dem Filmmarkt: Wo bleibt Deutschland?

Der Filmmarkt ist heute globaler denn je. Schon längst produziert selbst Hollywood viel mehr für die Welt als für den amerikanischen Markt. Wir gehen der Frage nach, wie sich Deutschland in diesem Spiel positioniert. Filmkritiker Wolfgang M. Schmidt erklärt, wie sich die globale Filmlandschaft in den letzten Jahren gewandelt hat. Christoph Müller von Constantin-Film und Fabian Gasmia von Seven Elephants schildern wie sich deutsche Produzenten darauf einstellen.

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Redaktion: Max Knieriemen und Jan Tussing  mehr...

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