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Junge Jüdinnen und Juden wollen keinesfalls auf ihr Judesein reduziert werden, das ist die Erfahrung, die der Filmemacher Jan Tenhaven gemacht hat. Er hat für das ZDF einen Doku über junge Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland gedreht: „Jung.Jüdisch.Deutsch.“

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Selbstbewusstsein der jungen Generation

Es sei doch eine sehr gute Erfahrung für Tenhaven gewesen, zu sehen, mit welchem Selbstbewusstsein die junge Generation Jüdin und Jude sei. „Wir haben die Leute auch erstmal eingeführt haben als Sportler, als jemand, der gerne kocht, als Mädchen, das gerne Ballet macht. Und erst im zweiten Schritt haben sie über Religion gesprochen und erst im dritten Schritt dann über Antisemitismus.“

Film „Hey, ich bin Jude!“ von Jan Tenhaven

"Hey ich bin Jude" von Jan Tenhaven (Foto: Pressestelle, Jan Tenhaven)
Was bedeutet es, der einzige Jude oder die einzige Jüdin auf der ganzen Schule zu sein? Pressestelle Jan Tenhaven Bild in Detailansicht öffnen
Wie fühlt es sich an, sich mit Klischees oder Stereotypen rumschlagen zu müssen? Pressestelle Jan Tenhaven Bild in Detailansicht öffnen
Jan Terhaven liefert mit „Hey, ich bin Jude!“ einen Film über den Alltag jüdischer Jugendlicher in Deutschland zwischen Sportplatz und Synagoge, Thora und Instagram, Schabbat und Party. Pressestelle Lidia Tirri Bild in Detailansicht öffnen
Der Film zeigt, dass es ein lebendiges, junges jüdischen Leben in Deutschland gibt, egal wie unterschiedlich die Jugendlichen auch sein mögen. Pressestelle Jan Tenhaven Bild in Detailansicht öffnen
Sie alle eint, dass sie nicht nur als „Museumsstück“ (Roman, 19) wahrgenommen werden wollen, sondern als aktive junge Menschen, die im Hier und Jetzt leben. Pressestelle Jan Tenhaven Bild in Detailansicht öffnen
Die Dokumentation verzichtet auf einen Kommentar und besteht ausschließlich aus einfühlsamen Gesprächen mit jüdischen Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren, die der Filmemacher Jan Tenhaven geführt hat. Pressestelle Lidia Tirri Bild in Detailansicht öffnen
Ergänzt werden diese Gespräche von nüchternen Protokollen antisemitischer Vorfälle, vorgelesen von Iris Berben. Pressestelle Katharina Meirich Bild in Detailansicht öffnen

Kippa und Davidstern nicht überall erwünscht

Allerdings wüssten sie auch sehr genau, in welchen Stadtteilen oder zu welchen Gelegenheiten sie Kippa oder Davidsternkette tragen besser unterlassen. Das sei eben doch leider immer noch eine traurige Selbstverständlichkeit, so Jan Tenhaven in SWR2.

Gespräch Fragen und berühren: Mirjam Wenzel über die Wiedereröffnung des Jüdischen Museums in Frankfurt

Es sei ein wunderbares Gefühl, das neu sanierte und um einen Neubau ergänzte Jüdische Museum in Frankfurt wiedereröffnen zu können, sagt Direktorin Mirjam Wenzel in SWR2. Sie sei „glücklich und auch ein wenig stolz“. Die neu konzipierte Dauerausstellung des Museums wolle eng an Fragen der Gegenwart anknüpfen. „Es ist ein Museum, das Geschichte in Form von Geschichten erzählt, mit einer Pluralität der Stimmen“, so Wenzel, „aber immer von der Frage-Perspektive der Gegenwart her.“ Berühren wolle die Ausstellung im wörtlichen Sinne. Besucherinnen und Besucher könnten sich mit den Geschichten beispielsweise von Frankfurter Jüdinnen und Juden während der Zeit des Nationalsozialismus direkt auseinandersetzen. Beispielsweise werde das Schicksal von Martha Wertheimer, die zahlreiche jüdische Kinder aus Deutschland gerettet hatte, anhand eines Animationsfilms erzählt. Mirjam Wenzel ist seit 2016 Direktorin des Museums, das erstmals 1988 in Frankfurt eröffnet und zuletzt in fünfjähriger Bauzeit saniert und mit neuen Ausstellungskonzepten versehen worden ist.  mehr...

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Gespräch Ein Jahr nach dem antisemitischen Anschlag von Halle: „Die Politik schützt jüdische Gemeinden zu wenig“

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SWR2 Leben Türkischer Muslim kämpft gegen Judenhass

Dervis Hizarci, türkischer Muslim, spielt im jüdischen Fussballclub Makkabi Berlin und kämpft gegen die Angst gegenüber Moslems und Juden. Von Igal Avidan.  mehr...

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