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Robert Pattinson als Batman: So herausragend wie humorfrei in der düstersten aller Batman-Verfilmungen

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Der neue Batman Film von Matt Reeves kommt als der düsterste aller Batman Filme daher. Mit Robert Pattinson in der Titelrolle und Zoe Kravitz als gleichberechtigter Catwoman. Kein bisschen Ironie, kein bisschen Verspieltheit, und keine Tabubrüche. Erinnert man sich an Tim Burton zurück, kommt schon etwas Wehmut auf.

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Batman-Filme sind immer Dialoge mit der Filmgeschichte

Batman, einer der populärsten Superhelden der Filmgeschichte ist immer mehreres auf einmal gewesen: ein Ordnungshüter, ein merkwürdig verschrobener Einzelgänger, ein technik-verspielter Millionär, ein Gerechtigkeitsfanatiker. Batman-Geschichten handeln immer vom Zusammenprall von Gut und Böse, und zwar in einer klassisch modernen Großstadt: Gotham City ist eine Kreuzung aus dem New York der 1940er-Jahre, dem Chicago der 1920er, und der futuristischen Science-Fiction Stadt Metropolis, die einst Fritz Lang fürs Kino erfand.

Filmstill (Foto: Warner Bros)
Robert Pattinson interpretiert seine Titelrolle ganz anders als seine Vorgänger. Warner Bros

Hervorragende Inszenierung von Matt Reeves

In diesem Fall steht ganz klar Batman als Rächer im Zentrum. Und die Großstadt ist in erster Linie eine Gangster-Metropole. Matt Reeves inszenierte "Batman" hervorragend, er zeigt harte, düstere, grobkörnige Bilder, die sehr klassisch wirken, wie aus einem Film-Noir. Die Schauspieler sind ausgezeichnet, allen voran Robert Pattinson, der seine Titelrolle als Batman kein bisschen glamourös spielt, sondern als ein Getriebener, körperlich wie seelisch vernarbt.

Filmstill (Foto: Warner Bros)
Zoe Kravitz (Selina Kyle): ihre Catwomen ist eine empowerte, selbstbewusste Frau. Warner Bros

Catwoman ist Batman ebenbürtig

Zoe Kravitz als Catwoman zeigt etwas völlig Neues: Eine empowerte, selbstbewusste Frau, die einerseits auch als Femme fatale mit ihren Reizen spielt – der auch sexuell aufgeladene Fetischismus enger Lederklamotten ist von beiden Figuren nicht zu trennen – die andererseits doch auch ähnlich wie ihr männliches Pendant auf persönlich motivierter Rache-Mission ist.

Am Anfang steht Batman allein. Und er hat es mit einer seltsamen Mordserie an Politikern und Spitzenbeamten zu tun, als deren Urheber sich sehr schnell ein Unbekannter entpuppt, der sich „The Riddler“ nennt, also ein Rätselsteller, der an seinem Tatort immer eine Rätselaufgabe zurücklässt, die auf die nächste Tat verweist. So weit, so ausgezeichnet, so spannend, so zeitgemäß.

Der düsterste aller Batman-Filme

Als Verfilmung der Graphic Novels betrachtet, schlägt sich Matt Reeves Verfilmung allerdings ganz klar auf eine ganz bestimmte Seite der Möglichkeiten der Batman-Figur. Er ist keiner, mit dem man sich leicht identifizieren kann oder auch nur möchte, sondern er ist ein Außenseiter, selbst ein scheuer Soziopath.

Als Film ist dies der düsterste aller Batman-Filme, und vor allem todernst gemeint. Kein bisschen Ironie, kein bisschen Verspieltheit, keine Tabubrüche und Überschreitungen, kein Spaß, nirgends. Wenn man sich da an Tim-Burton zurückerinnert, kommt bei allem Respekt auch etwas Wehmut auf.

Trailer „The Batman“ von Matt Reeves, ab 3.3. im Kino

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Gotham City war in den Geschichten von Batman schon immer ein Ort voller Krimineller und Schurken. Aber ihr Retter, der hatte schon viele Gesichter.

Vom Comic-Helden über eine lustige Serienfigur aus den 60ern wurde Batman mit jeder weiteren Verfilmung immer ernster und düsterer. Der neue Film "The Batman" aus dem Jahr 2022 könnte das nun sogar noch toppen.

Wir haben uns den Batman Soundtrack der letzten 60 Jahre mal genauer angehört und erklären wie diese Wandlung in der Filmmusik klingt. Und eines können wir vorwegnehmen: Vom schnellen und fröhlichen Motto-Song zum düsteren Ludwig van Beethoven ist alles dabei!

Heute in Score Snacks: Batman – Die Musik der Fledermaus

Autoren: Malte Hemmerich und Jakob Baumer
Produzent: Jakob Baumer
Line-Producer: Chris Eckardt
Sprecherin: Henriette Schreurs

Kontakt zur Redaktion: podcasts@swr2.de

Weitere Eckdaten zur Folge:
Filmserie: Batman
Tracks: Neal Hefti – "Batman Theme" / Danny Elfmann – "The Batman Theme" / Hans Zimmer und James Newton Howard – "A Dark Knight" / Michael Giaccino – "The Batman"  mehr...

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