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Relotius-Satire „Tausend Zeilen“: Bully Herbig hat den Medienskandal verfilmt

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Martin Gramlich

„Für uns war klar, dass Bully Herbig einer der wenigen in Deutschland ist, die diesen Stoff umsetzen konnten“, sagt UFA-Filmproduzent Sebastian Werninger über den Film „Tausend Zeilen“. Die Mediensatire befasst sich mit dem Journalismus-Skandal um Claas Relotius, dessen erfundene Geschichten unter anderem beim Spiegel, der Financial Times und der Zeit erschienen waren.

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Filmszene aus "Tausend Zeilen" (Foto: Pressestelle, 2022 Warner Bros. Entertainment Inc.)
Starreporter Lars Bogenius (Jonas Nay) ist ein angesehener Journalist und weiß, wie er seine Leser und Kritiker mit emotionalen Reportagen begeistert. Pressestelle 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. Bild in Detailansicht öffnen
Gefühlvoll, realistisch und bewegend: Sein Stil verspricht ihm regelmäßig die begehrtesten Preise der Branche zu gewinnen. Pressestelle 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. Bild in Detailansicht öffnen
Auch sein Verlagshaus ist dem außergewöhnlichen Journalisten dankbar, denn die Zahlen des Blattes sinken und werden unter anderem durch Bogenius' Reportagen aufgefangen. Pressestelle 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. Bild in Detailansicht öffnen
Alles klingt zu gut, um wahr zu sein - findet zumindest der freie Journalist Juan Romero (Elyas M'Barek), der sich den Ungereimtheiten annimmt und tiefer hinter die Recherchen und Reportagen von Bogenius blickt. Pressestelle 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. Bild in Detailansicht öffnen
Ein gefährlicher Plan, der mit zahlreichen Widerständen aufwartet. Doch was er entdeckt, entpuppt sich als der größte Journalismus-Skandal Deutschlands. Pressestelle 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. Bild in Detailansicht öffnen
Der Film basiert auf dem Buch „Tausend Zeilen Lüge“ von Juan Moreno, in dem er die Machenschaften des Spiegel-Reporters Claas Relotius aufdeckte. Pressestelle 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. Bild in Detailansicht öffnen

„Eine David-gegen-Goliath“-Geschichte

„Wir wollten aus dem Stoff eine Mischung aus Recherchedrama und Mediensatire machen“, sagt Werninger in SWR2. „Mir war vor allem die Rolle des Juan Moreno wichtig“.

Moreno habe sich bei der Aufklärung des Skandals in einer Art David-gegen-Goliath-Situation befunden, weil das Magazin „Der Spiegel“ seine Aufklärungsarbeit anfänglich behindert hatte. Moreno wird im Film gespielt von Elyas M'Barek. Der Film basiert auf Morenos Bestseller „1000 Zeilen Lüge“.

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Rezension von Stefan Berkholz.

Rowohlt Berlin Verlag
ISBN 978-3-7371-0086-1
288 Seiten
18 Euro

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