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Lena Odenthal und Johanna Stern ermitteln gegen einen militanten Rechtsradikalen, der im Verdacht steht einen linken Konzertveranstalter ermordet zu haben. Pläne dazu gab es wohl, der Verdächtige bestreitet aber die Tat. Der Odenthal-Tatort „Hetzjagd“ ist nicht allzu spannend, aber ein engagierter Fall aus Ludwigshafen, der Vorurteile und Denkstrukturen offenlegt.

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Verhärtete Fronten

Aus Personalmangel hat die Ludwigshafener Polizei den jungen Konzertmanager Meinecke nicht bewachen können. Jetzt liegt er tot am Rheinufer. Als bei einer Fahrzeugkontrolle am gleichen Tag auch noch eine Kollegin von Lena Odenthal und Johanna Stern von einem Rechtsradikalen erschossen wird, scheint die Sache klar.

Die Gruppierung „Revenge 88“ hatte Meinecke ausspioniert, ihn bedroht und Anschlagspläne geschmiedet. Der gefasste Polizistinnenmörder bestreitet aber die Tat.

Tatort Ludwigshafen: „Hetzjagd“ von Tom Bohn (Foto: ard-foto s2-intern/extern, SWR / Jacqueline Krause-Burberg)
Tillmann Meinecke (Tom Sommerlatte) ist ein engagierter Konzertveranstalter von „Rock gegen Rechts“-Events und wird häufig von Rechtsextremen bedroht. ard-foto s2-intern/extern SWR / Jacqueline Krause-Burberg Bild in Detailansicht öffnen
Als er plötzlich beim Joggen am Rheinufer erschossen wird, liegt der Verdacht eines rechtsextremistischen Anschlags auf der Hand. ard-foto s2-intern/extern SWR / Jacqueline Krause-Burberg Bild in Detailansicht öffnen
Bei einem Gespräch mit einem Kollegen von Meinecke stellt sich heraus, dass die Drohungen in den letzten Monaten immer schlimmer wurden. ard-foto s2-intern/extern SWR / Jacqueline Krause-Burberg Bild in Detailansicht öffnen
Besonders Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) ist vom Fall betroffen, da Meinecke bei ihr berets um Polizeischutz gebeten hatte. Sie startet gemeinsam mit ihrer Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) eine groß angelegte Fahndung. ard-foto s2-intern/extern SWR / Jacqueline Krause-Burberg Bild in Detailansicht öffnen
In den Fokus der Ermittlungen gerät schnell der Rechtsextreme Ludger Reents (Daniel Noel Fleischmann). ard-foto s2-intern/extern SWR / Jacqueline Krause-Burberg Bild in Detailansicht öffnen
Als Reents bei einer Polizeikontrolle festgenommen werden soll, erschießt er Polizeikommissarin Katja Winter (Petra Mott). ard-foto s2-intern/extern SWR / Jacqueline Krause-Burberg Bild in Detailansicht öffnen
Reents kann verhaftet werden und es stellt sich heraus, er hatte Meinecke tatsächlich im Visier und war zur Tatzeit am Tatort. Trotzdem streitet er vehement ab, den Mord verübt zu haben. ard-foto s2-intern/extern SWR / Jacqueline Krause-Burberg Bild in Detailansicht öffnen
Unterstützt vom Verfassungsschutz prüfen Lena Odenthal und Johanna Stern Meineckes Umfeld. ard-foto s2-intern/extern SWR / Jacqueline Krause-Burberg Bild in Detailansicht öffnen

Denkstrukturen werden offengelegt

Es sind eine ganze Reihe von Krimiversatzstücken, die man glaubt, so oder so ähnlich schon aus anderen Filmen zu kennen. Auch die eher spärlichen Dialoge können dem Film keine allzu eigenständige Note verleihen.

Interessant ist der Film, weil er Denkstrukturen offen legt: Der Mörder oder die Mörderin muss doch aus dem rechten Spektrum kommen, denkt man. Und kann man dem Verdächtigen bei seinem wilden Verschwörungsgeschwurbel überhaupt irgendwas glauben?

Dialog mit der rechten Szene

Schade, dass der Tatort manche Dinge antippt, aber nicht ausführt. Wie die Problematik von V-Leuten, Aussteigerprogramme und überhaupt das ständige Bemühen um einen Dialog mit Leuten aus der rechten Szene, die möglicherweise noch ansprechbar sind.

„Hetzjagd“ verursacht keine schlaflosen Nächte

So hat Regisseur und Autor Tom Bohn mit „Hetzjagd“ einen soliden Sonntagabendkrimi abgeliefert. Außerdem lässt ein kleiner Gastauftritt von Clueso Pop-Fans das Herz höher schlagen. In guter Ludwigshafen-Tradition ist der Krimi engagiert und weist auf die Gefahr hin, die von militanten Rechten ausgeht — bemüht sich aber trotzdem um Differenzierung.

Allerdings verlässt er sich für seinen dramatischen Clou etwas zu sehr auf den Zufall. Und bereitet einem am Ende, man muss wohl sagen „leider“, keine schlaflosen Nächte.

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