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Mit Serge Gnabry, Antonio Rüdiger und Leroy Sané ist es in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mittlerweile völlig normal, dass auch schwarze Spieler auf dem Platz stehen. Torsten Körners Doku „Schwarze Adler“ zeigt, wie steinig dieser Weg war und dass er auch noch lange nicht zu Ende ist. Ein erschütterndes Zeitdokument, das schwarzen Spielern und Spielerinnen eine Stimme verleiht.

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Schwarzer Adler auf weißem Trikot

Der schwarze Adler auf dem blütenweißen Trikot – das Symbol für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Stolz einer ganzen Nation. Und gerade deswegen schon oft Gegenstand in Debatten um Zugehörigkeit, Integration und Diversität. Torsten Körner zeichnet in seiner Doku den steinigen Weg schwarzer Nationalspieler nach. Der erste war Erwin Kostedde. 1974 machte er sein erstes Länderspiel für Deutschland.

Dokumentation "Schwarze Adler" von Torsten Körner (Foto: Pressestelle, Filmpresskit)
Die Deutsche Fußballnationalmannschaft besteht aus Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Pressestelle Filmpresskit Bild in Detailansicht öffnen
Der Dokumentarfilm „Schwarze Adler“ lässt schwarze Spielerinnen und Spieler wie Otto Addo ihre persönlichen Geschichten erzählen. Welchen Weg haben sie hinter sich, bevor sie dort ankamen, wo wir ihnen zujubeln? Broadview Bild in Detailansicht öffnen
Welche Hürden mussten Spielerinnen wie Shery Reeves überwinden? Welchen Vorurteilen und Anfeindungen waren sie ausgesetzt – und wie war das früher, wie ist es heute? Braodcast Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Sie alle eint die Liebe zum Fußball und der Stolz, für Deutschland auf dem Platz auflaufen zu können - egal, wo ihre Wurzeln liegen. Pressestelle Filmpresskit Bild in Detailansicht öffnen
Den Schwarzen Adler tragen sie alle auf ihrer Brust, er vermittelt ihnen Werte wie Einheit, Stärke und Mut. Doch das war nicht immer so. Pressestelle Filmpresskit Bild in Detailansicht öffnen
Lange Zeit war der Adler auch ein Symbol für den Ausschluss von Minderheiten. Ein deutscher Fußballheld sollte möglichst weiß sein. So wurde er sich gewünscht und so wurde er verehrt. Pressestelle Filmpresskit Bild in Detailansicht öffnen
Diese Zeiten sind zum Glück lange vorbei und so lässt der Filmemacher Torsten Körner in seinem Dokumentarfilm Schwarze Fußballspielerinnen und Spieler zu Wort kommen, damit sie ihre eigene Geschichte erzählen. Pressestelle Filmpresskit Bild in Detailansicht öffnen
Fußballer wie Patrick Owomoyela erklären, welche Wege sie gehen und welche Hindernisse sie überbrücken mussten, um dort anzukommen, wo sie jetzt sind. Pressestelle Filmpresskit Bild in Detailansicht öffnen

„Kaffeebraune Schönheit aus Jamaika“

Es folgten viele andere, von denen einige in der Doku zu Wort kommen: darunter Jimmy Hartwig, Gerald Asamoah, Patrick Owomoyela oder Jordan Torunarigha. Körner zieht für „Schwarze Adler“ viele unbekannte Aufnahmen quer durch die Jahrzehnte aus dem Archiv. Sie berühren unangenehm durch den selbstverständlichen Rassismus, mit dem noch in den 70er und 80er Jahren deutsche Sport-Moderatoren mit schwarzen Spielern und Spielerinnen sprechen. Da muss sich die Spielerin Beverly Ranger anlässlich ihrer Auszeichnung zum Tor des Monats 1976 als „kaffeebraune Schönheit aus Jamaika“ besingen lassen.

Kein schönes Bild von Fußball-Deutschland

Körner erzählt aus einer konsequent subjektiven Perspektive und lässt ausschließlich schwarze Spieler und Spielerinnen zu Wort kommen. Mit schmerzlicher Offenheit berichten die verschiedenen Generationen über ihre Erfahrungen mit Rassismus auf und neben dem Fußballplatz. Das Bild, das die Doku von den Deutschen zeichnet, ist kein schönes, und man fragt sich irgendwann schon, ob die Betroffenen im Verein oder seitens des DFB eigentlich keinerlei Solidarität erfahren haben.

Trailer „Schwarze Adler“

Struktureller Rassismus bleibt im deutschen Fußball

Das ernüchternde Fazit der Doku: natürlich hat sich viel getan, seit Erwin Kostedde als erster schwarzer Nationalspieler auflief. Aber so weit, wie man sich in der Freude über die Multikulti-Mannschaft 2010 wähnte, ist die deutsche Gesellschaft noch lange nicht.

Der strukturelle Rassismus bleibt. Auch aus den Stadien ist der Hass nicht verschwunden. Und den wenigsten schwarzen Spielern ist vermutlich danach, es Jimmy Hartwig nachzutun. Der stellte sich Anfang der 1980er grinsend vor den Block mit Fans, die ihn mit Schmähgesängen überzogen und verkündete hinterher: „Ich habe den größten Idiotenchor der Welt dirigiert.“

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