Academy Awards

94. Oscarverleihung: Indiefilm „Coda“ und Schauspieler Will Smith sorgen für Überraschungen

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Bei der 94. Verleihung der Academy Awards in Los Angeles gab es zahlreiche Überraschungen: Der Indiefilm „Coda“ von Siân Heder gewann den Oscar für den besten Film und Schauspieler Will Smith sorgte mit einer Ohrfeige und einer bewegenden Laudatio gleich in zweifacher Hinsicht für Aufsehen.

picture alliance  Chris PizzelloInvisionAP (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Der Indie-Film „Coda“, der in Deutschland ganz ohne Promo-Kampagne bei Apple-TV erschienen ist, gewann den Oscar für den besten Film. Picture Alliance

Indie-Film „Coda“ gewinnt den Oscar für den besten Film

Siân Heders Tragikomödie „Coda“, die von der einzigen hörenden Tochter in einer gehörlosen Familie handelt, gewann den begehrten Preis für den besten Film. Bis heute gibt es keine Kino-Verleihrechte für den Film, der im August 2021 ohne größere Ankündigung auf der Plattform Apple-TV veröffentlicht wurde. Der Film ist das US-Remake des französischen Kino-Hits „Verstehen Sie die Béliers?“ und der erste Apple-TV Film, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Oscars 2022: (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Jordan Strauss/Invision/AP)
Troy Kotsur ist der zweite gehörlose Schauspieler, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. picture alliance / Jordan Strauss/Invision/AP

Der Academy Award für den besten Nebendarsteller ging ebenfalls an „Coda“: Troy Kotsur wurde ausgezeichnet für seine Rolle des gehörlosen Vaters einer musikbegeisterten Siebzehnjährigen. Er ist erst der zweite gehörlose Darsteller, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. 1987 gewann Marlee Matlin für ihre Rolle in „Children of a Lesser God“. Auch sie ist in „Coda“ zu sehen, als Ehefrau von Kotsurs Figur, erhielt jedoch keine Nominierung.

Für den großen Knall des Abends sorgt Will Smith

Bei seiner Laudatio für den besten Kurzfilm kam Komiker Chris Rock auf die Frisur von Jada Pinkett-Smith zu sprechen: Sie erschien mit einer Glatze auf dem roten Teppich, hatte bereits vergangenes Jahr darauf aufmerksam gemacht, dass sie an der Krankheit Alopezie leidet, die ihre Haare ausfallen lässt. Chris Rock spielte auf den Film „Die Akte Jane“ an, in dem die Protagonistin Glatze trägt. Er liebe Jada Pinkett-Smith und freue sich schon auf eine Neuauflage des Filmes mit ihr in der Hauptrolle.

Oscars 2022: Will Smith ohrfeigt Chris Rock (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/Invision/AP)
Als Komiker Chris Rock über das fahle Haar von Smiths Frau Jada Pinkett-Smith scherzte, erklomm Will Smith die Bühne. picture alliance/dpa/Invision/AP

Während Jada Pinkett-Smith die Bemerkungen des Komikers mit Augenrollen quittierte und auch ihr Mann Will zunächst noch über den Gag lachte, stürmt Will Smith nur wenige Momente später auf die Bühne und ohrfeigt Rock. Die Stars im Saal sind baff – ein einstudierter Showmoment? Offenbar nicht, denn nachdem Smith wieder sitzt, ruft er deutlich hörbar „Nimm den Namen meiner Frau nicht in deinen verdammten Mund“ Richtung Bühne, was einen sichtbar ratlosen Chris Rock zurücklässt.

Die Enschuldigung von Will Smith folgte nur wenige Minuten später

Oscars 2022: Will Smith bei seiner Laudatio (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Chris Pizzello/Invision/AP)
Zum Mann des Abends wurde Will Smith: Zuerst ohrfeigte er Komiker Chris Rock, dann gewann er den Oscar für seine Rolle in „King Richard“. picture alliance / Chris Pizzello/Invision/AP

Der Saal staunte noch über die Ohrfeige, da folgte bereits die Auszeichnung für den besten Hauptdarsteller: Will Smith wurde für seine Rolle in „King Richard“ ausgezeichnet. Er entschuldigte sich prompt bei den Veranstaltern und den anderen Nominierten, nicht aber bei Chris Rock: „Du musst deine Familie beschützen“, sagte Smith — so wie seine Filmfigur Richard Williams das mit den Töchtern Venus und Serena gemacht habe. 

Here's Will Smith's tearful acceptance speech at the #Oscars. https://t.co/ulvT7fsB57 https://t.co/Uq2krBbBld

Er hielt eine konfuse, aber rührende Rede über die Liebe und sprach auch über Anfeindungen, die er in Hollywood bereits habe ertragen müssen. Er wolle ein „Botschafter für die Liebe“ sein – im Saal war man sichtlich gerührt.

SWR2 Filmkritiker Rüdiger Suchsland zur Oscar-Verleihung 2022:

Jane Campion und Kenneth Branagh bleiben hinter den Erwartungen zurück

Jane Campion ist die erste Frau in der Geschichte der Oscars, die zum zweiten Mal für die beste Regie nominiert wurde: Mit gleich zwölf Nominierungen für „Power of the Dog“ ging die Neuseeländerin als haushohe Favoritin ins Rennen um einen der Goldjungen, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Nachdem sie bei ihrer ersten Nominierung im Jahr 1994 Steven Spielberg mit „Schindlers Liste“ unterlag, darf sie sich in diesem Jahr über den Regie-Oscar freuen. Dies ist jedoch auch die einzige Auszeichnung, die der Film abräumen konnte.

Auch Regisseur Kenneth Branaghs Oscar-Ausbeute enttäuschte: Für sein autobiografisch inspiriertes Drama „Belfast“ war er gleich siebe Mal nominiert. Am Ende gewann Branagh lediglich seinen ersten Oscar für das beste Originaldrehbuch.

Oscars mit deutscher Beteiligung

Gerd Nefzer (Foto: IMAGO, IMAGO / UPI Photo)
Gerd Nefzer und seine Kollegen Brian Connor, Paul Lambert und Tristan Myles. IMAGO / UPI Photo

Jubel dürfte es heute Nacht in Schwäbisch Hall gegeben haben: Gerd Nefzer, dessen Firma für die Spezialeffekte in Denis Villeneuves Epos „Dune“ verantwortlich war, wurde mit dem Oscar für die besten Special Effects ausgezeichnet. Als er seine Dankesrede ans Publikum richten will, geht jedoch bereits die berühmte Musik an und ihm blieb nur ein knappes „Dankeschön“. Es ist sein zweiter Preis nach „Bladerunner 2049“.

Wiederholt gewann auch der in Frankfurt geborene Komponist Hans Zimmer, für seine Filmmusik zu „Dune“. Nach insgesamt 15 Nominierungen gewann er in Los Angeles nun seinen zweiten Oscar, den ersten erhielt er 1994 für „König der Löwen“.

SWR2 Musikredakteur Malte Hemmerich kommentiert den Preis für Zimmer: „In seinem Oscar-prämierten Soundtrack für „Dune“ arbeitet Hans Zimmer intensiv mit Stimmen. Vom Hauptthema für Paul Atreides, das in seiner Direktheit etwas an Morricones Lied vom Tod erinnert, über flüsternden Chor, bis zu den Kehlkopfgesängen der bösen Elitetruppen der Sardaukar.

Wenig an dieser Musik ist schön und vertraut, lebensfeindlich und fremd ist der Wüstenplanet Arrakis, so sind eben auch die Stimmen und Gesänge von Härte und Aggressivität geprägt. Dazu das Zimmer-typische elektronisch aufgemotzte Orchester, diesmal dann noch mit einem Schuss Orientalismus.“

Erstmals wurden die Preise in acht Kategorien nicht live verliehen

Die Preise in den Kategorien Dokumentar-Kurzfilm, Schnitt, Make-up und Frisuren, Filmmusik, Szenenbild, animierter Kurzfilm, Kurzfilm und Ton wurden im Vorfeld aufgezeichnet und nur in abgekürzter Form via Video in die Preisverleihung im Dolby Theatre eingebunden – so wollte die Academy das Programm bei der Verleihung straffen, um die Gala für Fernsehzuschauer*innen interessanter zu gestalten. Die Einspieler sorgten jedoch eher für Hektik als für Entzerrung und wirkten aufgrund ihres sehr knappen Schnitts wie Fremdkörper in der Gala.

Ebenfalls kein Teil der Live-Zeremonie waren, wie bereits in den vergangenen Jahren, die Übergabe der Ehrenoscars und des Jean Hersholt Humanitarian Awards. Die Preisträger*innen in diesem Jahr: Liv Ullmann, Elaine May, Samuel L. Jackson sowie Danny Glover. 

Erstmals führte ein weibliches Trio durch die Gala

Nachdem die Gala in den letzten vier Jahren ohne einen Host auskommen musste, setzte man in diesem Jahr gleich auf dreifache Moderation: Comedienne Amy Schumer und die beiden Schauspielerinnen Regina Hall und Wanda Sykes führten durch das fast vierstündige Programm und nutzten die Bühne neben zahlreichen Pointen auch für eine Schweigeminute für die Ukraine.

Oscars 2022: Amy Schumer, Wanda Sykes und Regina Hall führten durch das Programm. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Chris Pizzello/Invision/AP)
Amy Schumer, Wanda Sykes und Regina Hall führten durch das Programm und setzten ein Zeichen für Diversität. picture alliance / Chris Pizzello/Invision/AP

Ebenfalls für Diversität setzte sich Ariana DeBose ein, die den Preis als beste Nebendarstellerin für „West Side Story“ erhielt — 60 Jahre nach Rita Moreno, die als erste hispanische Frau für die gleiche Rolle im Original-Film ausgezeichnet worden war. DeBose wandte sich ans Publikum: „Sie sehen hier eine offen queere, nicht-weiße Frau, eine Afro-Latina“, die ihre Kraft durch die Kunst gefunden habe.

Jessica Chastain, ausgezeichnet als beste Hauptdarstellerin in „The Eyes of Tammy Faye“, macht sich stark für die Gleichstellung von Frauen in der Filmbranche. Sängerin Billie Eilish, engagiert für die queere Community, gewann außerdem den Oscar für den Titelsong zum James-Bond-Film „No Time to Die“.

Solidarität mit der Ukraine: Die großen Statements bleiben aus

Schauspielerin Jamie Lee Curtis mit einer Schleife an den Fingern (Foto: IMAGO, IMAGO/UPI Photo)
Schon auf dem roten Teppich zeigten sich zahlreiche Stars solidarisch mit der Ukraine: „Stand with Refugees“ fordert Schauspielerin Jamie Lee Curtis. IMAGO/UPI Photo

Blau-gelbe Accessoires, wie hier am Finger von Schauspielerin Jamie Lee Curtis, waren auf dem roten Teppich in Los Angeles keine Seltenheit. Vom Einstecktuch wie bei „Aquaman“- Star Jason Momoa bis zum Kleid selbst nutzten zahlreiche Schauspieler*innen den medialen Trubel für eine klare Positionierung zum Krieg in der Ukraine. Die Preisverleihung ließ klare Positionierungen jedoch vermissen.

Forderungen nach einer Zuschaltung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj wurden im Vorfeld laut – doch abseits einer in der Werbepause ausgestrahlten Videobotschaft der ukrainischstämmigen Schauspielerin Mila Kunis und einer Schweigeminute nahm der Krieg in der Ukraine keinen großen Stellenwert bei der Gala ein. Einzig Francis Ford Coppola, der mit Al Pacino und Robert De Niro für 50 Jahre „Der Pate“ auf der Bühne war, nutzte die Gelegenheit für ein größeres Statement.

Academy Awards Oscars 2022: 12 Nominierungen für „The Power of the Dog“ von Jane Campion

2022 habe es laut der Academy mit die größte Abstimmungs-Beteiligung aller Zeiten gegeben – große Überraschungen blieben dennoch aus. Neben den zigfach nominierten Favoriten „Power of the Dog“, „Dune“ und „Belfast“ darf sich auch die gesellschaftskritische Netflix-Produktion „Don't Look Up“ Hoffnungen auf einen der begehrten Preise machen.  mehr...

Filme, die im Rennen um einen der Oscars waren:

Film Die „West Side Story“: Steven Spielberg wärmt nur den Mythos auf

Leonard Bernsteins „West Side Story“ ist ein Meilenstein der Musical-Geschichte – Romeo und Julia in den Hochhausschluchten von New York. Steven Spielberg hätte viel Stoff für Aktualisierungen bei seiner Neuverfilmung des Klassikers gehabt, 60 Jahre nach der berühmten Fassung von Robert Wise. Doch sein Remake ist im Prinzip nur eine Kopie, sehr schön, sehr klassisch und doch komplett überflüssig.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film Eine Kindheit im Nordirlandkonflikt – „Belfast“ von Kenneth Branagh

Der Kinostar Kenneth Branagh erzählt in „Belfast“ von seinen Erinnerungen an den Nordirlandkonflikt, dessen Beginn 1969 er als Kind in Belfast erlebte. Der sehr persönliche Schwarz-Weiß-Film ist für sieben Oscars nominiert, darunter der für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch. Ein warmherziges Werk, das den Nordirlandkonflikt konsequent aus den Augen eines Kindes betrachtet.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film „Dune“ im Kino: Lohnt sich Denis Villeneuves Neuverfilmung des Science-Fiction-Klassikers?

Es ist einer der ganz großen Science Fiction-Klassiker, den sich Regisseur Denis Villeneuve hier vorgenommen hat: „Dune“, die Saga vom Wüstenplaneten Arrakis, der wegen seiner Bodenschätze umkämpft ist. Bereits das Staraufgebot mit Timothée Chalamet und Rebecca Ferguson, sowie Oscar Isaac und Zendaya in einer Nebenrolle verspricht einen epischen Film. Der Film startet am 16. September 2021 in den deutschen Kinos.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film 70er Jahre Nostalgie-Kino: „Licorice Pizza“ von Paul Thomas Anderson

Eine bittersüße Liebesgeschichte, nostalgisches Portrait der 1970er Jahre und Hollywood-Satire in einem: Das ist der neue Film von Paul Thomas Anderson. Beide Hauptdarsteller des ungewöhnlichen Liebespaares sind Newcomer. Alana Haim ist die Gitarristin und Sängerin vom Indie-Rock-Trio Haim und Cooper Hoffman ist der Sohn von Andersons Lieblings-Darsteller Philip Seymour Hoffman, der 2014 starb.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Film „The Power of the Dog": Sozialstudie im Western-Gewand von Jane Campion

1925, zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, leiten gemeinsam eine Farm in Montana. Während Phil mit Strenge und Härte auf der Farm anpackt, will sich George der Kontrolle seines Bruders entziehen. Die Heirat mit der Witwe Rose könnte sein Ausweg aus seinem bisherigen Leben sein. Regisseurin Jane Campion hat ihren ersten Film seit 12 Jahren gedreht und zeigt eine überraschende Sozialstudie des Middle-West-Amerika im Western-Gewand.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film Ein narzisstischer Exzess: „Die Hand Gottes“ von Paolo Sorrentino

Mit dem Film „Die Hand Gottes“ kehrt der Italiener Paolo Sorrentino ins Kino zurück, nach seinen Ausflügen in die Serienwelt. Allerdings nur halb. Denn „Die Hand Gottes“ ist von Netflix produziert und läuft nur in wenigen Kinos.
Die Filmerzählung dreht sich um das Ende eines Sommers, irgendwo zwischen losem Dahinleben und Sehnsüchten. Sorrentino erzählt anekdotenhaft von einem jungen Mann, der 1986 genau 16 Jahre alt war – in dem Jahr, als Diego Armando Maradona für den SSC Neapel spielte und bei der WM in Mexiko von der „Hand Gottes“ Hilfe erhielt. Zufällig ist er also genauso alt wie Sorrentino selbst.
Es wirkt verräterisch, dass Sorrentino nun auch sich selbst und seine Kindheit zum Thema seines Films macht. Ohne daran irgendetwas in Frage zu stellen oder zu ironisieren. Dieses Kino kreist wie ein sehr lauter Brummkreisel nur um seinen Regisseur. Es ist ein narzisstischer Exzess.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film „House of Gucci“ von Ridley Scott: Absturz einer Modedynastie

Die italienische Nobelmarke Gucci feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Jubiläum. Gegründet von Guccio Gucci 1921 wurde der Name ab den 1960er Jahren zum Inbegriff von Luxus, Eleganz und Glamour. Jetzt erscheint ein seit 20 Jahren geplanter Film von Blockbuster-Regisseur Ridley Scott. „House of Gucci“ erzählt vom tiefen Fall des Modeimperiums der Familie Gucci. In den Hauptrollen Adam Driver, Al Pacino, Jeremy Irons, Jared Leto und Lady Gaga.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film „Keine Zeit zu Sterben“ : Daniel Craigs Abschied als James Bond

Dies ist ein Film voller Überraschungen: Für 007 und für seine Zuschauer*innen. Es beginnt gemächlich, fast wie eine Senioren-Soap. Der ehemalige Agent im Geheimdienst Ihrer Majestät hat sich ins Privatleben an einen Traumstrand zurückgezogen. Dann wird er in den Dienst zurückgerufen. Auch wenn die Geschichte um einen biologischen Kampfstoff erwartbar scheint, dieser Bond öffnet den Blick dafür, wie es mit dem Genre weitergehen könnte: schnell und lässig, witzig und voller Ironie.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Auftakt der Filmfestspiele von Venedig: „Madres Paralelas“ von Almodóvar sorgt für Debatten

Zwei Mütter, deren Kinder bei der Geburt im Krankenhaus vertauscht werden, das ist die vordergründige Story von Pedro Almodovars neuem Film ,,Madres Paralelas". Aber eigentlich geht es, so der Filmkritiker Rüdiger Suchsland,um die Geschichte der Mütter, die ihre Söhne im spanischen Bürgerkrieg verloren haben. Die Debatte darum, ob die Opfer von damals heute noch exhumiert werden sollen,aus den Massengräbern geholt, hält sich in Spanien bis heute. Ein durchaus oscarverdächtiger Wettbewerbsbeitrag in Venedig sei ,,Dune",der neue Film des Francokanadiers Denis Villeneuve.Die Neuverfilmung eines Hippiefilms aus den 70er Jahren,die einen Preis in Venedig gewinnen könne, so Suchsland.  mehr...

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