Oscar-Trophäen (Foto: imago images, imago images/Imaginechina-Tuchong)

Academy Awards

Oscars 2022: 12 Nominierungen für „The Power of the Dog“ von Jane Campion

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2022 hat es laut der Academy mit die größte Abstimmungs-Beteiligung aller Zeiten gegeben – große Überraschungen bei dem Nominierten blieben dennoch aus. Neben den zigfach nominierten Favoriten „Power of the Dog“, „Dune“ und „Belfast“ darf sich auch die apokalyptische Netflix-Produktion „Don't Look Up“ Hoffnungen auf einen der begehrten Preise machen, die am Sonntag den 27.3. in Los Angeles verliehen werden.

Academy Awards Oscars 2022: 12 Nominierungen für „The Power of the Dog“ von Jane Campion

2022 habe es laut der Academy mit die größte Abstimmungs-Beteiligung aller Zeiten gegeben – große Überraschungen blieben dennoch aus. Neben den zigfach nominierten Favoriten „Power of the Dog“, „Dune“ und „Belfast“ darf sich auch die gesellschaftskritische Netflix-Produktion „Don't Look Up“ Hoffnungen auf einen der begehrten Preise machen.  mehr...

Oscar-Verleihung (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Danny Moloshok/Invision/dpa | Danny Moloshok)
Die 94. Verleihung der Academy Awards findet am 27. März traditionell im Dolby Theatre in Los Angeles statt. Der Termin für die Verleihung ist, bedingt durch die Corona-Pandemie, deutlich später als sonst. picture alliance / Danny Moloshok/Invision/dpa | Danny Moloshok

„The Power of the Dog“ ist zwölffach nominiert, „Dune“ bringt es auf zehn Nominierungen

Jane Campions Western-Drama „The Power of the Dog“ gewann schon bei den Golden Globes drei Preise, darunter auch in der Kategorie „Bester Film“. Ebenfalls in den prestigeträchtigsten Kategorien mehrfach nominiert ist Kenneth Branaghs autobiografisch gefärbter Film „Belfast“, der von der Kindheit in einer nordirischen Arbeiterfamilie zu Beginn der „Troubles“ in den 1960er Jahren erzählt.

Benedict Cumberbatch (l) als Phil Burbank und Jesse Plemons als George Burbank in einer Szene des Films "The Power of the Dog" (undatierte Filmszene). (Foto: dpa Bildfunk, dpa/Netflix | Kirsty Griffin)
Benedict Cumberbatch als Phil Burbank und Jesse Plemons als George Burbank sind beide für ihre Rollen in „The Power of the Dog“ nominiert. dpa/Netflix | Kirsty Griffin

Komponist Hans Zimmer bekommt 2022 eine Chance auf einen weiteren Oscar: Für seine atmosphärische Filmmusik zu „Dune“ gewann er bereits einen Golden Globe, nun ist er zum insgesamt zwölften Mal in seiner Karriere für einen Oscar nominiert. Gewonnen hatte er bereits 1995 für die Filmmusik zu „Der König der Löwen“. Denis Villeneuves Planeten-Epos „Dune“ ist für zehn Preise nominiert und damit einer der Topfavoriten für die Verleihung Ende März.

Netflix und die Oscars: Auch Gesellschaftskritik „Don't Look Up“ ist mehrfach nominiert

Neben „The Power of the Dog“ ist mit „Don't Look Up“ eine weitere Netflix-Produktion gleich mehrfach für einen Oscar nominiert. Nachdem in den vergangenen Jahren Netflix-Produktionen wie „Roma“ bei der Verleihung der Academy Awards abräumten, entbrannte eine Kontroverse darüber, ob Streaming-Filme etwas bei den Oscars zu suchen haben. Steven Spielberg soll zum Beispiel eine Regeländerung bei den Oscars gefordert haben. Gerüchten zufolge ging es um eine Verlängerung des Zeitraums, in dem Filme im Kino zu laufen haben, um sich zu qualifizieren. Die mehrfache Nominierung von „Don't Look Up“, unter anderem als „Bester Film“ sollte weiteren Zündstoff für diese Debatte liefern.

Drei Frauen führen in diesem Jahr durch die Oscar-Verleihung

Die Verleihung der Oscars, die am 27. März stattfindet, wird nach vier Jahren erstmalig wieder von Gastgebern präsentiert. Nachdem die covid-bedingt abgespeckte Gala im Vorjahr nur enttäuschende Quoten erreichte, erhofft man sich eine Trendumkehr in 2022. Das Trio Regina Hall, Amy Schumer und Wanda Sykes übernimmt die Moderation der Gala, die im Dolby Theatre in Los Angeles stattfinden wird.

Die Hosts der Oscar-Verleihung 2022 (Foto: imago images, IMAGO / ZUMA Wire)
Die Hosts der diesjährigen Verleihung sind Amy Schumer, Wanda Sykes und Regina Hall. IMAGO / ZUMA Wire

Oscar-Traum für „Ich bin dein Mensch“ von Maria Schrader ist geplatzt

Die vom SWR produzierte Tragikomödie „Ich bin dein Mensch“ schaffte es im Dezember auf eine Shortlist von 15 Kandidaten, hat jedoch keine Nominierung für den Auslandsoscar erhalten. Der Film hat bereits vier deutsche Filmpreise gewonnen, Hauptdarstellerin Maren Eggert erhielt für ihre Leistung bei der Berlinale den silbernen Bären.

Als deutsche Hoffnung geht jedoch Maria Brendle aus Singen ins Rennen: Die Filmemacherin aus Baden-Württemberg ist mit ihrem Film „Ala Kachuu“, der von Brautraub in Kirgisistan handelt, in der Kategorie „Live-Action-Kurzfilm“ nominiert.

Marvel versuchte, eine Nominierung von „Spiderman“ zu forcieren und blieb erfolglos

Die Filme aus dem Marvel-Universe konnten bislang bei den Oscars keine großen Erfolge verzeichnen. Obwohl die knapp 30 MCU-Filme zu Kassenschlagern an den Kinokassen zählten, wurden sie bislang erst 19-mal für einen Oscar nominiert – und mit Ausnahme von „Black Panther“ noch nie ausgezeichnet.

Filmstill (Foto: Sony Pictures Germany)
Dass die Filme meist nur in weniger populären Kategorien wie „Bester Sound“ oder „Beste Effekte“ nominiert werden und nicht für den prestigeträchtigen „Besten Film“, ist den Marvel-Verantwortlichen ein Dorn im Auge. Sony Pictures Germany

Damit sich die Negativ-Serie in diesem Jahr nicht wiederholt, hat man sich bei Sony Pictures eine Marketing-Kampagne ausgedacht, um die Chancen auf Nominierungen zu erhöhen. Die Chefs des Marvel-Universe und von Sony Pictures argumentieren in der Kampagne, dass die Oscars den Bezug zum Publikum verloren hätten. „Spiderman: No way home“ sei laut den Machern die Art von „Qualitäts-Kommerz, die die Academy nicht aus den Augen verlieren dürfe“, außerdem sollen besonders erfolgreiche Filme bei den Oscars wieder mehr in den Fokus rücken.

Die Kampagne wurde zum Auslöser einer Debatte, welche Art von Film bei den Oscars ausgezeichnet werden sollte und wie filmisch wertvoll das Superhelden-Universum überhaupt sein kann. Die erhoffte Nominierung für den „Besten Film“ ist für „Spiderman: No way home“ trotz des ausgeübten Drucks ausgeblieben. Es reichte lediglich für eine Nominierung in der Kategorie „Beste Spezialeffekte“.

Publikumsvoting: Doch Chancen für Spider-Man?

Nach der Enttäuschung bei den Nominierungen für die Oscars konnte Marvel gewissermaßen einen Teil-Sieg erringen: Wie von den Sony-Pictures-Chefs gefordert, wird es für die Oscar Verleihung am 27. März soll auch für Publikum die Möglichkeit geben, einen Lieblingsfilm zu wählen. Wie die US-Filmakademie erklärte, sollen dabei
Filmfans im Internet über ihren Lieblingsfilm abstimmen können. Dies ist bis zum 3. März beispielsweise auf Twitter oder auf der Internetseite der Oscar-Akademie möglich.

Film Golden Globes ohne Gala: Drei Auszeichnungen für „The Power of the Dog“

Eine Golden-Globe-Verleihung ohne Publikum, Fernsehübertragung und Gala. Die 79. Verleihung der begehrten Filmpreise fand ohne Gewinner*innen statt. Die Siegernamen wurden in den sozialen Medien veröffentlicht, allen voran das Western-Familiendrama „The Power of the Dog“, das den Golden Globe als bestes Filmdrama gewann. Auch der neuseeländischen Regisseurin Jane Campion und dem australischen Nebendarsteller Kodi Smit-McPhee brachte der Film eine Trophäe ein.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Filmfestival 72. Berlinale: Goldener Bär für Drama „Alcarràs“, Silberner Bär für Schauspielerin Meltem Kaptan

Vom 10. bis 20. Februar 2022 finden die 72. Internationalen Filmfestspiele in Berlin statt. Nachdem die Berlinale 2021 in „Industry Event“ und ein „Summer Special“ aufgeteilt war, findet das Festival in diesem Jahr wieder in Präsenz und mit Publikum statt – dank eines ausgeklügelten Coronakonzepts.  mehr...

Für den Oscar 2022 nominierte Filme:

Film Die „West Side Story“: Steven Spielberg wärmt nur den Mythos auf

Leonard Bernsteins „West Side Story“ ist ein Meilenstein der Musical-Geschichte – Romeo und Julia in den Hochhausschluchten von New York. Steven Spielberg hätte viel Stoff für Aktualisierungen bei seiner Neuverfilmung des Klassikers gehabt, 60 Jahre nach der berühmten Fassung von Robert Wise. Doch sein Remake ist im Prinzip nur eine Kopie, sehr schön, sehr klassisch und doch komplett überflüssig.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film Eine Kindheit im Nordirlandkonflikt – „Belfast“ von Kenneth Branagh

Der Kinostar Kenneth Branagh erzählt in „Belfast“ von seinen Erinnerungen an den Nordirlandkonflikt, dessen Beginn 1969 er als Kind in Belfast erlebte. Der sehr persönliche Schwarz-Weiß-Film ist für sieben Oscars nominiert, darunter der für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch. Ein warmherziges Werk, das den Nordirlandkonflikt konsequent aus den Augen eines Kindes betrachtet.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film „Dune“ im Kino: Lohnt sich Denis Villeneuves Neuverfilmung des Science-Fiction-Klassikers?

Es ist einer der ganz großen Science Fiction-Klassiker, den sich Regisseur Denis Villeneuve hier vorgenommen hat: „Dune“, die Saga vom Wüstenplaneten Arrakis, der wegen seiner Bodenschätze umkämpft ist. Bereits das Staraufgebot mit Timothée Chalamet und Rebecca Ferguson, sowie Oscar Isaac und Zendaya in einer Nebenrolle verspricht einen epischen Film. Der Film startet am 16. September 2021 in den deutschen Kinos.  mehr...

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Film 70er Jahre Nostalgie-Kino: „Licorice Pizza“ von Paul Thomas Anderson

Eine bittersüße Liebesgeschichte, nostalgisches Portrait der 1970er Jahre und Hollywood-Satire in einem: Das ist der neue Film von Paul Thomas Anderson. Beide Hauptdarsteller des ungewöhnlichen Liebespaares sind Newcomer. Alana Haim ist die Gitarristin und Sängerin vom Indie-Rock-Trio Haim und Cooper Hoffman ist der Sohn von Andersons Lieblings-Darsteller Philip Seymour Hoffman, der 2014 starb.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Film „The Power of the Dog": Sozialstudie im Western-Gewand von Jane Campion

1925, zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, leiten gemeinsam eine Farm in Montana. Während Phil mit Strenge und Härte auf der Farm anpackt, will sich George der Kontrolle seines Bruders entziehen. Die Heirat mit der Witwe Rose könnte sein Ausweg aus seinem bisherigen Leben sein. Regisseurin Jane Campion hat ihren ersten Film seit 12 Jahren gedreht und zeigt eine überraschende Sozialstudie des Middle-West-Amerika im Western-Gewand.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Film Ein narzisstischer Exzess: „Die Hand Gottes“ von Paolo Sorrentino

Mit dem Film „Die Hand Gottes“ kehrt der Italiener Paolo Sorrentino ins Kino zurück, nach seinen Ausflügen in die Serienwelt. Allerdings nur halb. Denn „Die Hand Gottes“ ist von Netflix produziert und läuft nur in wenigen Kinos.
Die Filmerzählung dreht sich um das Ende eines Sommers, irgendwo zwischen losem Dahinleben und Sehnsüchten. Sorrentino erzählt anekdotenhaft von einem jungen Mann, der 1986 genau 16 Jahre alt war – in dem Jahr, als Diego Armando Maradona für den SSC Neapel spielte und bei der WM in Mexiko von der „Hand Gottes“ Hilfe erhielt. Zufällig ist er also genauso alt wie Sorrentino selbst.
Es wirkt verräterisch, dass Sorrentino nun auch sich selbst und seine Kindheit zum Thema seines Films macht. Ohne daran irgendetwas in Frage zu stellen oder zu ironisieren. Dieses Kino kreist wie ein sehr lauter Brummkreisel nur um seinen Regisseur. Es ist ein narzisstischer Exzess.  mehr...

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Film „House of Gucci“ von Ridley Scott: Absturz einer Modedynastie

Die italienische Nobelmarke Gucci feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Jubiläum. Gegründet von Guccio Gucci 1921 wurde der Name ab den 1960er Jahren zum Inbegriff von Luxus, Eleganz und Glamour. Jetzt erscheint ein seit 20 Jahren geplanter Film von Blockbuster-Regisseur Ridley Scott. „House of Gucci“ erzählt vom tiefen Fall des Modeimperiums der Familie Gucci. In den Hauptrollen Adam Driver, Al Pacino, Jeremy Irons, Jared Leto und Lady Gaga.  mehr...

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Film „Keine Zeit zu Sterben“ : Daniel Craigs Abschied als James Bond

Dies ist ein Film voller Überraschungen: Für 007 und für seine Zuschauer*innen. Es beginnt gemächlich, fast wie eine Senioren-Soap. Der ehemalige Agent im Geheimdienst Ihrer Majestät hat sich ins Privatleben an einen Traumstrand zurückgezogen. Dann wird er in den Dienst zurückgerufen. Auch wenn die Geschichte um einen biologischen Kampfstoff erwartbar scheint, dieser Bond öffnet den Blick dafür, wie es mit dem Genre weitergehen könnte: schnell und lässig, witzig und voller Ironie.  mehr...

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Gespräch Auftakt der Filmfestspiele von Venedig: „Madres Paralelas“ von Almodóvar sorgt für Debatten

Zwei Mütter, deren Kinder bei der Geburt im Krankenhaus vertauscht werden, das ist die vordergründige Story von Pedro Almodovars neuem Film ,,Madres Paralelas". Aber eigentlich geht es, so der Filmkritiker Rüdiger Suchsland,um die Geschichte der Mütter, die ihre Söhne im spanischen Bürgerkrieg verloren haben. Die Debatte darum, ob die Opfer von damals heute noch exhumiert werden sollen,aus den Massengräbern geholt, hält sich in Spanien bis heute. Ein durchaus oscarverdächtiger Wettbewerbsbeitrag in Venedig sei ,,Dune",der neue Film des Francokanadiers Denis Villeneuve.Die Neuverfilmung eines Hippiefilms aus den 70er Jahren,die einen Preis in Venedig gewinnen könne, so Suchsland.  mehr...

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