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2013 wurde Henrike Schemmer in Koblenz verurteilt wegen des Mordes an ihren Schwiegereltern. Während des Prozesses hatte sie geschwiegen, nun erzählt sie ihre Geschichte in der SWR Doku „Mord ohne Beweise“. Die Journalist*innen begleiten darin den Kriminalhauptkommissar Stephan Harbort, der sich den Fall nochmal genau ansehen soll.

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Unschuldig verurteilt?

Bernd Schemmer, Sohn der Ermordeten und Ehemann der Verurteilten, ist „nach wie vor davon überzeugt, dass seine Frau unschuldig ist“, erklärt die SWR Journalistin Sabine Harder, die die Dokumentation betreut hat. Um den Indizienprozess in dem Henrike Schemmer verurteilt wurde erneut aufzurollen, habe er sich an einen Profiler gewandt – und dessen Ermittlungen begleite der Film.

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Stephan Harbort im Gespräch mit der verurteilten Henrike Schemmer und ihrem Mann Bernd Schemmer © SWR (Foto: SWR)
Stephan Harbort im Gespräch mit der verurteilten Henrike Schemmer und ihrem Mann Bernd Schemmer © SWR Bild in Detailansicht öffnen
Stephan Harbort rekonstruiert das Tatgeschehen gemeinsam mit dem Kriminalist Stefan Giebel und der Psychologin Viktoria Striewe © SWR Bild in Detailansicht öffnen
Ermittler Stephan Harbort und Kriminalist Stefan Giebel schauen sich in Koblenz um, wo 2011 das Ehepaar Schemmer ermordet wurde. © SWR Bild in Detailansicht öffnen

Zweifel am Indizienprozess

Kriminalhauptkommissar Stephan Harbort, den die Doku bei seiner Arbeit als Profiler begleitet, sei ein Experte auf diesem Gebiet, so Harder. Er habe den Fall rekonstruiert, Zeug*innen befragt und den Tatort noch einmal genau angeschaut. Bei einigen Indizien seien Fragezeichen aufgekommen, ob alles so stimmig sei, wie das Gericht den Fall beurteilt hat. Handfeste Beweise gegen die Verurteilte seien auch während des Verfahrens 2013 nicht vorgelegen.

Der Fall ist auch Thema im SWR2 True Crime Podcast „Sprechen wir über Mord?!“

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Journalist*innen sollen kritisch bleiben

Die Arbeit an der Doku sei ohne ein feststehendes Urteil über Schuld oder Unschuld von Henrike Schemmer gestartet, überhaupt sei es nicht Ziel des Films ein solches Urteil zu bilden, meint Harder. Die Aufgabe von Journalist*innen sei es vielmehr, noch einmal genau hinzuschauen, besonders bei einem so umstrittenen Indizienprozess, so die SWR Redakteurin.

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