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Um historische Genauigkeit geht es der neuen Netflix-Serie "Freud" nicht. Im Gegenteil: sie ist eine Mischung aus Wissenschaftsdrama, Horrorfilm und Thriller. Die frühen und wenig bekannten Jahre des Nervenarztes Siegmund Freud stehen dabei im Mittelpunkt. Die Serie nimmt sich viele Freiheiten und zeigt das Wien des Jahres 1886 düster und morbide. Eine optisch herausragende Serie, in der das Filmland Österreich sein Können mit radikaleren Serien und lakonisch poinierten Dialogen unter Beweis stellt. Die erste Staffel startet jetzt auf Netflix.

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Viel Freiheit für den Drehbuchautor

Filmstill: Freud von Marvin Kren (Foto: Pressestelle, Berlinale)
Der junge Freud (Robert Finster) begeistert sich für Hypnose und strebt nach Anerkennung, doch die Wiener Ärzteschaft lehnt seine Positionen ab. Pressestelle Berlinale

Drehbuchautor Benjamin Hessler hat es spürbar Spaß gemacht, aus der Not der fehlenden biografischen Quellen eine Tugend zu machen und eine serientaugliche Fantasiefigur zu kreieren.

Im Trancezustand spielt die Kamera mit Nähe und Unschärfe, Farben wirken kühl oder überbelichtet, wie unter Wasser friert die Szene ein. Das Wien des Jahres 1886 wird in den drei Folgen, die man bisher sehen konnte, so düster und morbide gezeigt, wie man es sich schöner nicht ausmalen könnte.

Filmstill: Freud von Marvin Kren (Foto: Pressestelle, Berlinale)
Bei einer okkulten Séance lernt Freud das Medium Fleur Salome (Ella Rumpf) kennen. Zunächst hält er sie für eine Betrügerin, aber sie konfrontiert ihn mit ihren hellsichtigen Verbrechensvisionen. Pressestelle Berlinale

„Freud“ ist eine vielversprechende Serie, optisch herausragend, sehr gut besetzt und ein weiterer Beweis: wer etwas radikalere Serien mit lakonisch pointierten Dialogen sucht, ist in Österreich immer gut aufgehoben.

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