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Ein Bürgerkriegs-Veteran reist als „Nachrichten-Erzähler“ durch das Texas um 1870 und begegnet einem „Wolfskind". Das weiße Mädchen wurde von Indigenen geraubt und muss nun durch gefährliches Terrain zu ihren Verwandten gebracht werden. Der furiose Auftritt der 12-jährigen Deutschen Helena Zengel an der Seite von Tom Hanks brachte ihr eine Golden-Globe-Nominierung.

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Tom Hanks unterwegs im Texas des 19. Jahrhunderts

Das Land ist karg und das Leben ist hart. Texas im 19. Jahrhundert, kurz nach dem Bürgerkrieg, der in den Köpfen und im Alltag der Menschen noch sehr präsent ist. Nachrichten verbreiten sich in der Welt von „News of the World“ noch sehr langsam. Tom Hanks ist als Bürgerkriegs-Veteran Captain Jefferson Kidd als „Nachrichten-Erzähler“ im Land unterwegs.

„Neues aus der Welt“ von Paul Greengrass (Foto: Pressestelle, Netflix)
Amerika, 1870: Im weitgehend unerforschten Wilden Westen reist Captain Jefferson Kyle Kidd (Tom Hanks) von Stadt zu Stadt. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Er wird dafür bezahlt, dem Volk spannende Geschichten aus der Prärie zu erzählen und über das aktuelle Weltgeschehen zu informieren. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Jeffersons Situation verändert sich, als er auf einer seiner Reisen auf ein kleines Mädchen trifft. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Die kleine Johanna (Helena Zengel) hat nach dem Tod ihrer Eltern sechs Jahre bei den Kiowa verbracht und spricht kein Englisch. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Eine Botschaft bittet Jefferson, das Mädchen zu ihren letzten Verwandten nach San Antonio zu eskortieren. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Der Kriegsveteran nimmt sich der Mission an, obwohl einige verhindern wollen, dass er sein Ziel erreicht. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Selbst Johanna hat keine Lust auf die Reise in eine fremde Welt, in die sie laut Gesetz gehört. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen

Lebensgefährlicher Alltag im Wilden Westen

Regisseur Paul Greengrass gelingt es von Anfang an bei den Zuschauer*innen einen Sinn für die latente Bedrohung zu schaffen, die alles hier durchzieht. Nichts ist gesichert, der Alltag lebensgefährlich. Eines Tages trifft der Captain in den Wäldern auf ein verlorenes Mädchen.

Aufgewachsen unter Indigenen

Es ist weiß, wuchs aber — nachdem die Kiowa vor Jahren ihre Familie brutal massakriert hatten — einige Jahre bei dem indigenen Stamm auf. Sie hat ihren früheren Namen Johanna vergessen, wie ihre alte Sprache. Doch nun soll sie zu einer Tante gebracht werden, die Hunderte von Meilen entfernt lebt. Captain Kidd erklärt sich bereit, sie dorthin zu bringen.

Routinier Tom Hanks trifft auf Naturtalent Helena Zengel

Hauptdarsteller Tom Hanks zeigt sich als Meister darin, kleine Augenblicke und Momentaufnahmen zu großem Leben zu erwecken. Die Deutsche Helena Zengel ist auch in ihrer ersten internationalen Rolle wieder ein Fall für sich. Sie knüpft hier direkt an ihr furioses Debüt als „Systemsprenger" an. Großartig zeigt sie meist schweigend schmerzhafte und traumatisierte Seiten.

Archaische Heldenreise durch bekannte Filmmotive

Mag der Western als Genre auch nicht jeder Persons Sache sein, so ist „News of the World" aber von Anfang an mehr als nur ein Trip durch bekannte Filmmotive. Eine archaische Heldenreise, ein Roadmovie durch Situationen und Verhältnisse, die oft überraschend vertraut sind. Greengrass erzählt eine einfache, aber einnehmende Geschichte, die so intim ist, wie universal.

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Rezension von Carsten Otte.
Zsolnay Verlag, 543 Seiten , 26 Euro
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