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„Proxima – Die Astronautin“ im Kino: Eine Mutter will ins All

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Die Astronautin Sarah trainiert jahrelang für ihren Flug ins All. Nicht vorbereitet ist sie darauf, wie schwer es sein würde, sich von ihrer kleinen Tochter zu lösen. „Proxima“ von Alice Winocour ist ein intensives Mutter-Tochter-Drama mit einer großartigen Eva Green in der Hauptrolle.

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Zwischen Weltraum und Familienleben

Es ist ein Job mit maximaler Unvereinbarkeit von Familie und Beruf — Sarah ist Astronautin und bald wird sie zu ihrer ersten Mission ins All starten. Technisch, körperlich und psychisch hat sich die Französin seit Jahren auf diesen Moment vorbereitet. Nicht gefasst war sie dagegen darauf, wie schwer es sein würde, ihre geliebte Tochter Stella zurück zulassen.

Proxima: Die Astronautin (Foto: Pressestelle, Koch Films)
Als einzige Frau kämpft sich Sarah (Eva Green) durch das ESA-Trainingsprogramm. Nun ist sie eine der besten Astronautinnen der Welt. Pressestelle Koch Films Bild in Detailansicht öffnen
Sarah hat gelernt, dem Mansplaining ihres männlichen Crew-Kollegen Mike (Matt Dillon) etwas entgegenzusetzen. Pressestelle Koch Films Bild in Detailansicht öffnen
Doch das Training kann Sarah nicht auf den schwersten Abschied von allen vorbereiten: Sie muss ihre Tochter auf der Erde zurücklassen. Pressestelle Koch Films Bild in Detailansicht öffnen
Die ESA-Psychologin Wendy (Sandra Hüller) bringt Stella (Zélie Boulant-Lemesle) zu ihrer Mutter Sarah in die Stadt der Astronaut*innen, Star City. Pressestelle Koch Films Bild in Detailansicht öffnen
Sarah möchte unbedingt, dass Stella versteht, warum ihre Mutter die Erde verlassen muss. Pressestelle Koch Films Bild in Detailansicht öffnen
Der Countdown läuft: Mutter und Tochter können sich nur noch durch eine dicke Glasscheibe verabschieden. Pressestelle Koch Films Bild in Detailansicht öffnen
Für den Astrophysiker Thomas (Lars Eidinger) beginnt eine neue Zeit: Bis zur ungewissen Wiederkehr von Sarah bleibt er allein mit der gemeinsamen Tochter Stella. Pressestelle Koch Films Bild in Detailansicht öffnen

Ex-Bondgirl Eva Green überzeugt

Ex-Bond-Girl Eva Green spielt Sarah als toughe, im Beruf stets kontrollierte Astronautin und als innig liebende Mutter. Mit Gesten, Blicken und Haltung macht sie körperlich spürbar, welchen Schmerz dieses maximale Loslassen-Müssen verursacht. Trotz der Selbstzweifel, die Greens Sarah quälen, wirkt sie nie larmoyant. Auch ihre kleine Filmtochter spielt den Abnabelungsprozess großartig.

Dreh bei der ESA

„Proxima“ ist ein Weltraumfilm, der ausschließlich auf der Erde spielt. In kühlen, dokumentarisch anmutenden Bildern erzählt Drehbuchautorin und Regisseurin Alice Winocour, wie akribisch sich die Astronauten auf ihren Einsatz auf der ISS vorbereiten und welchen körperlichen Strapazen sie ausgesetzt sind. Winocour hat eng mit der Europäischen Weltraumorganisation zusammengearbeitet, so dass sie an Original-Schauplätzen drehen konnte.

Die Kunst des Loslassens

Von den 600 Menschen, die bislang im Weltraum waren, sind übrigens nur zehn Prozent Frauen. Überraschend viele von ihnen waren Mütter. An ihre Kraft erinnert dieser sehenswerte Film mit seiner intensiven Mutter-Tochter-Geschichte im Zentrum. Darüber hinaus ist „Proxima“ aber auch ein Film übers Loslassen, ein Thema, das wohl alle Eltern kennen. Das kann schwer genug sein, auch ohne dass man zu einer Mission ins All startet.  

„Proxima — Die Astronautin“ startet am 1.7.2021 bundesweit in den Kinos

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