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„Looking at the Stars“ von Alexandre Peralta

Filmstill aus "Looking at the Stars" von Alexandre Peralta (Foto: W-film)
Mitten im brasilianischen São Paulo liegt Fernanda Bianchinis Ballettschule. Die jungen Frauen und Männer, die hier den klassischen Tanz lernen, sind genauso entschlossen, diszipliniert und voller Hoffnung, wie alle jungen Tänzer, doch sie sind blind. W-film
Fernanda Bianchini entwickelte eine eigene Unterrichtsmethode: Das Erlernen des klassischen Tanzes durch Berührung und Wiederholung der Bewegung. W-film
Die Filmdokumentation von Alexandre Peralta ist weniger ein Porträt der Schule als ein Doppelporträt zweier junger Frauen: Geyza (rechts) und Thalia (links), Beide blind, beide begabte Tänzerinnen. W-film
Die eine, Geyza ist die Primaballerina und Ballettlehrerin, die selbst mit neun Jahren erblindete. Sie ist das Idol der Schule. W-film
Der 14-jährigen Schülerin Thalia wurden im Alter von zwei Jahren nach einer Krebsdiagnose beide Augen entfernt - grausam, wenn man Filmaufnahmen des noch gesunden Kleinkindes sieht. W-film
Peraltas Dokumentation begleitet Thalia bei ihrem Alltag, zeigt, wie sie sich mit dem Blindenstock durch die laute, chaotische Metropole tastet. Man folgt ihr zu einem Hersteller für Augenprothesen, beobachtet wie sie neue Kunstaugen angepasst bekommt und auch, wie sie in der Schule ausgeschlossen wird. W-film
Leicht könnte der Film in den Sozialkitsch rutschen, aber Peralta wahrt trotz des emotionalen Sujets fast immer die Grenze. W-film
Angesichts des mühsamen Alltags wird der Ballettsaal tatsächlich zur eskapistischen Verheißung für die Blinden. W-film
Als Zuschauer lernt man, den klassischen Tanz ganz neu zu sehen: Als Kunstform hochkonzentrierter Achtsamkeit, voller Zärtlichkeit und Berührung. W-film
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