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Was passiert, wenn der Tod sich unsterblich verliebt? In seinem letzten Film „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ spielt Regisseur Joseph Vilsmaier das Szenario durch. Es wurde eine boulevardeske Komödie mit originellen Settings, witzigen Dialogen und einigen sehr witzigen Slapstickszenen.

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Abtransport ins passende Endlager

Der Boandlkramer macht eigentlich stur seinen Job: Menschen, deren Lebenszeit abgelaufen ist, holt er mit dem Pferdewagen ab und transportiert sie in ihr jeweiliges Endlager: entweder in den Himmel oder in die Hölle. Ob die Menschen alt, jung, gut oder böse sind, interessiert ihn nicht.

Doch als er den kleinen Maxl holen soll, rührt in die Trauer seiner Mutter plötzlich so, dass er es nicht übers Herz bringt, den Jungen sterben zu lassen. Darüber hinaus verliebt sich der Tod auch noch unsterblich in Gefi, die Mutter von Maxl.

Die Rolle seines Lebens

Mit dem freundlich-naiven Boandlkramer scheint Michael Bully Herbig die Rolle seines Lebens gefunden zu haben. Unter Schichten von Make Up kaum zu erkennen, legt er so viel Herz in die Rolle, dass man sich vor diesem Tod nicht fürchten muss. Auch der Rest der Besetzung kann sich sehen lassen: mit Hannah Herzsprung als Gefi und dem medial lange abwesenden Hape Kerkeling als Teufel, der als gut gelaunter Entertainer in einer Glitzerhölle residiert.

„Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ ab 14.5. auf Prime Video

Eindrucksvolles Bergpanorama, sattgrüne Wiesen

Vilsmaier siedelt die Handlung seines letzten Filmprojekts in der bayerischen Provinz der 1950-er Jahre an. Er nutzt die Mittel des Heimatfilms: eindrucksvolle Bergpanoramen, sattgrüne Wiesen und dialektsichere Schauspieler. Dieses Mal allerdings haftet der Geschichte nichts Tragisches an. Die Untiefen, die eine Begegnung von Tod und Liebe haben könnte, werden nicht ausgeleuchtet.

Stattdessen ist „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ eine boulevardeske Komödie mit originellen Settings, witzigen Dialogen und einigen sehr komischen Slapstickszenen. Und das Ende des Films deutet darauf hin, dass mit dem zweiten Teil das letzte Wort des Boandlkramers noch nicht gesprochen ist.

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