Filmpreise

Auch Locarno Film Festival künftig mit genderneutralen Preiskategorien

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Saskia Rosendahl, Schauspielerin mit Pardo in Locarno (Foto: picture-alliance / Reportdienste, KEYSTONE | Urs Flueeler)
Künftig konkurriert sie in Locarno auch mit Männern: Saskia Rosendahl 2021 mit einem Pardo als Beste Darstellerin für ihre Schauspielleistung im Film „Niemand ist bei den Kälbern" KEYSTONE | Urs Flueeler

Das Filmfestival Locarno entscheidet künftig bei den Auszeichnungen nicht mehr zwischen Männern und Frauen. Es werde keine Kategorien wie „beste Darstellerin" und „bester Darsteller" mehr geben, dagegen würden Preise für die beste Schauspielleistung vergeben, teilte das Festival am 14. September mit. Die geschlechtsneutralen Kategorien ersetzen die Preise für weibliche und männliche Rollen.

Schluss mit „veralteten Identitätsmerkmalen"

Der künstlerische Leiter Giona Nazzaro des Locarno Film Festivals sprach von „veralteten Identitätsmerkmalen": „Die strikte binäre Geschlechtsschematisierung gehört der Vergangenheit an", meinte er.
Zum Abschluss der 76. Ausgabe des Locarno Film Festivals, die vom 2. bis 12. August 2023 stattfindet, werden dann zwei Preise für die beste Darstellung im Concorso internazionale und zwei weitere im Concorso Cineasti del presente verliehen.

Auch Silberner Bär für Schauspielleistung gendergerecht

Eine ähnliche Änderung hatte es zuvor bei der Berlinale gegeben. Als eines der ersten großen Filmfestivals zeichnet sie seit 2021 die schauspielerische Leistung nicht mehr getrennt nach Geschlecht aus.

Gespräch Initiative ProQuote Film: Geschlechterverhältnis in der Filmbranche immer noch unausgewogen

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Kläger hat Berufung eingelegt Audi: Streit um Gendersprache geht in neue Runde

Der VW-Manager, der auch mit Audi-Kollegen zusammenarbeitet, hat Berufung eingelegt. Damit geht der Rechtsstreit in die nächste Instanz.  mehr...

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