Nouvelle Vague

Französischer Regisseur Jean-Luc Godard gestorben

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Regisseur Jean-Luc Godard (Foto: picture-alliance / Reportdienste, KEYSTONE | GAETAN BALLY)
„Photographie, das ist die Wahrheit. Und der Film ist die Wahrheit 24 mal in der Sekunde.“ (Jean-Luc Godard) KEYSTONE | GAETAN BALLY

Der französisch-schweizerische Filmregisseur Jean-Luc Godard ist tot. Er starb nach Angaben der französischen Zeitung „Liberation" im Alter von 91 Jahren. Godard war einer der einflussreichsten Filmregisseure und ein führender Vertreter der sogenannten „Nouvelle Vague" des französischen Films.

Prägender Regisseur der 60er-Jahre

Mehr als 40 Spielfilme, zahlreiche Kurzfilme, experimentelle Dokumentarfilme, hochintellektuelle Essayfilme und Musikvideos hat Godard im Laufe seines Filmschaffens produziert, einige auch als Drehbuchautor oder Co-Regisseur. Mit formal innovativen und inhaltlich gesellschaftskritischen Filmen wie „Außer Atem", „Die Verachtung" und „Elf Uhr nachts" prägte er das Kino der 1960er Jahre. 2010 erhielt er den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Jean-Luc Godard: ein Verrückter

Godard wurde am 3. Dezember 1930 in Paris geboren. Sein Vater war ein Schweizer Augenarzt. Drei Anläufe brauchte er fürs Abitur. Auch das Studium an der Sorbonne interessierte ihn nicht sonderlich. Seine Zeit verbrachte er lieber in den Filmkreisen und Intellektuellenzirkeln von Paris. Eine Amerika-Reise 1950/51 stellte die Weichen: 1954 drehte er seinen ersten eigenen Film - eine kurze Dokumentation über ein gigantisches Staudammprojekt: „Operation Beton".

Godards Werk in Bildern

Film Der Regisseur Jean-Luc Godard ist tot – So hat der Erfinder der „Nouvelle Vague“ Filmgeschichte geschrieben

Der französisch-schweizerische Filmregisseur Jean-Luc Godard ist am 13. September im Alter von 91 Jahren gestorben. Godard war einer der einflussreichsten Filmregisseure und ein führender Vertreter der „Nouvelle Vague“. Ein Rückblick auf Filme, mit denen Jean-Luc Godard Geschichte geschrieben hat.  mehr...

Gespräch „Er war eine Ikone für uns“ - Volker Schlöndorff zum Tod von Jean-Luc Godard

Wenn sich Volker Schlöndorff an seine Begegnung mit dem jungen Jean-Luc Godard erinnert, sieht er vor sich „eine eigenartige Erscheinung im schwarzen Mantel mit hochgeschlagenem Kragen, schwarze Brille auf und sehr aggressiv in seinen Kritiken anderer Filme. Wir waren von ihm so verblüfft und eingeschüchtert, dass ich damals nicht mit ihm geredet habe.“  mehr...

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Gespräch Zum Tod von Jean-Luc Godard: „Er hat Film als Kunst begriffen“

„Er hat Film als Kunst begriffen“, sagt SWR2 Filmkritiker Rüdiger Suchsland, „und nicht nur als Unterhaltung”. Jean-Luc Godard habe es geschafft, dass Kino in Frankreich auf Augenhöhe war mit der Malerei, der Kunst oder der Musik und “nicht nur ein Wurmfortsatz des Theaters, was es dort lange war”, sagt er weiter. Er habe das Kino auch neu erfunden, es politisch gemacht und es als Teil einer kulturellen Weltrevolution gesehen. “Er war ein linker Filmemacher und hat auf der Straße gedreht”, weiß Suchsland weiter, “kein Film von Godard gleich dem anderen.” Mehr als 40 Spielfilme, zahlreiche Kurzfilme, experimentelle Dokumentarfilme, Essayfilme und Musikvideos hat Godard im Laufe seines Filmschaffens produziert. Zu den wichtigsten Werken gehören Außer Atem, Die Verachtung und Elf Uhr nachts. Der französisch-schweizerische Regisseur ist nun im Alter von 91 Jahren gestorben.  mehr...

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