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„Call me DJ!“ – Doku-Serie über Frauen in der Clubszene startet auf neuem Online-Portal ARD Kultur

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Martin Gramlich

Frauen, die auflegen, haben es in der Clubszene schwer, weil sie viel weniger Aufmerksamkeit bekommen als Männer, sagt die Regisseurin Rosanna Grüter in SWR2. Für den Start des neuen Portals ARD Kultur hat Grüter, die selbst DJ ist, die fünfteilige Dokuserie „Call me DJ!“ produziert, die sich um Gleichberechtigung in der Clubkultur dreht.

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Sexismus in der Clubszene

„Mittlerweile gibt es ganz viele Frauen in der Clubszene“, sagt Rosanna Grüter, Schweizer Journalistin, DJ und Regisseurin der Dokuserie „Call me DJ!“. Dennoch: „Die Frauen erfahren nicht die Aufmerksamkeit wie Männer.“ Ihr Ziel sei es, das mit der Serie zu ändern.

„Die Leistung weiblicher DJs wird eigentlich immer am Geschlecht gemessen: Wenn man gut ist, ist man gut für eine Frau. Wenn man schlecht ist, können Frauen nicht auflegen.“

Grüter beklagt den Sexismus, der in der Szene herrsche, obwohl sie sich tolerant und weltoffen gebe. „Ich bin nie einfach gut oder schlecht, sondern werde immer in Abhängigkeit von meinem Geschlecht gesehen“, sagt Grüter, die unter dem Alias „Roxanne“ als DJ aktiv ist.

Entscheidend ist die Musikauswahl, nicht das Geschlecht

Die entscheidende Frage, ob ein DJ gut oder schlecht ist, stellt sich für Grüter ganz anders: „Es ist einerseits der Musikgeschmack, andererseits ein feines Gespür für das Publikum.“

Persönlich glaubt Grüter, dass Frauen diesen Beruf anders prägen als Männer: „Ich habe das Gefühl, Frauen sind unabhängiger – freier in der Musikauswahl.“ Nach vielen Interviews, die sie für „Call me DJ!“ gemacht hat, gibt sie aber auch zu: „Da gehen die Meinungen weit auseinander“.

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