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Vor zehn Jahren kam Christopher Nolans Film „Inception“ ins Kino, bis heute ist er ein bahnbrechendes Werk geblieben und einer der wenigen Filme, der die Geschichte des Mediums verändert hat. Es geht um die Erforschung der Geheimnisse des Träumens. Ein intelligenter, gnadenlos spannender Thriller, der jetzt wieder in die Kinos kommt.

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Unvergessliche Bilder

Die Stadt Paris klappt an einer Seite plötzlich hoch und faltet sich ineinander zusammen. Ein Café springt auseinander wie Pop-Corn in der Pfanne. Übereinander gelegte kaskadierende Schichten von Traumebenen, das sind einige der bis dahin ungesehenen und von nun an unvergesslichen Bilder, mit denen sich dieser Film für alle Zeiten in unser visuelles Gedächtnis eingeschrieben hat.

"Inception" von Christopher Nolan (Foto: Imago, imago)
„Inception“ spielt in einer Welt, in der es durch modernste Technologie möglich ist, in Träume und damit in das Bewusstsein von Menschen einzudringen. Imago imago Bild in Detailansicht öffnen
Das Einsteigen in die Träume bedeutet auch die Möglichkeit des Diebstahls fremder und bisher ureigenster Ideen. Imago imago Bild in Detailansicht öffnen
Der Extraktor Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist ein Profi: In den Träumen seiner Opfer fahndet er nach Wirtschaftsgeheimnissen, aus denen er Profit schlägt. Imago imago Bild in Detailansicht öffnen
Weil sein Job ihn aber immer wieder in Gefahr bringt, will er damit aufhören. Bei einem letzten Auftrag muss er jedoch tief ins Unterbewusstsein eines Menschen eindringen. Imago imago Bild in Detailansicht öffnen
Dabei kommt Cobb immer wieder das psychische Echo seiner toten Ehefrau (Marion Cotillard) in die Quere, das sich zu einer unkalkulierbaren Gefahr entwickelt. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Christopher Nolans neuer Film „Tenet“ sollte eigentlich längst im Kino sein, durch die Corona-Pandemie ist der Filmstart aber auf September verschoben worden. In „Tenet“ wird ein namenloser Agent (John David Washington) angeheuert, der den Ausbruch des dritten Weltkrieges verhindern soll. Pressestelle Warner Bros. Bild in Detailansicht öffnen
Der Protagonist muss eine Person stoppen, die die Fähigkeit besitzt, die Zeit zu manipulieren. Pressestelle Warner Bros. Bild in Detailansicht öffnen
Seine Mission führt ihn in eine zwielichtige Welt der internationalen Spionage, in der die Gesetze der Zeit nicht zu gelten scheinen. Pressestelle Warner Bros. Bild in Detailansicht öffnen
Christopher Nolan spielt in seinen Filmen gerne mit der Zeit, so auch in „Memento“ aus dem Jahr 2000. Doch in „Tenet“ geht es nicht um Zeitreisen, sondern um Inversion. Pressestelle Warner Bros. Bild in Detailansicht öffnen

Surreale Logik der Träume

Viele Zuschauern werden die Handlung des Films nicht nacherzählen können. Denn so gut die innere Logik dieser Handlung beim Anschauen funktioniert, so sehr entspricht sie der surrealen Logik unserer Träume.

Die Hauptfiguren des Films sind Räuber, die mittels Träume etwas aus dem Unterbewusstsein anderer stehlen. Eine von ihnen heißt Ariadne - ein offener Verweis auf eine Figur der griechischen Mythologie, eine Führerin durch Labyrinthe und Irrgärten. Die Namensgebung ist ein Hinweis auf die labyrinthische Natur unseres Geistes.

Parallel verlaufende Wirklichkeiten

Christopher Nolan übersetzt die komplexen physikalischen Gesetze der Relativitätstheorie recht elegant in Form von parallelen Aufnahmen, die sich relativ zueinander in verschiedenem Tempo bewegen. An einer Stelle des Films gibt es fünf solche Register unterschiedlicher Wirklichkeit.

„Inception“ - einer der wichtigsten Sci-Fi-Filme des 21. Jahrhunderts

Einer der Gründe, warum „Inception“ seit seinem Erscheinen so populär ist, liegt an Nolans Fähigkeit, schwierige wissenschaftliche und psychologischer Konzepte in atemberaubende schöne, zugleich einleuchtende Bilder zu fassen. Auch nach zehn Jahren bleibt „Inception“ einer der bedeutendsten Sci-Fi-Filme des 21. Jahrhunderts. Ihn zu sehen ist eine intensive Erfahrung die uns unsere erkenntnistheoretischen Grundsätze hinterfragen lässt.

Filmstart von Nolans neuen Film „Tenet“ auf September verschoben

Zusammen mit Quentin Tarantino und dem Kanadier Denis Villeneuve ist der 1970 geborene Brite Nolan einer der wenigen amerikanischen Autorenfilmer, die in aller Formatierung der Filme durch die Industrie ihre eigene Handschrift zu bewahren vermögen.

Doch selbst dieser Großmeister des Kinos wurde von Corona kalt erwischt: Eigentlich sollte Nolans neuer Film „Tenet“ schon vor einem Monat ins Kino kommen, jetzt ist der Start in den Spätsommer verschoben.

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