STAND
AUTOR/IN

Der Ort Simmern im Hunsrück ist durch die „Heimat“-Filmreihe von Edgar Reitz weltberühmt geworden. Seit 2019 findet in Simmern ein „modernes“ Heimat-Filmfestival statt, mit Edgar Reitz als Schirmherrn. Corona-bedingt müssen die Filmfestspiele 2020 jedoch ins Autokino ausweichen.

Audio herunterladen (3,8 MB | MP3)

Trotz Corona konnten die „Heimat Europa Filmfestspiele“ in Simmern nun eröffnet werden — und zwar mit einem Film, der passender nicht sein könnte. „Live“ sei eigentlich ein Science-Fiction-Film, wurde durch Corona zum „Heimatfilm“, so Festivalleiter Urs Spoerri. Der Film spielt in einer Zukunft mit Kontaktverboten und ohne Versammlungsfreiheit: „Das wirkt wie eine Vorhersehung, die unfassbar ist.“

Um der veränderten Ausgangslage gerecht zu werden, hat Spoerri bereits inhaltlich neue Schwerpunkte für diese Ausgabe gesetzt: „AUTO.KULT.Filme“ und „Oorlab dahääm“ (Urlaub daheim).

Die #heimateuropafilmfestspiele Eröffnung in #simmern . Was ein tolles #Openair und #Autokino mit bestem Sommerwetter und @live_der_film . Heute geht es weiter mit dem Film 800 mal einsam von @anna.hepp Wir freuen uns⭐️✨

Auch Schirmherr Edgar Reitz ließ sich die Anreise zur Eröffnung nicht nehmen und konstatierte: „Die Künstler in der ganzen Welt werden sich noch Jahrzehnte mit diesem Phänomen auseinandersetzen. Wir haben noch gar nicht damit angefangen.“

Die „Heimat Europa Filmfestspiele“ laufen noch bis 6. September 2020. Das Filmprogramm wird ergänzt durch ein Rahmenprogramm mit Fotoausstellung, Konzerten und Hunsrücker Lokalkultur.

Gespräch Corona stellt Heimat-Begriffe auf die Probe

Mit dem Begriff Heimat sollte nicht an Vergangenes, Nostalgisches appelliert werden. Das hat die Stadtsoziologin Prof. Annette Spellerberg von der Universität Kaiserslautern heute in SWR2 am Morgen gefordert. Am Tag der Heimat, der vom Bund der Vertriebenen gefeiert wird, sagte Spellerberg: „Wenn man an etwas appelliert, das nicht mehr vorhanden ist, dann verbaut man sich Handlungsoptionen, indem man etwas festhält, das nicht mehr vorhanden ist.“

Der sinnvollste Heimatbegriff sei der, der die Bedeutung des Alltags hervorhebe. „Herkunft ist auch wichtig, Sehnsucht spielt eine Rolle, aber eigentlich geht es um den Alltag, den man mit Freunden und Familie verbringt, mit einer Tätigkeit, wo man die Bräuche kennt, wo man sich selbst entfaltet.“  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

SWR2 Musikstunde "Musikalische Landschaften" (1)

Josquin Desprez vertonte den Gesang der "Grille", Antonio Vivaldi die "4 Jahreszeiten". Schon immer waren Natur und Landschaft Inspirationsquellen, doch erst der Wissensdrang der Aufklärung stieß die Türen nach draußen vollends auf. Romantisch verklärt entstand dabei oft mehr als reine Programmmusik: einst gefürchtete Gebirge formten sich zur Himmelsleiter, das Fließen des Baches entpuppte sich als Symbol der Lebensreise.
Landschaft und Natur werden als Gegenpol zum "Schreckensbild Großstadt" zu einem arkadischen Sehnsuchtsort. Umso weiter sich die Künstler*innen von ihrer Heimat entfernten umso tiefer drang der Weltblick ins Innere vor.  mehr...

SWR2 Musikstunde SWR2

STAND
AUTOR/IN