Erfolg für "Ladybird" und "Three Billboards" Golden Globes ganz in Schwarz

Kulturthema am 8.1.2018 von Markus Schuler

Hollywood wollte ein Zeichen setzen und rief bei der Verleihung der Golden Globes zum Protest gegen sexuelle Belästigung und Vergewaltigung in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie auf. Es war eine Preisverleihung ganz in Schwarz. Die  meisten weiblichen Stars kamen im schwarzen Abendkleid, viele Männer trugen unter ihrem  Smoking schwarze Hemden. Die Talkshowmoderatorin und Medienunternehmerin Ophra Winfrey hielt eine kämpferische Rede.

Große Gewinner waren die Filme "Ladybird" und "Three Billboards". In der feinfühlig erzählten Tragikkomödie "Ladybird"  geht es um eine rebellische Schülerin, die ihrer Heimatstadt entfliehen will und ins große New York ziehen möchte. Hauptdarstellerin Saoirse Ronan erhielt zugleich den Preis als beste Schauspielerin.

Golden Globes 2018 -  "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - dpa)
Frances McDormand als Mildred Hayes in einer Szene des Kinofilms "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" picture-alliance / dpa - dpa

Bester Film im Bereich Drama wurde "Three Billboards outside Ebbing, Missouri". In dem Streifen geht es um eine kämpferische Mutter, die nach der Ermordung Ihrer Tochter gegen die inkompetente Polizei vorgeht. Francis McDormand, die mit "Fargo" bekannt wurde, bekam für ihre Rolle eine Auszeichnung als beste Schauspielerin.

Diane Kruger, Fatih Akin (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - dpa)
Diane Kruger, Fatih Akin picture-alliance / dpa - dpa

"Aus dem Nichts" nimmt Kurs auf den Oscar

Und dann gab es ja noch einen deutschen Film. "Aus dem Nichts" heißt der spannende Thriller des aus Hamburg stammenden Regisseurs Fathin Akin. Hollywoodstar Diane Kruger spielt im dem Thriller eine Frau deren kurdisch stämmiger Mann und Sohn von Neonazis ermordet wurde. Akin konnte sich mit seinem Streifen durchsetzen und  nahm gemeinsam mit Kruger den Golden Globe entgegen.

Ophra Winfrey rief in ihrer Dankesrede die Frauen Hollywoods auf, gegen die Macht der Männer aufzubegehren. (Foto: dpa - dpa)
Ophra Winfrey rief in ihrer Dankesrede die Frauen Hollywoods auf, gegen die Macht der Männer aufzubegehren. dpa - dpa

Ophra Winfrey: "Der absoluten Wahrheit verpflichtet"

Höhepunkt des Abends war eine flammende Rede der Talkshowmoderatorin und Medienunternehmerin Ophra Winfrey mit einem ein Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Da sie als erste schwarze Frau diese Auszeichnung bekomme, hoffe sie, dass es einen Einfluss auf junge Mädchen habe, die die Preisverleihung verfolgten. Zu lange seien Frauen nicht angehört oder sei ihnen nicht geglaubt worden, wenn sie den Mut gehabt hatten, gegen die Macht der Männer aufzubegehren. Deren Tagen seien nun gezählt, sagte Windfrey.

Sie gab aber auch ein politisches Statement ab, das an Präsident Trump gerichtet war, ohne ihn jedoch beim Namen zu nennen: "Die Presse steht in diesen Tagen  unter Beschuss, es ist deshalb umso wichtiger, dass sie der absoluten Wahrheit verpflichtet bleibt. Nur so können wir Korruption und Ungerechtigkeit besiegen."

Preise für Guillermo del Toro und Gary Oldman

Der Mexikaner Guillermo del Toro wurde für seine Regie "Shape of Water" mit dem Golden Globe bedacht. In der Kategorie Drama bekam Gerry Oldman eine Auszeichnung für seine Rolle als britischer Premierminister Winston Churchill dem Film "Die dunkelste Stunde".

Leer ging das Politdrama "The Post" aus, mit Meryl Streep und Tom Hanks in den Hauptrollen, in dem es um die sogenannten Pentagon Papers geht. Im Fernsehbereich setzte sich in diesem Jahr vor allem "Big Little Lies" durch. Die Serie erhielt 4 Auszeichnungen , darunter als beste Miniserie. Die Golden Globes sind ein wichtiges Barometer für die Oscars, die Ende Februar vergeben werden.

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