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„About Endlessness“ — „Über die Unendlichkeit“ von Roy Andersson erinnert an eine Videoinstallation, die in grau-blassen Pastellfarben Bilder der Depression aneinanderreiht. 2014 erhielt Andersson mit seinem letzten Film den Goldenen Löwen, für „About Endlessness“ bekam er im vergangen Jahr den Regiepreis. Am 17. September 2020 kommt der Film in die Kinos.

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Ästhetische Bilderschau

Inszeniert ist „About Endlessness“ in jener speziellen Ästhetik, für die der Schwede berühmt ist: Das Kulissenhafte wird hier offen ausgestellt, genauso wie Tricks, wie die digitalen Vögel am Himmel, Reiher, Schwäne und Enten. Fast alles ist erkennbar im Studio gebaut. Andersson liebt die Kontrolle, er kontrolliert seine Bilder und seine Szenerien genauso, wie die Behörden die Menschen, für die sie zuständig sind.

Film „Über die Unendlichkeit“ von Roy Andersson

"Über die Unendlichkeit" von Roy Andersson (Foto: Pressestelle, Filmverleih Neue Medien)
„Über die Unendlichkeit“ ist filmisches Nachdenken über das menschliche Leben in all seiner Schönheit und Grausamkeit. Pressestelle Filmverleih Neue Medien Bild in Detailansicht öffnen
Scheinbar nichtige Augenblicke verdichten sich zu intensiven Zeit-Bildern. Pressestelle Filmverleih Neue Medien Bild in Detailansicht öffnen
So schwebt ein Liebespaar über das vom Krieg zerstörte Köln. Pressestelle Filmverleih Neue Medien Bild in Detailansicht öffnen
Der Film ist ein Kaleidoskop all dessen, was menschlich ist. Pressestelle Filmverleih Neue Medien Bild in Detailansicht öffnen
Gleichzeitig ist der Film auch eine unendliche Geschichte über die Verletzlichkeit des menschlichen Seins. Pressestelle Filmverleih Neue Medien Bild in Detailansicht öffnen

Seine Nachkriegsgeschichten handeln von alltäglichen Geschehnissen im Leben verschiedener Menschen, unter anderem von einem jungen Liebespaar, einem verkrüppelten Kriegsheimkehrer und einem katholischen Priester, der seinen Glauben verloren hat.

Sanfte Gewalt der Institutionen

Mit überraschenden Bildern wie der Kamerafahrt über das völlig zerstörte Köln zeigt „About Endlessness“ eine Welt in Grautönen. Es ist das Grau klassischer Institutionen, die Geborgenheit spenden und deren Gewalt sich erst allmählich offenbart, weil sie in Samthandschuhe gekleidet ist.

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