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David Budd ist Polizist und Afghanistan-Veteran. Für seine traumatischen Erinnerungen an die Zeit des Einsatzes und den Tod seiner Kameraden macht er auch die konservative Innenministerin verantwortlich, die die Auslandseinsätze befürwortet hat. Dann wird David Budd zu ihrem Personenschützer ernannt und ein Anschlag wird auf die Ministerin verübt. Das ZDF zeigt ab dem 1. Februar mit der gefeierten Serie „Bodyguard“ ein grimmiges, aufregendes Politdrama mit rasantem Finale.

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Fertig mit der Welt

Sergeant David Budd verhindert das Attentat auf einen Zug durch eine Dschihadistin mit Sprengstoffgürtel. Ein Zug, in dem er zufällig selbst mit seinen Kindern saß. Der Afghanistan-Veteran weiß, was er tut. Dabei ist er tief im inneren ziemlich fertig mit der Welt. Mit den Kriegserinnerungen kommt er nicht wirklich klar, seine Frau hat ihn deswegen verlassen.

Dennoch wird er nach dem Vorfall im Zug befördert. Als Bodyguard soll er ausgerechnet die Frau beschützen, die für eine harte Anti-Terror-Politik steht: mehr Videoüberwachung, Datenspeicherung und mehr Auslandseinsätze. Es ist die Innenministerin Julia Montague.

„Bodyguard“ von Jed Mercurio (Foto: Pressestelle, Netflix)
David Budd (Richard Madden) ist ein schwer traumatisierter Kriegsveteran. Mittlerweile ist er Polizist beim Metropolitan Police Service. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Als er auf einer Privatreise einen Selbstmordanschlag in einem Zug nach London verhindern kann, bringt ihm das eine Beförderung ein. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Von nun an ist er Personenschützer der aufstrebenden Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes). Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Montague versucht ein neues Sicherheitsgesetz durchzusetzen, das dem Geheimdienst mehr Macht verleihen soll. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Der Geheimdienst spielt der Ministerin belastendes Material über hochrangige Politiker zu, um sie in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Montague wird zum Ziel eines Anschlags, doch Budd kann sie in letzter Sekunde retten. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Budd, der nichts von Montagues geheimen Machenschaften mit den Geheimdiensten weiß, stößt schon bald auf Rätsel. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen

Gegenseitige Abneigung

Zunächst ist das Verhältnis der beiden von gegenseitiger Abneigung geprägt. In David regen sich Wut- und Rachegedanken. Es gehört zum geschickten Aufbau der Serie, dass sich die beiden äußerlich kühlen, aber geradlinigen Charaktere dann irgendwann doch näher kommen als ihnen eigentlich lieb ist.

Damit ist das gegenseitige Beobachten und Belauern allerdings noch nicht vorbei. Als es aber zu einem Anschlag auf die Politikerin kommt, drängen sich Fragen der Inneren Sicherheit in den Vordergrund.

Geheimdienst und Polizei streiten über Zuständigkeiten, mit der Terrorangst wird Politik gemacht und die machtbewusste Julia hat offenbar noch höhere Ziele. Als guter Polizist und eigentlich liebevoller Familienvater gerät David Budd plötzlich zwischen alle Fronten.

Feilschen hinter den Kulissen

Der Erfolg der Serie liegt nicht nur an der großen Ausstrahlung von Hauptdarsteller Richard Madden, der Serienfans noch in der Rolle des Robb Stark aus Game of Thrones bekannt sein dürfte. „Bodyguard“ zeigt das stets höfliche und dennoch schmutzige Geschachere hinter den Kulissen der britischen Sicherheitspolitik.

Verbunden wird das mit einer Geschichte über desillusionierte Kriegsheimkehrer und einer heimlichen Lovestory. Es geht um Macht, Ideologie, vielleicht aber auch nur um den persönlichen Vorteil. Damit wirkt die Serie auch gut zwei Jahre nach ihrem Start auf Netflix noch immer grimmig und aufregend.

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