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Einen kleinen Trost für den ausgefallenen Eurovision Song Contest 2020 bietet Netflix: „The Story of Fire Saga“ handelt von einem Duo aus der isländischen Provinz, das es tatsächlich bis zum Wettbewerb schafft. Macher des Films und Hauptdarsteller ist der US-Comedy-Schauspieler Will Ferrell, bekannt durch die Show Saturday Night Live und den Film „Austin Powers“. Ferrell ist mit einer Schwedin verheiratet und darüber selbst zu einem großen Fan des Eurovision Song Contest geworden.

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Einmal den European Song Contest gewinnen

Lars Ericksson hat als Kind den Auftritt von Abba gesehen bei der Veranstaltung, die damals noch Grand Prix d’Eurovision de la Chanson hieß. Seitdem will er bei diesem Wettbewerb nicht nur teilnehmen sondern ihn auch gewinnen. Das Potential seiner Band Fire Saga, die er mit seiner alten Grundschulfreundin Sigrit hat, ist noch ausbaufähig.

Gegen alle Widerstände in die Endrunde

Zwischen den Männern mit Rauschebart und Öljacke ist der Typ, der aussieht wie eine Mischung aus Gerard Depardieux und Dieter Thomas Kuhn ein Sonderling, nicht nur wegen seiner bunten Pullover. Aber gegen den Willen seine Vaters, gespielt von Pierce Brosnan, hält er an seinem naiven Traum fest. Es bedarf schon einer ganzen Menge an Zufällen, tragischen Unfälle und angeblich sogar der Unterstützung von Geistern und Elfen, dass Fire Saga tatsächlich an der Endrunde des ESC in Edinburgh teilnehmen kann.

Film „The Story of Fire Saga“ von David Dobkin

Eurovision Songcontest - The Story of Fire Saga von David Dobkin (Foto: Pressestelle, Netflix / Aidan Monaghan)
Seit seiner Kindheit träumt der Isländer Lars Ericksson (Will Ferrell) davon, eines Tages den Eurovision Songcontest zu gewinnen. Pressestelle Netflix / Aidan Monaghan Bild in Detailansicht öffnen
Gemeinsam mit seiner besten Freundin Sigrit Ericksdottir (Rachel McAddams) hat Lars die Band "Fire Saga" gegründet. Pressestelle Netflix / Aidan Monaghan Bild in Detailansicht öffnen
Doch selbst in ihrem kleinen Heimatdorf wird das Duo nur ausgelacht. Pressestelle Netflix / Aidan Monaghan Bild in Detailansicht öffnen
Als plötzlich die isländische Teilnehmerin für den Eurovision Songcontest unerwartet ausfällt, findet sich in ganz Island niemand, außer Fire Saga, um am Wettbewerb teilzunehmen. Pressestelle Netflix / Aidan Monaghan Bild in Detailansicht öffnen
Während Lars beim Contest in Edinburgh nur den Sieg vor Augen hat, wird die talentierte Sigrit von der Konkurrenz umworben. Die Freundschaft des Duos wird auf eine harte Probe gestellt. Pressestelle Netflix / Aidan Monaghan Bild in Detailansicht öffnen

Skandinavische Underdog-Story

Es ist die Underdog-Story, die man aus vielen britischen oder skandinavischen Filmen kennt: Charaktere aus der Provinz mit viel Herz kämpfen sich gegen jede Wahrscheinlichkeit ans Ziel. Allerdings müssen sie auch diverse Proben bestehen.

Coautor und Hauptdarsteller Will Ferrell hat zwar selbst in der Agentenparodie „Austin Powers“ mitgespielt, von ähnlich abgedrehtem Witz oder satirischer Zuspitzung ist „The Story of Fire Saga“ aber weit entfernt. Ein bisschen schwarzer Humor, ein paar Fantasy-Einsprengsel, ansonsten gibt es vor allem viel Musik.

Überraschungsauftritte echter ESC-Gewinner

Mit Überraschungsauftritten einiger echter ESC-Gewinner der letzten Jahre schwelgt der Film in der Welt des European Song Contest, feiert ihn als Kostümfest und als große Party der Vielfalt und der Völkerverständigung, auch wenn er sich dabei nach Herzenslust bei diversen Länderklischees bedient.

Das hat durchaus Unterhaltungswert, ist rührend, manchmal überraschend lustig. Nur wenn am Ende ganz ungebrochen das Hohelied von Liebe und Heimatverbundenheit gesungen wird, möchte man dem Film doch ein paar Kitschpunkte wieder abziehen. 

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