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Erkundungen der menschlichen Seele

David Lynchs Filme sind wie eine Erkundung der menschlichen Seele in Echtzeit. Sie verwirren uns, zerren uns in ein bizarres Labyrinth, in dem wir meist vergeblich nach Erklärung und Ordnung suchen.

Bevor David Lynch begann Filme zu machen, studierte er Kunst in Philadelphia. Geld hat er keines. Erste ein Stipendium des American Film Institutes bringt ihn Anfang der 70er Jahre nach Los Angeles.

Regisseur David Lynch wird 75 (Foto: Imago, E-PRESSPHOTO)
Seltsame Welten, in denen sich Abgründe und Mysterien auftun, sind das Spezialgebiet von Regisseur David Lynch, der am 20. Januar 1946 im US-Bundesstaat Montana geboren wurde. Wir blicken zurück auf den Durchbruch des Künstlers. Imago E-PRESSPHOTO Bild in Detailansicht öffnen
1972 begann Lynch die Dreharbeiten für seinen ersten Film „Eraserhead“, dessen Drehbuch nur aus 21 Seiten bestand. Immer wieder wurden ihm bei der Produktion des Filmes Gelder und Mittel gestrichen, sodass er letztendlich vier Jahre am Film arbeitete, ehe es „Eraserhead“ ab 1978 als Geheimtipp in die Kinos schaffte. Imago imago / ZUMA Press Bild in Detailansicht öffnen
Nach seinem zweiten Film „Der Elefantenmensch“ erreichte Lynch schließlich das Angebot, Frank Herberts Roman „Dune“ zu verfilmen. Lynch sagte zu und der Film wurde ein Flop. Imago Courtesy Everett Collection Bild in Detailansicht öffnen
Der Film, der in der Produktion rund 52 Millionen Dollar verschlang, wurde von den Kritiker*innen zerrissen und kostete Lynch seinen mühsam erarbeiteten Ruf als Ausnahmeregisseur. Imago Courtesy Everett Collection Bild in Detailansicht öffnen
Nachdem Lynch seinen Ruf mit „Blue Velvet“ rehabilitieren konnte, entwickelte er gemeinsam mit Autor Mark Frost die Idee für „Twin Peaks“: In einer Seifenoper sollte ein Mord geschehen, auf dem die folgende Handlung aufbaut. Imago indiv Bild in Detailansicht öffnen
Die Serie, die in über 50 Länder verkauft wurde, lockte bereits bei der ersten Ausstrahlung 35 Millionen US-Amerikaner vor die Fernsehgeräte. Ein Riesenerfolg, der bis heute Vorlage vieler bekannter Serien ist. Imago Everett Collection Bild in Detailansicht öffnen

Schon der Erstling „Eraserhead“ wird zum Kultfilm

Sein Erstlingsfilm ist „Eraserhead“, ein Fiebertraum in schwarz-weiß. Es geht um einen Mann und sein monströses Baby. Das mysteriöse Werk wird schnell zum Kultfilm des Undergroundkinos.

„Ich liebe Geschichten mit einer gewissen Struktur. Sie müssen aber auch etwas Abstraktes haben. Unser Leben ist voll von Abstraktionen. Wir nutzen unsere Eingebung, um sie uns zu erklären. Menschen sind aber an Filme gewöhnt, die ihnen alles erklären. Sie schalten diese wunderschöne Intuition einfach aus.“

Sein vielleicht bester Film ist „Mulholland Drive“ (2001), ein Abgesang auf die Traumwelt Hollywoods, voller Rätsel und Überraschungen.

Seinen Kultstatus hat Lynch 1990 zementiert mit der TV-Serie „Twin Peaks“, die Kleinstadt-Soap und Mysterythriller zugleich ist.

An seinem Geburtstag am 20. Januar bleibt sich David Lynch vermutlich treu. Er tut das, was er seit Ausbruch der Pandemie jeden Tag macht. Er liest auf seinem Youtube-Kanal den Wetterbericht für Los Angeles vor.

Netzkultur David Lynch´s Weather Report auf YouTube – Die Schatten, die die Sonne wirft

David Lynch sendet auf seinem YouTube-Kanal „David Lynch Theater“ jeden Tag einen Wetterbericht. Die Vorhersagen, die der US-Kultregisseur macht, sind immer die gleichen: „Beautiful blue skies and golden sunshine“. Doch wenn David Lynch von der ewigen Sonne Kaliforniens spricht, spricht er zugleich von der Einsamkeit in Corona-Zeiten und von der düsteren Gegenwart der US-Politik.  mehr...

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