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INTERVIEW

Im Sommer 1959 fuhr Pier Paolo Pasolini in einem Fiat Millecento die italienischen Küste entlang und erkannte die Zeichen von beginnendem Wirtschaftswunder und Massentourismus. Der Filmemacher Pepe Danquart ist 60 Jahre später derselben Route von Sizilien bis Triest gefolgt und stellt im SWR Gespräch fest: „Es hat sich nichts verändert, nur zugespitzt“.

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Vor mir der Süden (Foto: Pressestelle, Neue Visionen Filmverleih)
Im Fiat Millecento auf Entdeckungstour durch Italien. Pressestelle Neue Visionen Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Die Senioren aus dem süditalienischen Matera sind stolz auf Pasolini. Er machte 1964 den Ort mit dem Film DAS 1. EVANGELIUM – MATTHÄUS weltbekannt. Pressestelle Neue Visionen Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Die Damen am Strand schwelgen in Erinnerung an die einstigen Casanovas aus Deutschland. Pressestelle Neue Visionen Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Schein und Sein: Von der Instagram-Kulisse der Amalfiküste kann ein Fischer nicht leben. Pressestelle Neue Visionen Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Eine Kindheit in Neapel, Piazza Plebescito: Auch Pasolini liebte es, mit Kindern gemeinsam Fußball zu spielen. Pressestelle Neue Visionen Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Der Strand – ein Heiligtum: auch wenn die Industrie die Ökosysteme des Meeres unaufhaltsam beschädigt. Pressestelle Neue Visionen Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Gespaltenes Land: Der Süden Italiens entwickelt sich zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Wüste. Pressestelle Neue Visionen Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Pepe Danquart drehte von 1968 bis 1974 seine ersten Super-8-Filme. 1977 war er Initiator und Gründungsmitglied der Medienwerkstatt Freiburg (MWF). 2008 wird Pepe Danquart als Professor für Film an die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg berufen, wo er im Studienschwerpunkt Film filmtheoretisch, filmgeschichtlich und praxisbezogen lehrt. Momentan plant Danquart einen Dokumentarfilm in 3-D (AT: YouTalent) und bereitet die Verfilmung von Jörg Fausers Kultroman “Rohstoff” vor. Pressestelle Neue Visionen Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen

Pasolini habe viele Krisen, darunter die Migrationswellen und den Massentourismus, prophetisch vorausgesagt. Resigniert lasse Danquart das Publikum seines Films „Vor mir der Süden“ aber nicht zurück. „Es ist ein Film, der nachdenklich entlässt, nicht resigniert.“

Zwischen Dolce Vita und nostalgischer Endzeitstimmung

Pepe Danquart verbindet in seinem Film die Kulturen des Reisens und der Industrie miteinander und verfolgt sie durch den Wandel der Zeiten. Er zeigt Italien als radikales Konzentrat einer europäischen Epoche, die zugleich großartig und bestürzend ist.

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