I am Mother von Grant Sputore (Foto: Pressestelle, Concorde Filmverleih)

Film SciFi-Thriller mit Hilary Swank: „I Am Mother“

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:40 Uhr
Sender
SWR2

„I Am Mother“ erzählt von der Erde nach einem Atomkrieg. Die Menschheit ist komplett ausgestorben. Aber es gibt zumindest eine gut geschützte Wiederbesiedlungsanlage, in der ein Roboter dafür sorgt, die Menschheit zu bewahren.

Am Anfang weiß man überhaupt nicht, was eigentlich los ist. Ist dies ein Raumschiff, ein Labor? Was passiert draußen? Ist der Roboter, der aussieht wie Paul Verhoevens "Robo Cop", nun eine Bedrohung oder ein besser Mensch?

Fortsetzung von „Matrix“?

Ist der ganze Film am Ende eine Fortsetzung von „Matrix“? An „Matrix“ erinnert zumindest der riesige Maschinenpark, an dem seltsame Blasen wachsen, die ein bisschen aussehen, wie Früchte des tropischen Affenbrotbaumes.

Maschinen brüten Babys aus

Es sind aber menschliche Embryonen, wie sich schnell herausstellt. In einer Art Mikrowelle wird eines von ihnen im Eiltempo ausgebrütet. Man kann dabei zusehen, und nach 24 Stunden ist das Baby fertig.

Ab 22.8. „I Am Mother“ von Grant Sputore

I am Mother von Grant Sputore (Foto: Pressestelle, Concorde Filmverleih)
Während eines fürchterlichen Weltkrieges wurde die Menschheit massiv dezimiert und die Erdoberfläche ist unbewohnbar geworden. In einem unterirdischen Hochsicherheitsbunker lebt das Teenagermädchen "Tochter" (Clara Rugaard). Pressestelle Concorde Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Großgezogen wurde Tochter von einem humanoiden Roboter namens Mutter, mit dem Ziel, die Erde nach ihrer Auslöschung neu zu besiedeln. Pressestelle Concorde Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Eines Tages möchte die Teenagerin jedoch herausfinden, was sich außerhalb des Bunkers befindet. Entgegen der Warnungen macht sich Tochter auf zur Sicherheitsschleuse, vor der sie eine blutende Frau vorfindet. Pressestelle Concorde Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Mutter will um jeden Preis verhindern, dass ihr Schützling den Bunker verlässt. Pressestelle Concorde Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Als Tochter die verletzte Frau (Hilary Swank) hereinlässt, erfährt sie von ihr, dass es kein Weltkrieg war, der die Menschheit so ausgedünnt hat, sondern eine künstliche Intelligenz. Tochter weiß nicht mehr, wem sie trauen soll. Pressestelle Concorde Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Anstatt mit ihr vor dem Roboter zu fliehen, wie die Frau von ihr verlangt, gibt Tochter sie in die Obhut von Mutter. Doch sie beschleichen Zweifel, ob Mutter wirklich ehrlich zu ihr wahr. Pressestelle Concorde Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Für Tochter beginnt ein Wettrennen um Leben und Tod, als sie feststellt, dass die Erde in Wahrheit gar nicht unbewohnbar ist und Mutter sie jahrelang belogen hat. Pressestelle Concorde Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Schauspielerin Hilary Swank ist begeistert vom Stoff des Films: "Darin geht es um Dinge wie Familie, Vertrauen, Instinkte und die Idee, alles durcheinander zu wirbeln, und wie man mit diesen neuen Realitäten zurechtkommt und diese annimmt – da geht es nur noch ums Überleben, und das ist sehr menschlich. Und dadurch wirkt diese Science Fiction sehr real.“ Pressestelle Concorde Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen

Mutter Maschine, Tochter Mädchen

Jetzt kommt der Roboter ins Spiel. Denn er - oder besser sie - ist „Mutter“, die „Mother“ des Titels. „Mutter“ ist jetzt nicht mehr allein, denn es gibt „Tochter“.

Das einzige menschliche Wesen in einem riesigen künstlichen, von der Außenwelt abgeschotteten Ort, einer technisch perfekt eingerichteten Überlebenskapsel.

Tochter beschützt ihre Robo-Mum

Sie erzieht Tochter und es ist faszinierend, zu erleben, dass man das nicht nur glaubt, sondern auch akzeptiert.

Diese Robo-Mum ist auf ihre Art durchaus liebevoll, sie entwickelt Schutzinstinkte die Tochter hat ebenso Gefühle für die Maschine. Zärtlich zieht sie ein paar Schrauben fest, behebt einen kleinen Maschinenschaden.

Erstaunlich normaler Teenager

Diese Tochter entwickelt sich zu einem hellwachen, hochintelligenten, fröhlichen und angesichts der deprimierenden Umstände erstaunlich normalen Teenager.

Sie tanzt Ballett, und lernt die Welt durch alte Videos kennen. Die Außenwelt sei unbewohnbar, erfahren wir.

Ambivalenter Film

So ist dieser Film vor allem ambivalent. Man zweifelt immer wieder daran, was hier wirklich vor sich geht, denn es ist früh klar, das Mutter der Tochter nicht ganz die Wahrheit sagt. Welche Mutter tut das schon?

Man ahnt als Zuschauer auch früh, dass irgendetwas nicht stimmt. Und wie der Tochter, so wird auch uns der Roboter irgendwann unheimlich.

Hollywood Star Hilary Swank in einer Nebenrolle

Dies ein Kammerspiel, das zugleich immer wieder mit Wendungen überrascht. Dazu gehört, dass irgendwann die Außenwelt auftaucht, und irgendwann eine zweite menschliche Figur ins Spiel kommt.

Hilary Swank spielt sie - und vielleicht ist sie ja auch eine Art zweite Mutter für die Tochter.

So treten die Frau von Außen und der Android in Konkurrenz. Was ist wahr, was ist falsch? Wer hat wen belogen - und warum?

Faszinierendes Spielfilm Debüt

Das Spielfilm Debüt des australischen Regisseurs Grant Sputore entfaltet ein faszinierendes, facettenreiche Szenario.

„I am Mother“ ist natürlich zunächst eine Science-Fiction-Geschichte. Man kann sie ebenso dystopisch verstehen kann wie als utopisch-optimistischen Entwurf. Ein Neuanfang ist möglich.

Verfremdete und normale Pubertätsgeschichte

Dies ist zugleich auch eine symbolisch verfremdete sehr normale Pubertätsgeschichte. Eine Tochter entwickelt in einem bestimmten Alter eben Distanz zur Mutter.

Das ist ganz normal, auch wenn die Mutter ein Roboter ist. Misstrauen gehört zur Emanzipation.

Herausragender SciFi-Film

Tatsächlich wird sich die Geschichte dieses Films aber als noch etwas anderes entpuppen: Als ein Drama der Freiheit. Dieses Drama braucht eine Bühne zu seiner Aufführung und einen Regisseur.

„I am Mother“ ist somit nicht nur ein herausragender Science-Fiction-Film, sondern eine kluge, herausfordernde Meditation über die Menschlichkeit des Menschen der Tradition von Filmen wie „Blade Runner“ oder „A.I“.

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