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Der brutale Video-Clip von der Verhaftung und Ermordung des George Floyd auf den Straßen von Minneapolis zeigt: Film kann zur Waffe im politischen Kampf werden. Das amerikanische „Black Cinema“ weiß dies seit langem.

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Acht quälende Minuten und 46 Sekunden lang ist das Video, das die Verhaftung und Ermordung des George Floyd auf den Straßen von Minneapolis zeigt. Bildexperten der „New York Times“ haben dieses Video, das sich aus Bildern einer Überwachungskamera und privaten Smartphone-Aufnahmen zusammensetzt, eingehend analysiert, und mit Tonaufnahmen des Polizeifunks kombiniert.

Lehrstück des dokumentarischen Films

Das Ergebnis ist ein Lehrstück des dokumentarischen Films: Wie Film unser Sehen verändert hat und ständig weiter verändert. Wie Film uns lehrt zu sehen, aber auch wo Bilder uneindeutig bleiben und Fragen offen lassen.

Film als politische Waffe

Der Film als Waffe und Mittel des Widerstands und die Erringung der Autonomie über die Bilder ist der wesentliche Gedanke, der das Kino der Schwarzen prägt, das seit bald 50 Jahren Gegenbilder zum bestehenden produziert. In den letzten Jahren hat dieses „Black Cinema“ eine erstaunliche Vielfalt erreicht.

Film Die Regisseure Spike Lee und Steve McQueen im Portrait

Filmessay: Das Video als Waffe; Die beiden Regisseure Spike Lee und Steve McQueen im Portrait (Foto: Imago, Hans Lucas)
Für die diesjährigen Filmfestspiele von Cannes, die wegen der COVID-19 Pandemie abgesagt wurden, war der amerikanische Regisseur Spike Lee als Jurypräsident vorgesehen. Imago Hans Lucas Bild in Detailansicht öffnen
Viele von Lees Filmen thematisieren die Diskriminierung von Afroamerikanern. Für das Drama „BlacKkKlansman“ erhielt er 2019 den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch. Imago Imagespace Bild in Detailansicht öffnen
Lee gilt als einer der Protagonisten des New Black Cinema der 1980er Jahre. Er bevorzugt es, verschiedene Filmstile innerhalb eines Films anzuwenden, was auch in „BlacKkKlansman“ stark zum Ausdruck kommt. Imago Everett Collection Bild in Detailansicht öffnen
Der Film handelt vom Polizisten Ron Stallworth (John David Washington), der undercover bei Aktivisten des rechtsextremen Ku Klux Klan ermittelt. Universal Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Regisseur Steve McQueen erhielt 2014 für sein Drama „12 Years a Slave“ den Academy Award für den besten Film. Imago folgt individuell Bild in Detailansicht öffnen
Das Drama erzählt die Geschichte rund um die Versklavung des Afroamerikaners Solomon Northup (Chiwetel Eijofor) im Jahre 1841. Imago Zuma Press Bild in Detailansicht öffnen
Nach einem Konzert wird er unter Drogen gesetzt und an den Sklavenhändler William Ford (Benedict Cumberbacht) verkauft. Erst nach 12 Jahren findet sein Martyrium ein Ende. Imago Everett Collection Bild in Detailansicht öffnen

Die Kraft des „Black Cinema“

Mit „Moonlight“ und „If Beale Street Could Talk“ wurde der Regisseur Barry Jenkins zu einem der wichtigen jüngeren schwarzen Filmemacher*innen. Seine Werke sind klassisches Autorenkino. Spielerischer geht mit dessen Traditionen Spike Lee um, der Veteran des „Black Cinema“. Seine Werke „Do the Right Thing“, „Malcom X“ und sein neuester Film „BlacKkKlansman“ greifen clever Traditionen des Genrekinos auf.

Es beginnt mit einer Polizeikontrolle

Der Genrefilm scheint vielen Regisseur*innen offenbar besser geeignet, um mit den alltäglichen Bedrohungen Schwarzer und mit Rassismus elegant umzugehen. In „Get Out“ beginnt die Bedrohung mit einer unangenehmen Polizeikontrolle, die steht auch am Anfang von „Queen & Slim" dem neuesten Welterfolg des „Black Cinema“. So unterschiedlich die Ästhetiken dieser Filme auch sind: In ihnen wird das Bild zur Waffe der Selbstermächtigung der mit Rassismus Geplagten dieser Welt.

Gesellschaft #BlackLivesMatter: Proteste gegen Rassismus weltweit

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis in den USA reißen die Proteste auf der ganzen Welt nicht ab. Überall gehen Menschen auf die Straße, um gegen Rassismus zu demonstrieren.  mehr...

Gespräch Historikerin zum Mord an George Floyd: Wenig Hoffnung auf ein Ende des Rassismus in den USA

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd war eindeutig ein Mord durch Polizeigewalt, betont die Historikerin Britta Waldschmidt-Nelson.Das Video zu sehen, in dem Floyd zu Tode kommt, sei kaum auszuhalten, sagt sie. Die Gewalt, die sich nun in den Strassen entlade, sei ein Zeichen der massiven Frustration, dass rassistische Übergriffe gegen afroamerikanische Bürger einfach nicht aufhörten.  mehr...

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Forum Ein Land in Aufruhr - Wer eint Amerika?

Es diskutieren:
Prof. Dr. Michael Butter, Amerikanist, Universität Tübingen
Arthur Landwehr, SWR Hörfunk-Korrespondent, Washington
Prof. Dr. Britta Waldschmidt-Nelson, Historikerin, Universität Augsburg
Moderation: Claus Heinrich  mehr...

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Gesellschaft Wie schwarze Eltern in den USA ihre Kinder auf Rassismus vorbereiten

Weiße Eltern fürchten sich vielleicht vor dem Aufklärungsgespräch über Sex. Eltern schwarzer Kinder müssen ganz andere Themen ansprechen: Rassismus, Polizeigewalt, gezielt gerichtet gegen Schwarze. Die afroamerikanische Community nennt das “The Talk”.  mehr...

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