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Die Serie „4 Blocks“ über den libanesischen Hamady-Clan in Berlin Neukölln war ein Riesenerfolg. Von den gleichen Produzenten kommt jetzt eine neue Serie ins Fernsehen, die auch in Berlin spielt, aber den Bezirk wechselt. Ab dem 22.4.2021 läuft sie auf TNT Serie.

„Para - Wir sind King“ erzählt von vier Freundinnen aus dem Berliner Wedding zwischen Party und Perspektivlosigkeit.

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Zwischen Straßengang und Girlie-Power

Vier Mädels in Partylaune klingeln beim Dealer ihres Vertrauens, da ist aber die Tür aufgebrochen. Sie finden viel Chaos und eine Tüte voll mit Kokain. Mitnehmen oder liegen lassen?

Sie nehmen es schließlich mit und man kann es den vier sympathischen Mädels Hajra, Jazz, Fanta und Rasaq mit ihrem Wedding-Szenesprech und ihrem Auftreten zwischen Straßengang und Girlie-Power nicht verdenken. Bisher haben sie im Leben noch nicht so viel geschenkt bekommen.

Para - Wir sind King von Özgür Yildirim (Foto: Pressestelle, TNT Serie)
Vier junge Frauen, beste Freundinnen: Jazz (Jeanne Goursaud), Fanta (Jobel Mokonzi), Hajra (Soma Pysall) und Rasaq (Roxana Samadi) sind auf den Straßen des rauen Berliner Wedding groß geworden. Pressestelle TNT Serie Bild in Detailansicht öffnen
An der Schwelle zum Erwachsenwerden blicken sie in eine ungewisse Zukunft. Pressestelle TNT Serie Bild in Detailansicht öffnen
Nur eines ist sicher: Die vier Freundinnen haben große Träume. Pressestelle TNT Serie Bild in Detailansicht öffnen
Ein zufälliger Fund macht Hoffnung auf schnelles Geld und ein besseres Leben. Pressestelle TNT Serie Bild in Detailansicht öffnen
Hin- und hergerissen zwischen Vernunft und der Lust auf mehr Spaß und mehr Perspektive, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Pressestelle TNT Serie Bild in Detailansicht öffnen

Das Ticket in eine bessere Welt

„Para“ ist das türkische Wort für Geld und für die vier klingt es wie die Eintrittskarte in eine bisher verschlossene Welt. Gucci-Klamotten, teures Hotel, Cabrio. Aber man ahnt schon: die Drogen in ihrem Lieblingsclub zu verticken, ist keine so gute Idee.

Zumal Hajra gerade von einer 6monatigen Erziehungsmaßnahme kommt und sich auf Bewährung um einen Ausbildungsplatz kümmern muss.

Jazz träumt von einer Karriere als Tänzerin, Fanta macht ihr Abi, muss aber auch zu Hause das Leben ihrer Mutter zwischen zweiter und dritter Mahnung organisieren. Und Rasaq will mit Alkohol und Drogen eigentlich nix mehr am Hut haben, macht ihren Führerschein und eine Ausbildung und kann sogar mit dem Plan einer arrangierten Ehe gut leben.

Spaß und Lebensfreude statt düsterer Gangster-Saga

War „4 Blocks“ noch eine düstere Berliner Gangster- und Familien-Saga, so dreht sich „Para — Wir sind King“ viel mehr um Freundschaft und Lebensfreude, den Versuch, das Leben zu meistern und dabei so viel Spaß wie möglich zu haben. Mit vier Mädels und einem Soundtrack, der so cool und stark ist, wie sie selbst.

Dabei erzählt die Serie in ihren ersten Folgen durchaus differenziert von Klassenunterschieden im modernen Berlin, von Vorurteilen, vom Traum und der Notwendigkeit sich als junge Frauen zu behaupten. Auch wenn ihnen ihre Wut, ihr Stolz oder auch mal die eigene Familie öfters im Weg stehen.

Hippe Bilder mit Instagram-Faktor

Regisseur Özgur Yildirim setzt das in schnellen, hippen Bildern um, die das Kunststück fertig bringen, gleichzeitig instagrammable und doch authentisch zu wirken.

Dabei benutzt er Farbfilter, Splitscreen oder Handybilder und sucht nicht die Draufsicht auf eine „Jugendszene“, die Kamera bleibt auf Augenhöhe oder blickt sogar schräg von unten als würde man alles durch einen heruntergefallenen Schminkspiegel angucken.

„Para — wir sind King“ ist nicht allein. Deutsche Serien entdecken gerade die Jugend, und das ist gut so. Zumal, wenn es so mitreißend gespielt und so knackig geschrieben, modern und doch nicht weichgespült rüberkommt.

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