Gespräch

„Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ kommt 1971 in die Kinos: „Eine schwule Entwicklung ist nicht gleichbedeutend mit einem Schaden.“

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Seit der Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ 1971 in die Kinos kam, habe sich viel getan, erklärt der Sexualwissenschaftler und Co-Autor des Films Martin Dannecker im Gespräch mit SWR2: „Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass eine Ehe der Schwulen und Lesben möglich wäre.“

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„Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ schockierte beim Kinostart sowohl das homo- als auch das heterosexuelle Publikum und sorgte für nachhaltige Diskussionen. Deshalb gilt er auch als Auslöser für die Schwulenbewegung in der Bundesrepublik.

Ein zentraler Kunstgriff des Films war es, sich das Attribut „schwul“ positiv anzueignen — eine Umdeutung die inzwischen gesellschaftlich breite Akzeptanz finde, so Dannecker: „Das ist gelungen, dass das umgedreht wird: Eine schwule Entwicklung ist nicht gleichbedeutend mit einem Schaden.“

Der Film erzählt die Geschichte von Daniel, einem jungen Mann, der sich nach dem Umzug in die Großstadt immer weiter auf seine Triebe einlässt und davon abhängig wird. Er trifft Transvestiten und Lederleute in einer Bar und schließt sich einer Gruppe an, die über Diskussionen und Zusammenleben ein neues Bewusstsein suchen.

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