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Dokumentarfilm ,,Der Fall Tellkamp - Streit um die Meinungsfreiheit": Auseinanderdriften am Elbhang

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Der Dokumentarfilm „Der Fall Tellkamp“ zeigt den Schriftsteller als Teil seines Kosmos im Dresdner Villenviertel Loschwitz am Elbhang, sagt Regisseur Andreas Gräfenstein. Mehr als zwei Jahre hat er an diesem Film gearbeitet.

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Es gehe ihm darum, so Gräfenstein, "die Entfremdunsgprozesse in diesem Dresdener Elbhang-Kreis nachvollziehen", was da im bildungsbürgerlichen Milieu um das ,,Buchhaus Loschwitz" passiert sei.

Seit 2015 driften Tellkamp und einige Intellektuelle immer weiter nach rechts ab. „Das Miteinanderreden ist das zentrale und zu verstehen, was den anderen antreibt. Der Film will da auch einen Anstoß geben“, meint Andreas Gräfenstein.

Der Dokumentarfilm ist am 18.5. um 20:15 Uhr auf 3sat zu sehen.

Gespräch Nicht nur neurechte Polemik – „Der Schlaf in den Uhren“ von Uwe Tellkamp

Der neue Roman von Uwe Tellkamp polarisiert. Neurechtes Gedankengut, Verteidigung von AfD und Pegida – dem Autor wird mittlerweile vieles vorgeworfen. Der Schlaf in den Uhren wird von den meisten Kritikern als politisches Werk verrissen. SWR2-Literaturchef Frank Hertweck sieht den Roman etwas differenzierter.
„Tellkamp ist ein stilistisch sehr starker Schriftsteller. Seine neurechte Kritik zum Beispiel an der Flüchtlingspolitik lässt er allein durch Figurenrede einfließen – etwa wenn eine Romanfigur behauptet, ein großer Prozentsatz der Einwanderer komme nur aus wirtschaftlichen Gründen.“ Dabei gelte es, Autor und Werk voneinander zu trennen. „Auch da ist Tellkamp ein guter Autor. Der Ich-Erzähler wirkt vor allem gegen Ende des Romans immer Ressentiment-geladener und wird dadurch zum unzuverlässigen Erzähler. Das sollte man immer im Auge behalten.“ Insgesamt ist „Der Schlaf der Uhren“ eine interessante Leseerfahrung.
„Das neue Buch von Tellkamp liest sich wesentlich weniger prätentiös als der Vorgänger „Der Turm“. Man kommt gut rein und gerade am Schluss nimmt das 900-Seiten-Buch noch einmal richtig Fahrt auf“, sagt Hertweck.
In dem Roman versucht ein Geheimdienstmitarbeiter eine Chronik über die Zeit der Wende zu erstellen. „Tellkamp versucht, diese Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Da misstraute jeder jedem, das ist sehr gut beschrieben.“ Die zweite Zeitebene spielt 2015 – zum 25-jährigen Jubiläum der Wende und beschäftigt sich mit dem „Deep State“ – dem vielbeschworenen tiefen Staat, der im Hintergrund Einfluss nimmt.  mehr...

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Buchkritik Uwe Tellkamp – Der Schlaf in den Uhren

Endlich die Fortsetzung von „Der Turm“: Eine Chronik der Wendezeit, ein großes Buch der Erinnerung – ohne Nostalgie, Wehmut, Beschönigung.
Rezension von Frank Hertweck.
Suhrkamp Verlag, 904 Seiten, 32 Euro
ISBN 978-3-518-43100-9  mehr...

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