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„Dear Future Children“ von Franz Böhm gewinnt den deutschen Dokumentarfilmpreis 2022

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Cordelia Marsch

Der Deutsche Dokumentarfilmpreis ist am 24. Juni in sechs Kategorien verliehen worden. Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis wurde geteilt und geht je zur Hälfte an die Filmregisseurin Maria Speth für „Herr Bachmann und seine Klasse“ und an Franz Böhm für „Dear Future Children“. Die Dokumentation hatte 2019/20 drei junge Aktivistinnen aus Hongkong, Chile und Uganda begleitet.

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Junge Aktivistinnen riskieren ihr Leben

Santiago in Chile und Hongkong sind zwei der drei Schauplätze in Franz Böhms Dokumentarfilm „Dear Future Children“. Für die Dokumentation haben der junge Stuttgarter und sein Filmteam drei Frauen Anfang 20 begleitet, Aktivistinnen, die für ihren Einsatz ihr Leben riskieren. Pepper aus Hongkong kämpft für Demokratie, Rayen aus Chile für Gerechtigkeit, und Hilda aus Uganda für das Klima.

Trailer „Dear Future Children“ von Fanz Böhm

Zwei Hauptpreise, geteiltes Preisgeld

Die Jury des Deutsche Dokumentarfilmpreises hat sich in diesem Jahr entschieden, den Hauptpreis gleich zweimal zu vergeben und das Preisgeld zu teilen. 10.000 Euro, gestiftet vom SWR und der MFG Baden-Württemberg, gehen an Maria Speth für die Dokumentation „Herr Bachmann und seine Klasse“. Maria Speth begleitete die geduldige und liebevolle Arbeit eines Lehrers in der 6. Klasse einer Gesamtschule im hessischen Stadtallendorf. Die Herausforderung dabei: Die Zwölf- bis Vierzehnjährigen kommen aus zwölf Nationen und bringen entsprechend unterschiedliche Biografien und Sprachkenntnisse mit.

Trailer „Herr Bachmann und seine Klasse“ von Maria Speth

Alle Infos zu den weiteren Preisträgern des Deutschen Dokumentarfilmpreis

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