Gespräch

Wenn Männer über Sex sprechen – Jonas Rothlaender über seine Doku „Das starke Geschlecht“

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Es ist ein hartnäckiges Klischee: Männer können nicht über Gefühle und auch nicht über Sex sprechen. Im Dokumentarfilm „Das starke Geschlecht“ sprechen neun Männer über sich selbst, über andere Männer und darüber, was das eigentlich ist: Männlichkeit. Regisseur Jonas Rothlaender sagt in SWR2: „Es geht immer darum, einem Klischee zu entsprechen. Und ich glaube, auf lange Sicht ist das gefährlich für uns alle.“

Trailer: „Das starke Geschlecht“

Jonas Rothlaender lässt eine Reihe von Männern vor seiner Kamera offen über Beziehungen und Sex reden – so offen und ehrlich, dass einem bisweilen mulmig wird.

Gespräch Internationaler Männertag: Die fatale Konstruktion des „echten“ Mannes ohne Schmerzgefühle

Solange es das Konstrukt des „harten Mannes“ gebe, der keinen Schmerz kenne, Säbelzahntiger töte und morgens einen Liter Kerosin trinke, sei die Männlichkeit in der Krise, sagt der Regisseur Tobias Ginsburg in SWR2, Autor des Buches „Die letzten Männer des Westens“.
„Wenn ich ein Kämpfer bin und unglaublich hart sein will, muss Männlichkeit in der Krise sein. Und das heißt, ich muss kämpfen“, so der Autor. Die Angst vor Verweichlichung, vor Degeneration, gebe es eigentlich schon seit der Antike. „Heute hören wir das von den Kräften außen rechts“.
Das Bild des harten Mannes sei eine Geschlechterkonstruktion, der niemand gerecht werden könne. Zudem sei bei den Rechtsextremen die Flüchtlingskrise verbunden gewesen mit der Befürchtung, die deutschen Männer würden jetzt weich, und von außen kämen die Alphas, um sie zu zerstören. Ein Argument, das damals sogar von 15-jährigen Onlinern zu hören gewesen sei.
„Es brodelt immens unter der Oberfläche unserer Gesellschaft“, sagt Tobias Ginsburg. Und wenn man darüber recherchiere, sei das zwar gruselig, nehme einem aber die Angst. Für sein Buch war Ginsburg inkognito für acht Monate in eine Szene von Reichsbürgern und Rechtsextremisten eingetaucht.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Forum Mutig, mächtig, militant - Männlichkeit in Zeiten des Krieges

Blutrünstige Kriegsverbrecher, heldenhafte Freiheitskämpfer, verweichlichte Zauderer - klassische Männerfiguren dominieren die Berichterstattung über den Ukraine-Krieg und lösen neue Debatten über Männerbilder aus: Können nur harte Kerle die Freiheit verteidigen? Oder erleben wir gerade einen Rollback konservativer Rollenbilder?  mehr...

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Gespräch Der gekränkte Mann – Tobias Haberl analysiert Möglichkeiten des Mannseins

Die meisten Männer sind weder Feminist noch Frauenhasser - sie wollen in Gleichberechtigung leben, meint Tobias Haberl. Er wünscht sich eine Diskussion über Männerrollen ohne pauschale Abwertung.  mehr...

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Gespräch „Der gekränkte Mann“: Tobias Haberl erkundet die Männer-Seele

Zwischen Kritik am Macho-(Un)Wesen und dem Werben für Verständnis verortet der Journalist und Buchautor Tobias Haberl sein neues Werk "Der gekränkte Mann". "Ein wenig eine undankbare Position", nennt Haberl im Gespräch mit SWR2 diesen Vermittlungsversuch. Er begründet mit seiner Ansicht, dass die Welt Zeiten entgehengehe, "die wir nur mit Gendersternchen nicht meistern werden."
Sein Ideal des modernen Mannes definiert Haberl als "Amalgam aus traditioneller Männlichkeit und moderner, weicher Männlichkeit". Er weist Vorwürfe zurück, sich den aggressiven, gewalttätigen Mann von gestern zurück zu ersehnen. Es sei nur so, wenn einer der "toxischen Männer" von einst "wie Putin" die Spielregeln breche, dann seien "auf einmal wieder ganz andere Eigenschaften gefragt."
Sein Interesse am Männerbild von heute erklärt Haberl damit, dass er bei seinen Recherchen herausgefunden habe, dass die "alten, weißen Männer" vielfach auch Opfer gewesen seien: "Opfer eines Systems, in das sie hineingeschmissen wurden - die wurden verschlissen in ihren Jobs." Es tue ihm weh, dass man diese Männer von früher mit dem Wissen von heute komplett entwerte.
Festzuhalten ist aus Haberls Sicht der Paradigmenwechsel, der sich in der Gesellschaft im Hinblick auf Männer ergeben habe: "James Bond war früher ein cooler Typ, heute ist er ein Sexist." Er plädiere in seinem Buch für ein wenig mehr Geduld und ein bisschen Verständnis, gerade für ältere Männer. Soweit diese jenseits von 50 oder 60 Jahren seien, könnten sie nicht zu 100 Prozent dem Zeitgeist entsprechen. Insgesamt müssten Männer aber lernen, offener zu werden für den Wandel, für feministische Positionen, für die Bedürfnisse von Minderheiten. Bei der Mischung von traditioneller und moderner Männlichkeit Haberl ist optimistisch: "Ich glaube, da sagt einem das Herz schon, wo die richtige Mischung ist."
Tobias Haberl arbeitet seit 2005 für die Süddeutsche Zeitung und das "SZ-Magazin". Er erhielt 2016 den Theodor-Wolff-Preis.  mehr...

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