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Nina Hoss spielt die strenge Geigenlehrerin Anna Bronsky in „Das Vorspiel”, ein Film der Regisseurin Ina Weisse. Gegen den Willen ihrer Kollegen setzt sie sich für die Aufnahme eines talentierten Jungen an ihrem Musikgymnasium ein. Damit der eine Prüfung besteht, unterstützt sie ihn und vernachlässigt ihre eigene Familie. Eine beeindruckende schauspielerische Leistung von Nina Hoss.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Anna, selbst eine herausragende Musikerin, arbeitet als Lehrerin auf einem Berliner Konservatorium. Sie ist sehr gut, aber auch sehr streng und übt subtilen Druck auf ihre Schüler aus.

Film „Das Vorspiel“ von Ina Weisse

Das Vorspiel von Ina Weisse (Foto: Pressestelle, FilmPressKit)
Anna Bronsky (Nina Hoss) ist Geigenlehrerin an einem renommierten Musikgymnasium. Pressestelle FilmPressKit Bild in Detailansicht öffnen
Gegen den Willen des Kollegiums setzt sich Anna für die Aufnahme des Schülers Alexander (Ilja Monti) ein, weil sie in ihm großes Potenzial sieht. Pressestelle FilmPressKit Bild in Detailansicht öffnen
Als sie Alexander zum Üben für das bevorstehende Vorspiel immer öfter mit nach Hause bringt, sorgt das für Konflikte bei den Bronskys. Pressestelle FilmPressKit Bild in Detailansicht öffnen
Nicht nur mit ihrem Mann Philippe (Simon Abkarian) gibt es immer häufiger Meinungsverschiedenheiten. Pressestelle FilmPressKit Bild in Detailansicht öffnen
Auch Annas Sohn Jonas (Serafin Mishiev) fühlt sich durch den Konkurrenten im eigenen Zuhause immer mehr unter Druck gesetzt. Pressestelle FilmPressKit Bild in Detailansicht öffnen
In ihrer zunehmenden Unzufriedenheit geht Anna eine Affäre mit ihrem Kollegen Christian (Jens Albinus) ein. Pressestelle FilmPressKit Bild in Detailansicht öffnen
Christian überredet Anna dazu, bei einem klassischen Quintett mitzuwirken, was die Situation bei den Bronskys nicht verbessert. Pressestelle FilmPressKit Bild in Detailansicht öffnen
Als Anna bei einem Geigenkonzert versagt, lässt sie ihren Unmut über sich selbst an ihren Schülern aus. Das Vorspiel steht kurz bevor und hält ein folgenschweres Unglück für die Lehrerin bereit. Pressestelle FilmPressKit Bild in Detailansicht öffnen

Annas eigenes Leben ist voller Baustellen: Obwohl sie eine glückliche Ehe führt, hat sie eine Affäre. Ihre eigene Musikkarriere liegt brach, weil sie regelmäßig auf der Bühne versagt. Anna zeigt genau jene Schwäche, die sie ihren Schülern mit aller Macht austreiben will. Zu ihrem Sohn Jonas, der auch Geige spielen soll, ist sie strenger und härter als zu jedem ihrer Schüler.

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Nina Hoss spielt souverän und expressiv

Nina Hoss spielt diese Frau souverän und expressiver als man sie von früheren Rollen kennt - vor allem in den sechs Filmen, die sie gemeinsam mit Christian Petzold gedreht hat. Auch da, wo bei Anna die Gefühle kontrolliert, zurückgenommen und verinnerlicht erscheinen, lodert das Feuer. Und immer wieder bricht es aus ihr heraus.

Möchtegern-Bürgertum im Visier

Die Regisseurin Ina Weisse, selbst Schauspielerin, nimmt in ihrem zweiten Spielfilm die Möchtegern-Bürgertum unserer Gegenwart mit großer Beobachtungsgabe und subtilem Humor ins Visier.

Strenge Mütter im deutschen Film

Wie schon in Jan-Ole Gersters "Lara" und in "Pelikanblut" von Katrin Gebbe erzählt hier ein aktueller deutscher Film von strengen Müttern, und wie in "Lara" wird die Musik hier sowohl Mittel der Unterdrückung als auch Reservoir emotionaler Freiheitsmomente.

Das Vorspiel von Ina Weisse (Foto: Pressestelle, FilmPressKit)
Nicht nur mit ihrem Mann Philippe (Simon Abkarian) gibt es immer häufiger Meinungsverschiedenheiten. Pressestelle FilmPressKit

Altmodisches Kino im besten Sinne

Im allerbesten Sinn ist dies ein altmodischer Film. Klassische Musik, die mit sensibler Bildsprache von Kamerafrau Judith Kaufmann eingefangenen unterdrückten Gefühle und das Böse unter der Maske bürgerlicher Disziplin lassen ein ums andere Mal an "Das Weiße Band" und andere Filme von Michael Haneke denken.

Das Vorspiel von Ina Weisse (Foto: Pressestelle, FilmPressKit)
In ihrer zunehmenden Unzufriedenheit geht Anna eine Affäre mit ihrem Kollegen Christian (Jens Albinus) ein. Pressestelle FilmPressKit

Kluger Film über autoritäre Traditionen

"Das Vorspiel" ist ein kluger, engagierter Film über autoritäre Traditionen, die sich durch drei Generationen ziehen und vererben und nur ihre Gestalt ändern.

Bei Annas Sohn Jonas zeigen sie sich als "neue Sensibilität". Er sich um Tiere, rettet Fische vor den Anglern und will kein Fleisch mehr essen, zu anderen Kindern aber ist er brutal.

Sicherheit aufgeben

"Das Vorspiel" bietet keine Lösungen und das ist gut so. Er beharrt darauf, dass das Leben und die Kunst eben kompliziert sind, dass zur Kunst Disziplin und Risiko gehören, auch die Angst zu versagen - wenn es eine Botschaft gibt, dann lautet sie: weg von der Sicherheit.

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