Gespräch

„Das echte Leben“ – Sarah Kuttner über Til Schweigers Verfilmung ihres Romans „Kurt“

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Frauke Oppenberg

„Til hat einen Til-Schweiger-Film daraus gemacht“, sagt Sarah Kuttner über die Verfilmung ihres Romans „Kurt“ in SWR2. „Mein Buch hat schon einen anderen Ton und so ein bisschen eine Hässlichkeit. Das hat Tils Film nicht", erklärt sie. Die Zusammenarbeit mit Schweiger bezeichnet sie als äußerst respektvoll.

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Die Patchwork-Idylle auf dem Land währt nur kurz

Das wohl schlimmste, was Eltern widerfahren kann, ist, dass ihr Kind stirbt. Genau das passiert im neuen Film von Til Schweiger, der auf dem Roman „Kurt“ von Sarah Kuttner basiert.

„Lieber Kurt“, so der Filmtitel, erzählt die Geschichte einer Patchwork-Familie. Lena und Kurt ziehen aufs Land, kaufen dort ein Haus, um mehr Zeit mit dem Sohn von Kurt verbringen zu können, der auch Kurt heißt. Aber das Glück ist nur von kurzer Dauer, denn der kleine Kurt fällt vom Klettergerüst und stirbt.

Für Sarah Kuttner ging es beim Schreiben des Romans vor allem um das Thema Tod, dass sie zu der Zeit sehr beschäftigte, erzählt sie in SWR2. Sie sei immer am "echten Leben" interessiert und sei damals von Tod umgeben gewesen, sodass sie die Geschichte in erster Linie für sich selbst geschrieben habe und freute sich dann, dass sie universell genug war, um viele Leser anzusprechen.

Trailer zum Film „Lieber Kurt“:

„Der Respekt vor dem Buch, der mir entgegen kam und damit auch mir gegenüber, war irre, wirklich. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet"

Während der Verfilmung durch Til Schweiger wusste Kuttner nach eigener Aussage ihr Material in guten Händen. Dabei findet sie den Film durchaus auch kitschig: „Til hat einen Til-Schweiger-Film daraus gemacht. Da muss ich gar nicht lügen. Mein Buch hat schon einen anderen Ton und so ein bisschen eine Hässlichkeit, zeigt auch eine schöne Hässlichkeit von Brandenburg und eine Rumpeligkeit. Das hat Tils Film nicht. Aber das habe ich auch gar nicht erwartet, weil Til kann ja nur eine Cover-Version daraus machen, die Til ist, und das ist irgendwie cool zu sehen. Und ich musste trotzdem weinen.“ sagt Sarah Kuttner über die Verfilmung ihres Romans „Kurt“.

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