Filmkritik

Action im Hochgeschwindigkeiszug: In „Bullet Train" will es Brad Pitt mal wieder wissen

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AUTOR/IN
Rüdiger Suchsland

Knarren, Action, schöne Menschen, so funktioniert das etwas abgestandene Rezept von ,,Bullet Train" zuverlässig. Brad Pitt spielt einen alternden Auftragskiller im Einsatz in einem Hochgeschwindigkeitszug zwischen Tokio und Kyoto. Regie hat der ehemalige Stuntman David Leitch geführt, er hat mit „Atomic Blonde" bereits seine Fähigkeiten für spektakuläre Actionszenen bewiesen. 

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Eigentlich geht es nur darum, am Leben zu bleiben. Nicht ganz so einfach, wenn man sich mit 320 Stundenkilometern in einem Shinkansen, einem rasenden japanischen Hochgeschwindigkeitszug befindet. Und wenn in diesem Zug gleich mehrere Auftragskiller eine Art Wettbewerb austragen. 

Filmstill (Foto: Sony Pictures)
Brad Pitt spielt den Auftragskiller „Ladybug“ in „Bullet Train“. Sony Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Der vom Pech verfolgte Auftragskiller soll in dem japanischen Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen auf der Strecke Tokio - Kyōto seinen nächsten Job erledigen. Sony Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Nach einigen Rückschlägen für Ladybug muss dieses Mal einfach alles gut gehen. Es sind ihm in letzter Zeit zu viele Dinge aus dem Ruder gelaufen. Sony Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Doch auch dieser Auftrag wird nicht einfach, denn es sind noch vier weitere Auftragskiller an Bord. Sony Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Darunter Prince (Joey King)... Sony Pictures Bild in Detailansicht öffnen
...Lemon (Brian Tyree Henry)... Sony Pictures Bild in Detailansicht öffnen
... und Kimura (Andrew Koji) haben es auf Zielpersonen im Zug abgesehen. Ihre Aufträge scheinen miteinander verbunden zu sein. Sony Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Natürlich kommen sich die eiskalten Auftragsmörder in die Quere und im Hochgeschwindigkeitszug entbrennt ein chaotischer Kampf auf Leben und Tod. Sony Pictures Bild in Detailansicht öffnen

Brad Pitt als alternder Auftragskiller

Die Hauptrolle in „Bullet Train“ spielt Brad Pitt. Es handelt sich um einen vom Pech verfolgten Auftragskiller, der in diesem Zug sein nächstes Opfer erledigen soll. Der alternde Star seines Gewerbes steht nach einigen Fehlschlägen unter Erfolgsdruck. Es beginnt ein chaotischer Kampf auf Leben und Tod, die Fäden dabei zieht eine Frau: Sandra Bullock spielt die undurchsichtige Auftraggeberin. 

„Stayin' Alive“ von den Bee Gees gibt das Tempo vor

„Stayin' Alive“, dieser Disco-Welthit der „Bee Gees" aus den Seventies ist auch so etwas wie die generationelle Verortung dieses Films. Was auf den ersten Blick ziemlich hip und gefährlich wirkt, ist eher nostalgisches Wiedererkennungs- und Abklatschkino für ältere Semester. Ein bisschen wirkt das Ganze wie der dritte Aufguss eines bewährten Rezepts. Action, die einem nicht den Schlaf raubt und ihrer potentielle  Zielgruppe nicht herzschlaggefährdet aus dem Kino taumeln lässt. 

Brad Pitt ist der Thomas Gottschalk des Hollywood Films

Hauptdarsteller Brad Pitt schlurft mit Schlapphut und Designer-Turnschuhen durch Japan, zum ersten Mal erscheint er ein bisschen wie der Thomas Gottschalk des Hollywood Films. Ein immer noch sehr gut aussehender, inzwischen aber auch ein bisschen zu jugendlich wirkender älterer Herr. Aber keine Frage: dies ist vergnügliches, kurzweiliges Action Kino. Eine Art Rummelplatzbesuch mit Karussellfahrt ohne Geisterbahn. Auch das ist Kino immer gewesen, sehr oft zwar besser und doppelbödiger als diesmal, aber es kann ja nicht jeder Film ein Meisterwerk sein.

Trailer „Bullet Train“, ab 4.8. im Kino

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Rüdiger Suchsland