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„Citizen Kane", der Debüt-Film von Orson Welles, ist eines berühmtesten Werke der klassischen Studio-Ära Hollywoods. Aber wie wurde er überhaupt gemacht und wovon handelt dieser mysteriös-komplizierte Thriller? In seinem neuen Spielfilm erzählt David Fincher seine Version der Geschichte.

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Film Noir im amerikanischen Westen

Irgendwo im amerikanischen Westen, im Frühjahr 1940: Von Anfang an durchzieht die Atmosphäre dieses Schwarzweiß-Films etwas Geheimnisvolles und Mysteriöses - wie in einem Film Noir.

"Mank" von David Fincher (Foto: Pressestelle, Netflix)
Kalifornien, 1940: Autor Herman J. Mankiewicz (Gary Oldman) verkriecht sich auf einer einsamen Ranch in der Mojave-Wüste. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Nach einem Unfall ist er auf Krücken angewiesen, außerdem ist er schwer alkoholkrank. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Der Autor soll dort für das Regie-Debüt des neuen Hollywood-Wunderkinds Orson Welles (Tom Burke) in nur 60 Tagen das Skript schreiben. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
In Welles' Film geht es um einen reichen Zeitungsmagnaten, der sich am realen Beispiel von William Randolph Hearst orientiert. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Mankiewicz lernte Hearst 1930 selbst kennen und freundete sich mit ihm an, ehe die Freundschaft ein paar Jahre später unter turbulenten Bedindungen entzweite. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Welles' Film „Citizen Kane“ wird so zu Mankiewicz' ganz persönlicher Abrechnung mit seinem ehemaligen Weggefährten Hearst. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Außerdem geht Autor Mankiewicz hart mit dem anti-liberalen Hollywood der damaligen Zeit ins Gericht. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen

Erzwungener Rückzug ins Kloster

Ein Mann wird mit dem Auto auf eine Ranch gefahren, nach einem schweren Autounfall geht er an Krücken. Mit ihm kommen auch seine Krankenpflegerin, eine Assistentin und ein Agent. Die nächsten Wochen wird er hier verbringen. Aber dies ist keineswegs ein reiner Erholungsaufenthalt, eher ähnelt alles einer privilegierten Gefangenschaft, dem erzwungenen Rückzug in ein Kloster.

Gary Oldman spielt den alkoholkranken Drehbuchautor Mankiewicz

Der Mann ist "Mank" - Herman Mankiewicz, eindrucksvoll gespielt von Gary Oldman. Ein bekannter und erfolgreicher, wenn auch etwas aus dem Tritt geratener Drehbuchautor des legendären Hollywood-Studios RKO. Mankiewicz ist schrullig und auf seine Art genial, aber er ist auch ein schwerer Alkoholiker und sozial derart unerträglich, dass es niemand auf Dauer mit ihm aushält.

Finchers Version der Entstehung von „Citizen Kane"

Er soll das Kinodebüt für ein anderes Genie und einen schwierigen Zeitgenossen schreiben, Orson Welles. Das Ergebnis war „Citizen Kane" - für viele bis heute der beste Film der Filmgeschichte, von vielen Anekdoten und Unklarheiten umrankten. Umstritten ist auch, welchen Anteil Orson Welles überhaupt am Drehbuch hatte. In seinem neuen Film erzählt David Fincher nun seine Version dieser wahren Geschichte. Sie ist nicht schmeichelhaft für Welles, dafür um so gnädiger mit Mankiewicz.

Finchers persönlichster Film

Eine rein akademische Liebhaberei ist dies aber keineswegs. "Mank" ist mehr: Eine Ode auf den kreativen Prozess als solchen, der Versuch, dem Undarstellbaren visuelle Gestalt zu geben: Der Beziehung zwischen Schwerstarbeit und Genie, zwischen den Einflüssen der Fakten auf die Inspiration, die diese zu etwas Neuem, Überrealem veredelt. Insofern ist dies auch Finchers bisher persönlichster Film.

„Mank“ von David Fincher ist ab 4.12.2020 bei Netflix zu sehen.

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