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Er galt als der größte Showstar der jungen Bundesrepublik – und ist heute fast völlig vergessen: Helmut Schreiber alias der Zauberer Kalanag, eine Art „David Copperfield“ der 1950er Jahre. Eine SWR Dokumentation im Ersten porträtiert dieses bemerkenswerte Landeskind aus der württembergischen Provinz, zeigt aber auch seine Verstrickungen in der NS-Zeit.

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Kalanags Zaubervorführungen waren aufwendig, brillant, exotisch und schlugen in den 1950er Jahren die Zuschauer*innen in ihren Bann. Doch das größte Kunststück des gebürtigen Backnangers war es, seine zwielichtige Vergangenheit in der NS-Diktatur verschwinden zu lassen.

Programmtipp: Dokumentation über den Magier „Kalanag” im Ersten

„Hitlers Zauberer“ wurde zu einem Star der Nachkriegszeit

Schreiber war eine Größe im NS-Filmgeschäft an der Spitze der Bavaria Filmgesellschaft. Er pflegte beste Kontakte zu Joseph Goebbels und er wurde für seine Verdienste sogar auf Adolf Hitlers „Berghof“ am Obersalzberg eingeladen. Nach Kriegsende machte er — gezwungenermaßen, wegen eines Berufsverbots — sein Hobby zum Beruf und wurde als Magier zum Showstar.

Am 22. März 2021 — zeitgleich mit der SWR Fernsehproduktion „Verzaubert und verdrängt – die Karriere des Magiers Kalanag“ — erscheint das Buch „Der große Kalanag“ von Malte Herwig im Penguin Verlag, das die Geschichte des Illusionisten ebenfalls aufarbeitet.

Gespräch „Wir brauchen dringend eine öffentliche Debatte“: Historiker Eckart Conze über die NS-Vergangenheit im Haus Hohenzollern

Eine öffentliche Debatte um die NS-Vergangenheit von Mitgliedern des Hauses Hohenzollern kann nicht verhindert werden, glaubt der Historiker Prof. Eckart Conze, Spezialist für die Geschichte von Adelshäusern. In mehr als 100 Fällen habe das Haus Hohenzollern mittlerweile juristische Verfahren gegen Historikerinnen und Historiker, die sich zu den Hohenzollern äußern, in die Wege geleitet. Zuletzt wurden dem Historiker Winfried Süß vom Landgericht Berlin Äußerungen untersagt. Dass Kronprinz Wilhelm dem Nationalsozialismus „erheblichen Vorschub geleistet“ habe, wie die juristisch relevante Formel lautet, stehe außer Frage. Die Enteignung nach 1945 sei demnach korrekt und nicht rückgängig zu machen. Mit juristischen Verfahren gegen Historikerinnen und Historiker versuchen die Hohenzollern seit 2019 Druck aufzubauen für Verhandlungen mit den Bundesländern Brandenburg und Berlin sowie mit der Bundesregierung über eine Entschädigung und über Besitzrechte an Kunst- und Kulturobjekten, so Eckart Conze in SWR2.  mehr...

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Fernsehserie „Ku'damm 63“: Neues aus der Tanzschule der Familie Schöllack

Eva und Monika sind die Heldinnen der historischen ZDF Serie „Ku’damm“. 1963 ist das Jahr, in dem John F.Kennedy nach Berlin kommt, auch in der Tanzschule weht mit einem argentinischen Tanzlehrer ein neuer Wind. Im Privaten herrschen für die vier Frauen allerdings nach wie vor unübersichtliche Verhältnisse.  mehr...

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